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Ehemaligen-Stammtisch der Germania: 40 Urgesteine des Vereinssports treffen sich zum Klönen über alte Zeiten

Mehr als 40 Urgesteine des Vereinssports trafen sich am Samstag zum 20. Mal beim jährlichen Ehemaligen-Stammtisch der VfL Germania 1894. Auf der Terrasse des Vereinshauses in der Gerbermühlstraße wurde geschwelgt, geschwatzt und geschlemmt.
20 Jahre Ehemaligen-Stammtisch des VfL Germania 1894: Corrado Cinelli (v.li.n.re.), Horst Gauß und Wolfgang Jodeit.. Foto: Michael Faust 20 Jahre Ehemaligen-Stammtisch des VfL Germania 1894: Corrado Cinelli (v.li.n.re.), Horst Gauß und Wolfgang Jodeit..

Sport verbindet. Oft ein Leben lang. Dort, wo Sport und Vereinsfreundschaft aufeinander treffen, gibt es ein Leben lang viel zu erzählen. „Ich habe dieses Jahr 70 Einladungen zum Ehemaligen-Stammtisch verschickt und über 40 Leute sind gekommen“, sagt Wolfgang Jodeit (77) und blickt in die lachende Runde. Ein bisschen wehmütig erzählt der ehemalige Vorsitzende des Frankfurter Traditionsclubs VfL Germania, dass er vor einigen Jahren noch 100 Einladungen verschickt habe. „Das ist der Zahn der Zeit. Manche werden krank, manche sterben.“

Bis 2012 war Wolfgang Jodeit Erster Vorsitzender des ersten und ältesten Fußballvereins Frankfurts. Seit 1960 ist er Mitglied, hat als linker Verteidiger in der Bezirksoberliga gespielt. „Ich bin Linksfuß. Das ist mein starker Fuß, auch wenn ich den Rechten nicht nur zum Stand benutzt habe“.

Seine großen Augen strahlen, wenn er sich an Tore erinnert, die er geschossen hat. Und wenn er davon erzählt, dass er bis vor vier Jahren noch Tennis gespielt hat. „Ich habe ein neues Kniegelenk. Jetzt könnte ich zwar wieder spielen, beschränke mich aber auf Wandern mit meiner Frau Hanna, die hier im Verein Handball gespielt hat.“

In alten Zeitungen blättern

An drei großen Tischen sitzen Herren in Polohemden, sportlichen Kurzarmhemden, in Jeans und Sporthosen. Damen in Jeans und Bluse schmücken die Runde zwischen Bier und Äppler, Schnitzel und Cevapcici. Sie blättern in alten Zeitungen. Es sind Vereinsnachrichten und -zeitungen aus vergangener Zeit. „Leider gibt es so was heute nicht mehr. Da kümmert sich niemand mehr drum“, meint Wolfgang Jodeit und blättert verzückt in der Ausgabe „100 Jahre VfL Germania 1894“.

Mitgebracht hat die Vereinsblätter Horst Gauß (79). Auch er ist seit 1960 Mitglied des Vereins. Bekannt wurde er als Mitbegründer des Boxclubs CSC-Frankfurt und als Boxer. „Mein sportlicher Anfang in Frankfurt aber war hier, an diesem Tor in der Germania. Hier habe ich Fußball, dann Handball und auch Tischtennis gespielt“, erzählt er fröhlich und krempelt die Ärmel seines weißen Hemdes mit schwarzen Aufdrucken hoch. „Natürlich bin ich der Germania stets treu geblieben und komme jedes Jahr zum Stammtisch. Das macht riesigen Spaß und ich habe mit der Germania 1894 viel Tolles erlebt. Der Verein ist wie eine zweite Heimat für mich“, sagt er, bevor er an sein klingelndes Handy geht.

Plötzlich sind alle still

Ein lauter Pfiff mit der Trillerpfeife dringt durch die Runde auf der Terrasse des Vereinsheimes. Ein kleiner, schlanker, drahtiger und braungebrannter Mann mit dunkelgrünem Pullover und Seidenherrentuch lacht laut, als alle plötzlich still sind. Corrado Cinelli (85) ist Frankfurts ältester Schiedsrichter.

42 Jahre lang hat er die Mannschaften der VfL Germania trainiert. „Auch heute pfeife ich noch einige Jugendspiele, und schnell bin ich immer noch“, sagt der Signore und prostet seinen Kumpels stilvoll italienisch mit einem Glas Weißwein zu. „Corrado wird von jedem respektiert. Er ist ein Mann der alten Schule, ein richtiger Italiener. Er sieht alles und ist gerecht“, so Jodeit.

Ein weiterer schriller Pfiff aus der Trillerpfeife durchdringt das Fachsimpeln über Spieler und Erzählungen aus dem Vereinsleben. Cinelli ruft den Kellner, bestellt noch einen Vino Bianco. Jodeit legt ihm den Arm um die Schultern. „Vielleicht singen wir alle nachher noch alte Germania-Lieder“, und erzählt, dass der Ehemaligen-Stammtisch oft bis vier Uhr früh geht. „Mit Musik, Spaß und Spiel.“

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