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IAA-Rundgang: 8 Fragen zur Zukunft des Autos

Kann ich angesichts drohender Diesel-Fahrverbote überhaupt noch ohne Risiko einen Diesel kaufen? Ab wann sind Autos "immer online" und was muss ich beachten, wenn ich mir einen Hybrid anschaffen will? Wir haben acht Automobil- und Technologieexperten auf der IAA befragt.
Alice Brivio posiert im Gran Cabrio Sport von Maserati. Foto: Michael Faust Alice Brivio posiert im Gran Cabrio Sport von Maserati.
Frankfurt..  Die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) wird in den kommenden Tagen wieder viele Hunderttausende Besucher auf das Messegelände locken. Unsere Reporterin hat sich vorab auf der Schau umgeschaut und acht Automobil- und Technologieexperten viele Fragen gestellt. Von VW wollten wir beispielsweise wissen, ob man angesichts drohender Diesel-Fahrverbote überhaupt noch einen Diesel kaufen sollte. Und bei Renault haben wir nachgehakt, ob es sich heute schon lohnt, ein Elektrofahrzeug anzuschaffen.

Kann ich heute noch ohne Risiko einen Diesel kaufen?

Frankfurt 13.9.2017, Rundgang über die IAA, Fragen an die Hersteller, am Stand von VW, Tim Fronzek
Ein kurzes Telefonat. Ein Ok von höherer Stelle. Dann ist Tim Fronzek, Technologie-Sprecher von VW, bereit, mit uns über die Auswirkungen des Diesel-Skandals zu sprechen. Und über die Verunsicherung der Verbraucher, die angesichts drohender Diesel-Fahrverbote in Großstädten nicht mehr wissen, ob der Kauf eines Diesels inzwischen doch schon Risiko ist. Das ärgert den Mann mit seinem getrimmten Bart. „Dieselfahrzeuge dürfen nicht zum Sündenbock der Politik werden“, sagt er. Die Motoren seien schließlich nicht die alleinigen Verursacher von Stickoxid-Emissionen. Fronzek ist davon überzeugt, dass der Diesel nicht aussterben wird. Auch wenn VW gerade eine Elektromobil-Offensive starte.

Ob sich Autofahrer sicher sein könnten, dass Euro-6-Diesel auch wirklich „sauber“ sind? Ja, sehr sicher, sagt Fronzek. Darauf müsse der Käufer dann doch Vertrauen. Die neuesten Modelle seien die saubersten, die man kaufen könne.

Ich will einen Neuwagen kaufen. Ab welchem Preis bekomme ich ein vernünftiges Fahrzeug?

Frankfurt 13.9.2017, Rundgang über die IAA, Fragen an die Hersteller, Michael Martensen von KIA

Michael Martensen, Flottenmanager bei Kia, hat schnell das perfekte Auto für den Großstädter mit Familie gefunden: den Niro. Ein Plug-in-Hybrid für schlappe 25 000 Euro. Klimaautomatik, Bluetoothfreisprecheinrichtung und Leichtmetallfelgen bereits inklusive. „Das ist ein realistisches Auto“, sagt er. Für Navi und Rückfahrkamera müssten Interessenten noch ein paar Tausender mehr berappen. Martensen weiß, dass der Autokauf gut überlegt sein will. „Weil Autos die teuersten Wirtschaftsgüter überhaupt sind, muss jeder Käufer seinen Seelenfrieden finden“, sagt er.

Den Ioniq von Hyundai gibt es in drei Elektro-Varianten. Welche passt zu welchem Käufer?

Frankfurt 13.9.2017, Rundgang über die IAA, Fragen an die Hersteller, Bernhard Voss von Hyundai

Bernhard Voss liebt schnelle Autos. Kein Wunder also, dass der Hyundai-Sprecher die reine Elektro-Variante des Ioniq präferiert. „Der hat einen brutalen Antritt. Wie ein Sportwagen“, sagt er. Wer sich den 33 300-Euro-Wagen kaufe, dürfe aber keine Reichweitenängste haben, sagt er und grinst. Die Plug-in-Hybrid-Variante biete sich für Pendler an, die emissionsfrei zur Arbeit fahren wollen. Und der Ioniq-Hybrid sei vor allem für Kurzstreckenfahrer geeignet.

Was mache ich, wenn ich kein Auto kaufen und trotzdem mobil sein will?

Frankfurt 13.9.2017, Rundgang über die IAA, Fragen an die Hersteller, am Stand von Car2Go, Marcel Görbert

In Halle 2 steht ein Smart neben dem anderen. Einer der kleinen Zweipersonensitzer gehört zur Flotte von  Carsharer Car2go, für den Marcel Görbert wirbt. Er selbst nutze den Service regelmäßig für kurze Strecken in die Innenstadt. „Das lohnt sich, weil ich keinen Parkplatz suchen muss.“ Seit gestern müssen die Mitglieder übrigens nicht mehr nur pro Nutzungsminute zahlen, sondern können die Wagen wahlweise für zwei, vier oder sechs Stunden mieten. Wer sich während der IAA bei Car2go anmeldet, kann die Registrierungsgebühren von neun Euro sparen.

