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Korruptionsprozess um die „Cargo City Süd“: 5000 Arbeitsstunden für Ardi Goldmans Projekt

In der Korruptionsaffäre um die „Cargo City Süd“ schreiten die Zeugenbefragungen voran. Nun meldete sich der angeklagte Makler Uwe S. zu Wort.
Der Makler Uwe S. gestern vor dem Frankfurter Landgericht. Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst) Der Makler Uwe S. gestern vor dem Frankfurter Landgericht.
Frankfurt. 

Die Schmiergeldzahlungen in der Korruptionsaffäre um die „Cargo City Süd“ wurden als Maklerprovisionen getarnt. Der angeklagte Makler Uwe S. trat gestern abermals dem Verdacht entgegen, dass er nur als „Durchlauferhitzer“ und Versender von Scheinrechnungen diente. Zusammen mit seinem Rechtsanwalt Uwe Lenhart legte der Makler eine Erklärung und eine tabellarische Übersicht seines Engagements im Zusammenhang mit dem „Cargoport“-Projekt vor. Hinter dem Projekt steckte Investor Ardi Goldman, der sich ebenfalls vor dem Landgericht verantworten muss.

Uwe S. führte aus, dass er im Zeitraum von Juni 2005 bis Juli 2011 mindestens 5000 Arbeitsstunden in das „Cargoport“-Projekt gesteckt habe. Sein Engagement habe mit der Sicherung des Erbbaugrundstücks begonnen, auf dem Goldman später eine Logistikhalle baute, und bis zur Suche nach einem Käufer gereicht. S. berichtete, dass die Verhandlungen mit dem heutigen Mieter – der Lufthansa Cargo – „ein mitunter langwieriges Unterfangen“ gewesen seien. Zwei Mal hätten sie vor dem Scheitern gestanden. Es sei mitnichten so, dass er keine Leistungen erbracht habe, betonte S.

Der Großteil des gestrigen Verhandlungstages entfiel auf die dritte Befragung des Kriminalhauptkommissars Harald R. Er leitete die AG Drehscheibe, die die Frankfurter Polizei wegen der „Cargo-City-Affäre“ gegründet hatte. Der Vorsitzende Richter Christopher Erhard ging mit dem Korruptionsermittler aus dem Kommissariat 65 mehrere Vernehmungen des ebenfalls angeklagten, früheren Fraport-Abteilungsleiters Volker A. durch.

Dabei fragte der Richter auch, ob A. den Investor Ardi Goldman in einer der Vernehmungen belastet habe. „Ich erinnere mich, dass eine Belastung stattgefunden hat“, antwortete der Hauptkommissar. A. habe bestätigt, dass Goldman über die Zahlungen informiert gewesen sei. Der Investor habe davon gewusst und sie toleriert. Es habe ihm aber nicht gefallen, soll A. gesagt haben. Goldman streitet wie berichtet ab, von dem Schmiergeld für den Fraport-Abteilungsleiter und den Makler Uwe S. gewusst zu haben.

Zu Beginn der Prozesstages war zum zweiten Mal der Kaufmann Ronny W. befragt worden. Makler S. hatte behauptet, dass dieser in der Zeit der Kontaktsperre ein Treffen zwischen ihm und einem Goldman-Anwalt vermittelt habe. W. hatte das in seiner ersten Befragung abgestritten. Ronny W. berichtete von Treffen zwischen ihm und dem Makler, bei denen dieser um Vermittlung zu Goldman gebeten habe. Der Makler habe sich finanzielle Unterstützung von Goldman erhofft.

Am Ende des Verhandlungstages verlas der Vorsitzende Richter die Anregung, das Verfahren im Hinblick auf drei der insgesamt acht Verfahrenskomplexe einzustellen. Die zu erwartende Strafe würde im Hinblick auf das gesamte Tatgeschehen kaum ins Gewicht fallen. Außerdem sollen sich Uwe S. und Volker A. nur noch wegen Bestechlichkeit bzw. Bestechung und nicht mehr wegen Untreue und Betrug bzw. Beihilfe verantworten müssen.

(chc)
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