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Bauen in Niederrad: 330 Wohnungen für die Bürostadt

Von Gerade erst hat die Hanauer Bien-Ries AG ein Wohnhaus in Sachsenhausen fertiggestellt, jetzt investiert das Unternehmen in der Bürostadt. 330 Wohnungen entstehen dort ab Herbst.
Neue Vision: Auf diesem brachliegenden Gelände in der Bürostadt will der Investor in den nächsten Jahren 330 Wohnungen errichten. Foto: Michael Faust Neue Vision: Auf diesem brachliegenden Gelände in der Bürostadt will der Investor in den nächsten Jahren 330 Wohnungen errichten.
Niederrad. 

Als die Stadt im Jahr 2012 mit der Umnutzung der Bürostadt begann, glaubte wohl niemand so recht an einen Erfolg. Doch mittlerweile wird dort an fast jeder Ecke gewerkelt. Neubauten entstehen und Bürogebäude werden in Wohnhäuser umgewandelt. Insgesamt gibt es im neuen Viertel ein Potenzial von 3000 Wohnungen für 6000 Menschen, wie es aus dem Planungsdezernat heißt.

Aktuell konnte das Projekt „Smart living Appartements“ in der Lyoner Straße 30 mit 182 kleinen, möblierten Wohnungen fertiggestellt werden. Das Unternehmen PDI reißt derzeit die ehemalige Woolworth-Zentrale, ebenfalls an der Lyoner Straße ab. Rund 500 Wohnungen sollen dort in den nächsten Jahren entstehen. Die ABG Holding realisiert rund 700 Wohnungen an vier Standorten.

Ende 2017 bezugsfertig

Auf diesen Zug will auch Wolfgang Ries, Geschäftsführer der Bien-Ries AG aus Hanau, aufspringen. Der Immobilieninvestor hat das große, brachliegende Grundstück an der Ecke Goldsteinstraße / Hahnstraße gekauft. Dort sollen 330 Wohnungen, verteilt auf mehrere Häuser, entstehen. Derzeit wird noch an den Plänen gewerkelt. Doch schon jetzt steht fest: Die Wohnungen sollen 30 bis 100 Quadratmeter groß sein. „In dieser Größe gibt es eine starke Nachfrage“, sagt Ries. „Die Wohnungen werden wieder kleiner.“ Der Markt würde sich wandeln. Hätte früher die Durchschnittsgröße einer Wohnung pro Person bei 43 Quadratmeter gelegen, liege sie nun drei Quadratmeter darunter. „Das ist ein klares Indiz dafür, dass die Menschen darüber nachdenken, ob sie wirklich noch ein weiteres Zimmer benötigen“, sagt Ries.

Abgeschlossenes Projekt: Wolfgang Ries hat mit seinem Unternehmen Bien-Ries AG in der Tiroler Straße in Sachsenhausen 35 Eigentumswohnungen gebaut. Bild-Zoom Foto: Heike Lyding
Abgeschlossenes Projekt: Wolfgang Ries hat mit seinem Unternehmen Bien-Ries AG in der Tiroler Straße in Sachsenhausen 35 Eigentumswohnungen gebaut.

Ab Herbst sollen die neuen Wohnungen in der Bürostadt gebaut werden, ab Frühjahr gehen sie in die Vermarktung. Der erste Bauabschnitt soll Ende 2017 fertig sein, die beiden folgenden Bauabschnitte werden jeweils ein Jahr später fertig. Zwischen 75 und 80 Millionen Euro nimmt die Bien-Ries AG dafür in die Hand. Sorgen ob des neuen Standorts macht sich Wolfgang Ries nicht. „Für uns ist das eine große Herausforderung. Ich bin gespannt, wie sich das Quartier entwickeln wird“, sagt der Unternehmer, der auch zahlreiche Wohnungen auf dem Riedberg errichtet hat. „Als wir dort anfingen, war das noch eine Katastrophe. Damals wollte dort niemand wohnen. Jetzt ist das aber ganz anders. Das Quartier ist akzeptiert.“

Ähnliches verspricht er sich von der Bürostadt. Besonders die verkehrliche Anbindung sieht er als einen Standortvorteil. Mit den beiden S-Bahnlinien 8 und 9 in der Nähe sei man vom Niederräder Bahnhof aus in nur wenigen Minuten am Hauptbahnhof sowie in der Innenstadt. „Wir glauben, darauf werden die Menschen in Zukunft mehr Wert legen, viele werden gar kein Auto mehr haben, das ist bei jungen Leuten heute schon so. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist man einfach schneller“, sagt der Investor, der von der Umwandlung von Bürogebäuden in Wohnhäuser nichts hält. „Das ist eine Achterbahnfahrt. Man kann nicht von Anfang an einschätzen, wie hoch die Kosten letztlich werden“, sagt er.

Alles aus einer Hand

Die Stadtteile im Frankfurter Süden gefallen Wolfgang Ries sowieso. Gerade erst hat sein Unternehmen ein Haus in Sachsenhausen an der Ecke Stresemannallee / Tiroler Straße fertiggestellt. 35 Eigentumswohnungen sind dort für 11,5 Millionen Euro entstanden. Käufer konnten bei der Größe im Bereich zwischen 60 und 168 Quadratmetern entscheiden. Eine Wohnung ist noch frei, alle anderen sind bezogen. „Das war ein kompliziertes Grundstück, weil es eng und klein ist“, erzählt Ries. Stolz ist er dennoch darauf, wie auf alle Projekte, die von Bien-Ries stets „aus einer Hand“ realisiert werden. Vom Projektentwickler über den Planer bis zum Vermarkter sitzt bei ihm alles in einem Haus. „Wir glauben, dass wir nur dadurch wissen, was die Käufer haben wollen.“

Zu teuer dürfen die Bleiben dabei nicht sein. „Bei uns kostet eine Wohnung zwischen 3000 und 4800 Euro pro Quadratmeter. Das ist zwar viel Geld, in Frankfurt bewegen wir uns damit aber im Mittelfeld“, sagt Ries. Um diesen Anspruch realisieren zu können, sei es wichtig in die Stadtteile am Rand des Zentrums zu gehen. „Im Westend und Nordend wäre das nicht möglich.“ Deshalb würde er auch gerne noch mehr in Sachsenhausen oder eben in Niederrad bauen. Doch außer in der Bürostadt sind auch dort die Flächen rar. Wolfgang Ries sagt dennoch: „Wir schauen uns weiter um.“

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