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Dank guter Gewinne: ABG baut 10.000 neue Wohnungen

Von Einen Gewinn in Höhe von 94 Millionen Euro hat der städtische Wohnungskonzern ABG Holding im vergangenen Jahr erzielt. Dieser Rekordbetrag liegt zwar an Sondereffekten, doch auch ohne diese verdient die Gesellschaft genug, um in den kommenden Jahren 2,8 Milliarden Euro zu investieren.
Beim Neubauprojekt der ABG am Güterplatz werden die Mieten bei etwa 12,50 Euro pro Quadratmeter liegen. Visualisierung: ASP Beim Neubauprojekt der ABG am Güterplatz werden die Mieten bei etwa 12,50 Euro pro Quadratmeter liegen. Visualisierung: ASP
Frankfurt. 

Die Rechnung, die ABG-Geschäftsführer Frank Junker aufmacht, ist einfach: Rund drei Millionen Quadratmeter Wohnfläche haben die 51 616 Wohnungen der städtischen Gesellschaft. Setzt man dafür einen durchschnittlichen Preis von 3000 Euro pro Quadratmeter an, kommt man auf die gewaltige Summe von 9 Milliarden Euro. Damit ließen sich die Schulden der Stadt Frankfurt fast sechs Mal tilgen.

Die grobe Kalkulation zeigt, dass es sehr verlockend sein könnte, den kommunalen Wohnungsbestand zu verkaufen. „Und es gibt auch viele Investoren, die ein Unternehmen wie die ABG gerne kaufen würden“, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) bei der Vorstellung der Jahresbilanz der ABG. Doch für ihn kommt das nicht in Frage. Ganz im Gegenteil: Ein städtisches Wohnungsunternehmen ist für Feldmann ein unverzichtbarer Bestandteil der Daseinsvorsorge.

Im Schnitt 7,98 Euro

Und ein Instrument der Wohnungspolitik. Feldmann setzte durch, dass bei der ABG die Mieten um maximal fünf Prozent innerhalb von fünf Jahren erhöht werden. Im Schnitt kostet eine Wohnung bei der ABG derzeit 7,98 Euro pro Quadratmeter. Laut Junker liegt dieser Wert bis zu 22 Prozent unter Marktniveau.

Der Mietenstopp macht rund 600 000 Euro im Jahr aus und geht komplett zulasten der Stadtkasse. Um genau diesen Betrag wird nämlich die Gewinnausschüttung der ABG an die Stadt gekürzt. Flossen 2016 noch 8,9 Millionen Euro, waren es 2017 nur noch 8,3 Millionen Euro. Bis 2021 schmilzt dieser Betrag jedes Jahr um weitere 600 000 Euro, und Feldmann will die Mietenbremse auch darüber hinaus fortführen. Doch darüber ist noch nicht entschieden.

Trotz der Ausschüttungen an die Stadt verbleibt ein üppiger Überschuss im Unternehmen. Das Konzernergebnis lag 2017 bei rund 94 Millionen Euro – ein Rekordwert. Zieht man einen einmaligen Sondereffekt ab, bleibt ein Gewinn von 65 Millionen Euro. Diese Summe liegt auf dem Niveau der Vorjahre. Ein Überschuss in dieser Höhe ist laut Junker auch nötig, um die geplanten Investitionen zu finanzieren. 10 000 Wohnungen für insgesamt 2,8 Milliarden Euro will die ABG in den kommenden fünf Jahren bauen. „Die Grundstücke dafür haben wir bereits“, betont er.

Schwerpunkt im Umland

Nur Bebauungspläne und Genehmigungen ziehen sich manchmal hin. Deshalb hat die ABG im vergangenen Jahr nur 271 Neubauwohnungen fertiggestellt, die meisten davon außerhalb Frankfurts, zum Beispiel 115 Wohnungen im Karlsbader Carreé in Friedberg. In Frankfurt wurden einige Bauvorhaben immerhin begonnen: Lyoner Straße in Niederrad (118 Wohnungen), Riedbergallee (212 Wohnungen) und ehemaliger Busbetriebshof in Höchst (250 Wohnungen).

In diesem Jahr startete der Bau von 250 Mietwohnungen am Güterplatz. 680 Wohnungen entstehen durch die Nachverdichtung der Platensiedlung, die vor wenigen Wochen angelaufen ist. Nächstes Jahr soll der Startschuss fallen für die Bebauung des Hilgenfelds am Frankfurter Berg (850 Wohnungen). Mittelfristig folgt ein neues Stadtquartier südlich des Rebstockparks mit 2200 Wohnungen.

Bezahlbares Wohnen habe die ABG besonders im Blick, versicherte Junker. In Oberrad entstanden in einem Modellprojekt Neubauwohnungen für 10 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter. Junker will das Prinzip auf ein weiteres Projekt mit 140 bis 160 Wohnungen in einem anderen Stadtteil übertragen. Die Miete werde aber nicht bei 10 Euro, sondern bei 10,50 bis 11 Euro liegen. An den steigenden Grundstücks- und Baukosten komme auch die ABG nicht vorbei.

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