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Wasserturm im Gallus: Abrakadabra im Zauberturm

Von Nach einer Ortsbegehung und Besichtigung des Wasserturms am Güterbahnhof soll nun eine Prüfstatik ermitteln, wie das Industriedenkmal als historischer Ausstellungsort und „Zauberturm“ für magische Shows verwendbar ist.
Nicht viel Platz ist im Inneren, dafür wäre man hautnah dabei. Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA Nicht viel Platz ist im Inneren, dafür wäre man hautnah dabei.
Gallus. 

Während außen die Temperaturen sommerliche Werte erreichen, lassen innen im Turm die beiden Magier Marco Huynh und Stefan Seidlitz Schneeflocken regnen, entflammen als „abgebrannte Zauberer“ ihre Geldbörse und verwandeln Münzen. „Der alte geheimnisvolle Turm ist nicht nur als Motiv in Märchen präsent, sondern eignet sich durch seine runde Form auch dazu, das Publikum im Halbkreis zu versammeln“, sagt Huynh. So können Zuschauer sogar 50-Cent-Stücke in die Hand nehmen – freilich, ohne zu verstehen, warum daraus plötzlich Euros werden.

Trick gezeigt

Mit ein paar Kartentricks im Freien zeigen die Magier, wie schön sich im Sommer auch das Gelände vor dem Turm für Vorführungen und Workshops eignet, sobald dort keine Baustellen mehr sind. Aus Sicherheitsgründen bitten die Magier und Freunde des Zauberturms, die nun einen Förderverein gründen werden, ihre Zuschauer nur ins Erdgeschoss des Gemäuers. Doch die Pläne, nach Vorbild eines Nürnberger Zauberturms in den Obergeschossen magische Shows und Jugendworkshops durchzuführen und in den Untergeschossen eine Dauerausstellung zur Geschichte des Güterbahnhofs einzurichten, nehmen konkrete Formen an.

Im vergangenen Spätsommer wurde das Projekt „Zauberturm“ im Ortsbeirat 1 (Innenstadt, Bahnhofsviertel, Gallus, Gutleut) vorgestellt und auch kontrovers diskutiert, da Kritiker mehr die bahnhistorische Bedeutung des Industriedenkmals für den Güterbahnhof herausstellen wollten. Diesem Wunsch wollen Zauberfreunde durch eine kleine Dauerausstellung Rechnung tragen, sofern möglich, vielleicht auch eine Lokomotive vor den Turm stellen. Der Magistrat äußerte sich wohlwollend zum Antrag der CDU, den im Besitz der Stadt befindlichen Turm nach der Sanierung an den Förderverein zu vermieten, sofern die bautechnischen Erfordernisse gegeben sind.

„Die Bausubstanz macht einen guten Eindruck, nun muss eine Prüfstatik sicherstellen, dass die Stabilität des Turms auch nach dem Herausschneiden des Wasserbehälters noch gegeben ist“, sagt der Ingenieur und Architekt Hans Georg Oeter. Eine gemeinsame Begehung mit Vertretern des Amts für Straßenbau und Erschließung sollte zudem erste Möglichkeiten ausloten, den Wasserturm an das Straßen- und Kanalnetz anzubinden. Als Zufahrt soll der jetzige von der Europaallee abzweigende Weg ausgebaut werden. „Alleine wegen der Verlegung einiger Rohre und Leitungen wird der Zeitpunkt und die Umbaudauer für den Turm auch vom Bau des Porscheturms abhängen“, erklärt Oeter. Mit den jetzigen weiteren Planungsschritten würden dadurch mindestens zwei Jahre vergehen, bevor mit den ersten Maßnahmen begonnen werden kann.

Rutschbahn als Fluchtweg

Umbau und Sanierung des Turms werden mit etwa 250 000 Euro veranschlagt, die der Förderverein über kulturelle Stiftungen einwerben will. „Erste Gespräche mit dem Denkmalamt haben ergeben, dass wir nach Möglichkeit auf eine Außentreppe für den Brandschutz verzichten wollen“, sagt Oeter. Eine mögliche Alternative könnte eine Art Rutschbahn sein, wie sie bei Notlandungen von Flugzeugen zum Einsatz kommt. „Im Treppenhaus des Turms sind einige Maler- und Ausbesserungsarbeiten nötig, aber größere schadhafte und abgeplatzte Stellen sind zum Glück nicht zu erkennen“, stellt Malermeister Maximilian Henrichs fest.

Auf Skizzen ist bereits die genauere Aufteilung des Raums zu erkennen: Der Eingangsraum ist für Toiletten und Stauraum vorgesehen, im Stockwerk darüber kann die Dauerausstellung mit Güterbahnhof und Eisenbahn im Modellformat untergebracht werden. Darüber findet ein Büro für den Magischen Zirkel Platz, bevor man zum Foyer und dem Raum für die Zaubershows gelangt. Das Treppenhaus soll durch magische Zerrbilder inszeniert werden, die sich effektvoll beleuchten lassen. Die Barrierefreiheit soll durch eine Art Treppenlift hergestellt werden.

„Der Magistrat sollte diese charmante Idee schon deshalb unterstützen, da man ja Baudenkmale nicht nur erhalten, sondern auch das ganze Jahr über sinnvoll nutzen will“, erklärt Stephan Korte von der FDP im Ortsbeirat 1.

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