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Wissenschaft: Ältester Menschenschädel außerhalb Afrikas im Senckenberg-Museum

„Noch nie zuvor ist ein Schädel inklusive Unterkiefer so komplett gefunden worden“, sagte Anthropologe Friedemann Schrenk vom Senckenberg Museum.
David Lordkipanidze, Generaldirektor des Nationalmuseums von Georgien, betrachtet den Schädel eines Homo Georgicus. Foto: Andreas Arnold (dpa) David Lordkipanidze, Generaldirektor des Nationalmuseums von Georgien, betrachtet den Schädel eines Homo Georgicus.
Frankfurt. 

Der weltweit älteste Schädel eines Frühmenschen außerhalb Afrikas ist im Senckenberg Museum zu sehen. „Noch nie zuvor ist ein Schädel inklusive Unterkiefer so komplett gefunden worden“, sagte Anthropologe Friedemann Schrenk vom Senckenberg Museum am Mittwoch in Frankfurt. „Schädel 5“ und vier weitere Schädelfossilien wurden seit 1991 bei Grabungen in der Nähe des georgischen Dorfes Dmanisi entdeckt. Mit 1,8 Millionen Jahren sind sie die ältesten außerhalb Afrikas gefundenen frühmenschlichen Überreste.

Die Schädel von drei Männern und zwei Frauen unterschiedlichen Alters überraschten die Wissenschaftler. „Hätte man die einzelnen Schädel an voneinander weiter entfernten Fundorten entdeckt, wären sie wegen ihrer großen anatomischen Verschiedenheit wahrscheinlich unterschiedlichen Arten zugeschrieben worden“, sagte Schrenk. Da sie alle gleich alt seien und an demselben Ort gefunden wurden, sei klar, dass sie der gleichen Population von Homo Georgicus angehörten.

Vor allem der 2005 ausgegrabene „Schädel 5“ fiel durch sein kleines Gehirnvolumen von 546 Kubikzentimetern auf, obwohl der Mensch mit 1,60 Meter größer als seine Artgenossen war. „Man dachte, dass die Frühmenschen ein größeres Gehirnvolumen brauchten, um ein neues Lebensgebiet zu besiedeln“, beschreibt Schrenk die wissenschaftliche Bedeutung. Die Funde belegen nun, dass sich der Lebensraum von Afrika bis in den Kaukasus erstreckt hat. Im Senckenberg Museum wird das Original des „Schädel 5“ sowie Repliken der vier anderen Schädel noch bis zum 18. November ausgestellt.

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