Lohnt es sich schon jetzt, ein Elektro-Auto zu kaufen, wenn in Kürze neue Modelle mit mehr Reichweite auf den Markt kommen?

Frankfurt 13.9.2017, Rundgang über die IAA, Fragen an die Hersteller, am Stand von Renault, Pauline Zeidler posiert auf einem Zoe

Nick Sellmeier von Renault wollte nichts selbst aufs Foto. Und das obwohl er auf diese Frage nur eine Antwort hat, nämlich Ja. Weil Elektroautos schon heute massentauglich seien. Und weil in Zukunft wohl auch Batterie-Upgrades möglich werden. Daran arbeite man bei Renault zumindest gerade fieberhaft, sagt Sellmeier. Für den elektrischen Kleinwagen Zoe hat der französische Autobauer aktuell zwei Batterievarianten – die kleinere schafft eine Reichweite von 170, die größere von 200 bis 300 Kilometern – im Angebot. „Eigentlich will ich nicht missionieren, aber E-Autos fahren sich wirklich super“, sagt er.

Ich will einen Hybrid kaufen. Was muss ich beachten?

Frankfurt 13.9.2017, Rundgang über die IAA, Fragen an die Hersteller, am Stand von Toyota

„Gar nichts“, sagt Thomas Heidbrink, Pressesprecher bei Toyota, wie aus der Pistole geschossen. Er sitzt hinter dem Steuer des Auris Hybrid und fragt gerade über die Bordsteuerung den Ladezustand der Batterie ab. 80 Prozent. „Ein Hybrid hat keinen Stecker und muss auch nicht geladen werden“, sagt er. Das geschieht nämlich unter anderem bei Bergabfahrten oder längeren Autobahnfahrten. „Einen Hybrid zu fahren, tut nicht weh“, sagt Heidbrink. Im Gegenteil. Mit einem Hybrid lasse sich der Verbrauch im Stadtverkehr ohne große Anstrengung auf vier Liter senken, sagt Heidbrink. Er spricht aus Erfahrung, fährt selbst gern Hybrid. Und anfälliger seien die Wagen übrigens auch nicht. Auf die Batterien gebe es zehn Jahre Garantie.

Was macht eigentlich Facebook auf einer Automobilmesse?

Frankfurt 13.9.2017, Rundgang über die IAA, Fragen an die Hersteller, am Stand von Facebook, v.li.: James Studd & Marcus Kühne testen eine VR-Brille, um ein Auto interaktiv zu erleben

Die schwarze Oculus Rift-Brille auf dem Kopf, erkundet James Studd (l.) den neuen Audi R 8. Rein virtuell, versteht sich. Am Strand. Bei Sonnenuntergang. Und während die Wellen an den Strand laufen, blickt er in den Motor, die Zylinder. Bis ins kleinste Detail. Viereinhalb Jahre haben Oculus by Facebook – das Unternehmen von Mark Zuckerberg hat Oculus 2014 gekauft – und Audi an dieser besonders realitätsnahen Visualisierung von Fahrzeugmodellen gearbeitet. Um das Kauferlebnis zu emotionalisieren, sagt Marcus Kühne, verantwortlicher Stratege bei Audi für den Einsatz immersiver Technologien. Bis Ende des Jahres werden die ersten 100 Händler damit ausgestattet. Die Besucher können die Technik aber bereits in Halle 3.1 testen.

Ab wann sind Autos „immer online“?

Frankfurt 13.9.2017, Rundgang über die IAA, Fragen an die Hersteller, am Stand von Seat, Alberto Rico

Während des Autofahrens mal eben Klopapier einkaufen, das nächste Sushi-Restaurant in der Nähe suchen oder das aktuelle Wetter in Berlin abfragen? Für den neuen Seat Ateca sowie den neuen Seat Leon ist das künftig ein Leichtes. Die Wagen können bei bestehender Internetverbindung mit dem digitalen Assistenten „Amazon Alexa“ kommunizieren und für den Fahrer einkaufen, Musik wechseln sowie Infos einholen. „Wir arbeiten hart daran, dass Autofahren zu einem Erlebnis wird“, sagt Alberto Rico, der dem „Infotainment and Connected Car“-Team in Barcelona angehört. Dass Autos, die immer online sind, den Fahrer möglicherweise vom Geschehen auf der Straße ablenken, davon will Rico nichts wissen. „Die App ist einfach zu bedienen, sie lenkt nicht ab.“
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