Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer
2 Kommentare

Evangelische Kirche in Hessen und Nassau: 2017 erwarten Protestanten ein Millionen-Defizit

Steigende Personalkosten und stagnierende Kirchensteuer-Einnahmen: Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau muss an ihre Rücklagen ’ran. An einem will sie jedoch nicht sparen.
Symbolbild: Robert Schlesinger Symbolbild: Robert Schlesinger
Frankfurt. 

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) muss 2017 zum ersten Mal seit elf Jahren an ihre Ersparnisse heran. Nach Angaben von Finanzdezernent Heinz Thomas Striegler sollen im nächsten Jahr rund 1,9 Millionen Euro aus den Rücklagen entnommen werden. Der Finanz-Chef sprach in der Synode von einem „Haushalt mit Problemanzeigen“. Sorgen bereiten vor allem hohe Personalkosten und steigende Verpflichtungen durch die Altersversorgung.

Für 2018 kündigte Striegler ein neues Sparkonzept in der EKHN an. „Wir müssen stärker in die Aufgabenkritik gehen“, sagte er am Rande der Synode in Frankfurt. Details nannte er nicht. Das Konzept soll bis zum Frühjahr erarbeitet werden und rund zehn Millionen Euro jährlich umfassen. Um die „Verschärfung der Haushaltssituation“ nach 2020 auszugleichen, reiche dies aber nicht.

Derzeit hat die EKHN nach eigenen Angaben rund 1600 Pfarrstellen und 20 000 Angestellte. Der Gesamtetat beträgt 595 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Personalkosten um 13,5 Millionen auf 227 Millionen Euro. Dem gegenüber stehen Einnahmen von 505 Millionen Euro aus der Kirchensteuer – für 2016 waren 495 Millionen prognostiziert.

„Impulspost“ bleibt

Alle Mitglieder der EKHN bekommen weiterhin den Brief des Kirchenpräsidenten ins Haus geschickt. Die Synode beschloss ohne Gegenstimme die unbefristete Fortsetzung der in der Regel zweimal im Jahr erscheinenden „Impulspost“. Zuletzt wurden Anfang Oktober eine Million Briefe zum Thema „Die Bibel auf einem Bierdeckel“ verschickt (wir berichteten).

Eine Aktion kostet 685 000 Euro, 43 Cent pro Kirchenmitglied. Insgesamt hat die Kirche dieses Jahr 1,77 Millionen Euro dafür vorgesehen, für nächstes Jahr 1,78 Millionen Euro. Die Impulspost erschien erstmals vor vier Jahren zum Thema Weihnachten.

„Die Ergebnisse einer repräsentativen Studie zur Nutzung der Impulspost sind ausgezeichnet“, berichtete der Direktor des Meinungsforschungsinstituts TNS-Emnid, Oliver Krieg.

Von 1 100 im April 2016 Befragten hätten 46 Prozent angegeben, den Brief erhalten zu haben. 56 Prozent von diesen sagten, sie hätten den Brief auch gelesen, im Durchschnitt acht Minuten lang. Die Befragten gaben dem Brief im Durchschnitt die Schulnote 2,4. 90 Prozent von ihnen begrüßten die Themenbriefe.

Medienkonzept

EKHN-Sprecher Stephan Krebs wies darauf hin, dass die Impulspost Teil eines Medienkonzepts sei, das den Brief verknüpfe mit multimedialen Begleitmaterialien, einer Homepage, sozialen Netzwerken, Plakaten und Unterstützungsmaterial für die Kirchengemeinden. Die Kirche nehme dadurch Kontakt auch zu fernstehenden Mitgliedern auf. Künftig solle es auch das Angebot einer elektronisch verschickten Impulspost geben. Kirchenpräsident Volker Jung lobte, das Konzept habe Pfiff und riskiere auch etwas.

Viele Leser fühlten sich an einem Punkt persönlich getroffen und schrieben zurück oder riefen an.

(lhe,epd)
Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2016 Frankfurter Neue Presse