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Wahlanalyse: AfD vor allem im Frankfurter Westen erfolgreich

Von Die Stimmen für die AfD in Frankfurt stammen vor allem aus dem Kreis der bisherigen Nichtwähler. Der Erfolg der Partei, der in den westlichen Stadtteilen besonders ausgeprägt ist, geht aber auch zu Lasten der CDU.
Das Logo der AfD. Foto: Christophe Gateau/Archiv Das Logo der AfD.
Frankfurt. 

Nach der Bundestagswahl am Sonntag haben die städtischen Statistiker die ganze Nacht durchgearbeitet. Am Montagmorgen legten sie bereits eine Analyse der Ergebnisse vor. Positiver Aspekt aus Sicht des für das Wahlamt zuständigen Stadtrates Jan Schneider (CDU): Die Wahlbeteiligung ist gegenüber 2013 von 70,7 auf 74,8 Prozent gestiegen. Das liegt vor allem an den Erst- und Jungwählern zwischen 18 bis 24 Jahren, die in größerer Zahl zur Wahl gingen als 2013.

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Wenn die Oberbürgermeister-Kandidatin der CDU, Bernadette Weyland, heute ihre Kampagne vorstellt, hätte sie wohl gerne etwas Schwung aus einem guten Ergebnis ihrer Partei bei der Bundestagswahl mitgenommen.

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Und sie wählten ganz anders als die Älteren: Die SPD liegt bei den Jungen vorne (siehe auch Bericht auf Seite 10), gefolgt von Linken, Grünen, CDU und FDP. Keine große Rolle spielt die AfD, die in dieser Altersgruppe nur auf 5,5 Prozent kommt. Zum Erfolg haben den Bundestags-Neulingen vor allem die 45- bis 69-jährigen verholfen. Dabei machten deutlich mehr Männer als Frauen ihr Kreuz bei der AfD – bei keiner anderen Partei ist der Geschlechterunterschied so groß.

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Regional betrachtet hat die AfD ihren Schwerpunkt in den westlichen Stadtteilen. Am stärksten schnitt sie in Zeilsheim (14,5 Prozent), Nied (14,2 Prozent), Sindlingen und Sossenheim (je 13,6 Prozent) ab. Im östlichen Nordend erzielte die AfD mit 4,5 Prozent ihr schwächstes Ergebnis. Dieser Stadtteil ist nach wie vor die Hochburg der Grünen, dort wurden sie mit 23,6 Prozent stärkste Partei. Der SPD gelang das noch in vier Stadtteilen. Im Riederwald erzielte sie ihr bestes Ergebnis (29,6 Prozent), obwohl sie dort die größten Verluste (minus 11,2 Prozent) des gesamten Stadtgebietes hinnehmen musste. In Sindlingen, Fechenheim und Griesheim reichten der SPD Ergebnisse zwischen 25 und 26 Prozent, um stärkste Kraft zu werden.

CDU trotz Verlusten vorn

Nur 11,9 Prozent der Wähler stimmten im südlichen Westend für die Sozialdemokraten. In dem wohlhabenden Stadtteil erzielten sie ihr schwächstes Ergebnis, die FDP mit 27,9 Prozent hingegen ihr stärkstes. „Die FDP ist der große Gewinner dieser Wahl“, sagte Schneider. Nicht nur im südlichen Westend (plus 12,3 Prozentpunkte), sondern auch im Gallus (plus 10,2 Prozentpunkte) legten die Freien Demokraten überdurchschnittlich zu.

Trotz erheblicher Verluste bleibt die CDU in 39 der 47 Stadtteile stärkste Partei. Wie die SPD musste sie vor allem in ihren Hochburgen Federn lassen: Minus 10,5 Prozentpunkte in Westend-Süd, jeweils minus 9,7 Prozentpunkte in Zeilsheim und in Harheim. Am stärksten ist die CDU in Nieder-Erlenbach (36,1 Prozent). Die Linke erzielte ihre besten Ergebnisse im Riederwald (18,8 Prozent), in Nordend-Ost (16,6 Prozent) und im Bahnhofs-/Gutleutviertel (16,5 Prozent).

Mehr als 95 000 Wähler nutzten die Briefwahl. Das ist ein Anteil von 30,4 Prozent und ein neuer Rekord. Bei den Briefwählern erzielten CDU und FDP überdurchschnittlich gute Ergebnisse, die AfD-Anhänger hingegen gaben ihre Stimme überwiegend im Wahllokal ab. „Sie scheinen weniger Vertrauen in die Post zu haben“, versuchte Schneider eine Erklärung.

Nichtwähler mobilisiert

Erstmals haben die Statistiker dieses Mal die Wählerwanderungen abgeschätzt. Den größten Austausch gab es demnach zwischen CDU und FDP. Rund 12 500 Frankfurter, die vor vier Jahren CDU wählten, gaben ihre Stimme den Liberalen. Rund 5200 Stimmen wanderten an die AfD, die zudem rund 8000 ehemalige Nichtwähler mobilisieren konnte. Schneider wies darauf hin, dass alle anderen Parteien zusammen – in erster Linie die FDP – sogar rund 19 000 Wahlberechtigte motivierten, ihre Stimme abzugeben. Am wenigsten gelang das der SPD, die fast ausschließlich Stimmen abgeben musste, am meisten (rund 8200) an die Linke. Auffällig: Die AfD hat von allen Parteien ihre Wählerschaft am stärksten ausgetauscht. Fast die Hälfte der AfD-Wähler von 2013 entschied sich dieses Mal für eine andere Partei.

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