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Alle Tassen im Schrank

Von Was mit Steinen oder Radiergummis beginnt, führt oft zu kunst- und wissenschaftlich wertvollen Schätzen, die Forscher im Museum zeigen. Die neue Ausstellung "Sammelfieber" im Kindermuseum spricht die kleinsten Schatzsucher an.
Viele Dinge lassen sich sammeln, Luca, Maike und Divora staunen über eine Porzellansammlung im Kindermuseum.	Foto: Christian Christes Viele Dinge lassen sich sammeln, Luca, Maike und Divora staunen über eine Porzellansammlung im Kindermuseum. Foto: Christian Christes
Innenstadt. 

Immerhin, Paul (11) und Amir (10) wissen noch, wie sie aussieht und funktioniert. "Eine Schreibmaschine steht auch bei uns zu Hause, ich durfte auch schon mal darauf tippen", erzählt Paul mit stolz geschwellter Brust. "Doch man muss ganz schön draufhauen, damit die Tasten anschlagen und die Buchstaben aufs Papier bringen", sagt Amir fachmännisch.

Für die beiden Buben, die aus ihrem Alltag eher Tablets und Smartphones kennen, eine neue Erfahrung. Doch ist die Schreibmaschine deshalb schon museumsreif? Offenbar schon, denn das Kindermuseum widmet ihr in der Abteilung "Forschen" eine eigene historische Sammlung.

Zusammen mit ihren Klassenkameraden aus der 5c der Ricarda-Huch-Schule (Dreieich) gehörten Paul und Amir gestern zu den ersten Kindern, die die neue interaktive Ausstellung "Sammelfieber. Von den Dingen und ihrer Geschichte" ausprobieren durften.

300 Radiergummis

Vorbei an den über 300 Radiergummis von Gesine Karl und der "Hosentaschensammlung" von Moni Port erforschten sie die eigens zusammengestellte Wunderkammer aus alten Briefmarken, Steinen, Masken und schmucken Teetassen, die sich auch mancher Fürst in sein Kuriositätenkabinett gestellt hätte. Myriam und Paul (beide 11) begaben sich in einer Art Monopoly für Weltumsegler auf die Spuren von Entdeckern, Abenteurern und Schatzsuchern in Übersee. Wieder andere Kinder entlarvten Privatsammler, ordneten gesammelte Tierknochen zu oder versuchten sich in der Restauration eines Bilderrahmens.

Die neue Ausstellung, die bis 5.September kommenden Jahres im Kindermuseum an der Hauptwache zu sehen ist, wendet sich an Sechs- bis 14-jährige und knüpft an die vergangenen Sommer eröffnete Ausstellung "Frankfurter Sammler und Stifter" im Historischen Museum an.

Am Anfang steht das Staunen bei der Projektion "Kosmos der Dinge". Dann gliedert sich die Schau in die Abteilungen Sammeln und Tauschen, Ordnen, Bewahren, Forschen und Restaurieren. So lernen die Kinder, sich die wundersamen Stücke nach Herkunft und thematischen Bereichen zu erschließen. Ordnen macht Sinn, wenn aus "Exotica" Schneckenhäuser und Muscheln aus Afrika und Asien werden, die man dort auch als Tausch- und Zahlungsmittel verwendete. Ebenso erfahren tote Tiere als naturwissenschaftliche Präparate einen neuen Sinn.

Und wer alte Schreibmaschinen restauriert und nach Zeiträumen sortiert, dokumentiert den Prozess des Übergangs vom Schreiben und Drucken zum multimedialen Tippen und Kommunizieren auf Computern und Mobiltelefonen. "Dabei erfahren unsere Kinder spielerisch und handwerklich, wie sich unser Zeitalter der schnellen Kommunikation entwickelt hat", betont die Lehrerin Antonina Treccarichi.

Vitrine füllen

Am Ende fragt das Museum die Kinder: "Welcher Sammlertyp bist du?" Paul präsentiert stolz seine Yu-Gi-Oh-Spielkarten, Myriam sammelt noch nichts - bislang jedenfalls. Am Eingang sind die Kinder aufgerufen, in einer Vitrine beliebige grüne Gegenstände zu sammeln, die nicht größer als ein Apfel sind. "Die wird bestimmt bald voll", gibt sich die Museumssprecherin Karin Knoll idealistisch.

Das Kindermuseum ist dienstags bis samstags (in den Ferien auch montags) von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Eintritt 4 Euro (ermäßigt 2 Euro, Familienkarte 9 Euro).

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