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Hand in Hand für sichere Wege: 2500 Schüler bilden eine Menschenkette durchs Nordend

Von Raser, zugeparkte Gehwege, Zebrastreifen, an denen keiner hält – der Schulweg kann gefährlich sein. Deshalb forderten gestern 2500 Kinder: mehr Rücksicht.
Ein bisschen komisch fanden es diese Schülerinnen, dass sie diesmal quer über die Straße laufen durften. Bilder > Foto: Salome Roessler Ein bisschen komisch fanden es diese Schülerinnen, dass sie diesmal quer über die Straße laufen durften.
Frankfurt. 

Der Fußballer bringt es auf den Punkt: „Wir können heutzutage auf den Mond fliegen, wir entwickeln Autos, die alleine fahren können – da muss es doch möglich sein, Kinder sicher in die Schule zu bringen!“, sagt Thomas Zampach, ehemaliger Eintracht-Spieler. Davon ist er überzeugt, deshalb kam er gestern zur Demo für mehr Verkehrssicherheit im Nordend.

Zampach ist dort sehr gefragt: Ständig kommen Kinder, Jugendliche und Erwachsene, bitten um Fotos und Autogramme. Der Sportler erfüllt alle Wünsche, wird aber nicht müde zu betonen, dass diesmal nicht er, sondern die Aktion im Mittelpunkt stehe.

Über alle Straßen hinweg

Die Aktion: Gut 2500 Menschen – vor allem Kinder und Jugendlichen – stellen sich am Morgen zu einer Menschenkette quer durchs Nordend auf. Damit wollen sie für mehr Verkehrssicherheit im Stadtteil demonstrieren. Die Schüler von Merian- und Schwarzburgschule, der privaten Phorms-Schule, der Elisabethen- und der Holzhausenschule stehen nebeneinander auf einer zweieinhalb Kilometer langen Strecke, die vom Martin-Luther-Platz unweit der Berger Straße bis zur Holzhausenschule jenseits der Eschersheimer Landstraße führt. Autos müssen warten. Von Kind zu Kind reichen sie einen Staffelstab durch, in dem ihre Forderungen an Stadt, Rad- und Autofahrer stecken. Er wird am Ziel dem Frankfurter Verkehrsdezernenten Klaus Oesterling (SPD) übergeben.

Bildnummer: 53433488  Datum: 31.03.2008  Copyright: imago/blickwinkel
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Ticker zum Nachlesen: Grundschüler demonstrieren im Nordend

Mehrere tausend Grundschüler haben am Freitagvormittag für mehr Verkehrssicherheit im Nordend demonstriert. Dafür haben sie eine Menschenkette quer durch den Stadtteil bilden. Wir waren live dabei.

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Der Politiker hatte das Spalier der Kinder mit Kollegen wie der CDU-Landtagsabgeordneten Bettina Wiesmann zuvor im Velotaxi abgefahren. OB Peter Feldmann (SPD) radelte sie auf dem eigenen Rad ab.

Handgemalte Karten

Den Kindern macht die Demo Spaß, das Thema ist ihnen ernst: „Ich will für den Schulweg der Merianschule kämpfen!“, verkündet Nico (6). Rabia (7) zeigt stolz ihre neongrelle Warnweste, die sie als „Verkehrsdetektiv“ ausweist. Die Kinder haben in Vorbereitung auf die Demo ihre Schulwege besonders aufmerksam begangen, Karten gezeichnet und kleine Berichte über die Stellen geschrieben, die sie besonders gefährlich finden.

Freiheit wird eingeschränkt

Die Kinder haben Recht. Mehr Rücksicht aufeinander, das würde ihnen, das würde allen gut tun. Aber wir rasen aneinander vorbei, parken uns die Wege zu, ignorieren Vorfahrten und gefährden oft die Kleinsten.

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Initiator der Menschenkette ist die Aktionsgemeinschaft „Sicher in die Schule“. Darin haben sich Eltern zusammengeschlossen, die auf Probleme im Nordend hinweisen wollen, es nicht einfach hinnehmen, dass sich Kinder kaum noch allein auf der Straße bewegen können. Die Initiative fordert, dass Verkehrsteilnehmer sich „wieder mehr an die Verkehrsregeln halten und auf Kinder im Straßenverkehr Rücksicht nehmen“. Außerdem verlangt das Bündnis mehr Verkehrskontrollen und die Beseitigung verschiedener Risikostellen. „Wir wollen einfach, dass mehr Kinder in die Schule laufen können“, erklärt Lorenz Gempper, einer der Organisatoren. „An vielen Kreuzungen im Nordend ist es gefährlich. Durch den Stadtteil geht viel Verkehr. Wir wollen, dass die Straßenübergänge sicherer werden.“

AlixPuhl
Interview mit Vorsitzender des Stadtelternbeirats „Man muss den Kindern eine Chance geben“

Auch Alix Puhl, Vorsitzende des Stadtelternbeirats, war gestern im Nordend dabei. Für sie sind die Klagen über gefährliche Schulwege nicht neu. Trotzdem sollten Eltern ihre Kinder gehen lassen, rät die vierfache Mutter im Gespräch mit FNP-Redakteurin Inga Janovic.

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Ein solcher Übergang – die Ampelschaltung an der Ecke Eschenheimer Landstraße/ Cronstettenstraße – soll zügig überarbeitet werden. Das verspricht Verkehrsdezernent Oesterling, nachdem er selbst lange auf ein grünes Signal warten musste. Die Aktion sei „sehr eindrucksvoll“ gewesen, erklärt er, „insbesondere, dass es gelungen ist, die Kette zu schließen.“

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