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Prozessauftakt: 32-Jähriger Frankfurter soll Ex-Freundin vergewaltigt und genötigt haben

Von Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, Körperverletzung, Bedrohung und Beleidigung – dafür muss sich ein 32-jähriger Mann vor dem Landgericht Frankfurt verantworten. Er bestreitet die Vorwürfe.
Die Statue Justitia ist zu sehen. Foto: Peter Steffen/Archiv Die Statue Justitia ist zu sehen. Foto: Peter Steffen/Archiv
Frankfurt. 

Die Beziehung zwischen dem am Rebstockpark wohnenden Angeklagten und seiner heute 43 Jahre alten Lebensgefährtin aus Griesheim dauerte (mit diversen Unterbrechungen) nur etwa ein Jahr. In diesem Zeitraum gab es viel Streit, der in einem Fall sogar mit einem Selbstmordversuch der Frau endete. Sie lag mit aufgeschnittenen Pulsadern in ihrer Wohnküche und kam mit dem Rettungswagen in die Psychiatrie.

Kopf komplett rasiert

Während dieser Vorfall dem Angeklagten nicht angekreidet werden konnte, interessierten sich Polizei und Staatsanwaltschaft aber besonders für die nachfolgenden Ereignisse. Zunächst verlangte der Mann laut der Anklage von der Frau, sich ihren Kopf komplett zu rasieren. Sie tat dies sogar, flüchtete sich aber später in ein Frauenhaus. Laut der Anklage schlug ihr der kleine korpulente Angeklagte einmal mit solcher Wucht ins Gesicht, dass ihr Piercingschmuck an der Lippe in schmerzhafte Schieflage geriet und später ganz herausgenommen werden musste.

Nach mehreren sexuellen Übergriffen auf die kleine, zierliche Frau kam es laut der Anklage im Januar 2014 zum gravierendsten Fall: Mit einem Messer zwang der Mann seine Freundin, den Geschlechtsverkehr über sich ergehen zu lassen. Danach wandte sie sich an die Polizei.

Die Sache blieb dennoch ein Fall mit vielen Fragezeichen: Zunächst sollte das Verfahren ganz eingestellt werden. Dann aber wurde eine Psychologin beauftragt, ein Glaubwürdigkeitsgutachten zu erstellen. Die Medizinerin unterhielt sich mehrmals mit dem Opfer und kam zum Ergebnis, dass die Schilderungen der Frau glaubwürdig seien. Die Staatsanwaltschaft sieht diese Erkenntnis als Basis ihrer Anklageschrift, die – sollten die Vorwürfe zutreffen – eine mehrjährige Haftstrafe für den derzeit auf freiem Fuß lebenden Angeklagten nach sich ziehen könnte.

Während die Frau unter Tränen die Vorwürfe im Zeugenstand bestätigte und auch von der rasenden Eifersucht des Mannes berichtete, die dieser mit etlichen vorausgegangenen Affären von ihr begründete („Wenn er eine Jungfrau hätte haben wollen, warum wollte er dann mich“), bestritt der Angeklagte die Tat. Und zwar, indem er mehrere Stunden wie ein Wasserfall redete und auch von Richter Stefan Möller kaum gebremst werden konnte. „Natürlich“ habe man auch „harten Sex“ miteinander praktiziert, erklärt der Angeklagte. Die Initiative dafür („Po-Klapse und Haarereißen“) seien von ihr ausgegangen. Für die angeklagten Taten gibt es keine direkten Zeugen. Die Strafkammer aber erhofft sich durch die Vernehmungen von Familienangehörigen, Bekannten und Freunden einen Eindruck vom Leben des Paares zu bekommen.

Zurück zum Ex

Von Männern hat die 43-Jährige trotz der schlechten Erfahrung mit dem Exfreund nicht genug: Sie lebt wieder mit dessen Vorgänger zusammen, der sie früher auch misshandelt hatte. Bislang gibt es Verhandlungstermine bis Mitte März.

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