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Museum für Kommunikation: Als das Fräulein vom Amt noch das Sagen hatte

Nach knapp fünf Monaten Umbau hat das Museum für Kommunikation seine neue Dauerausstellung eröffnet. „Mediengeschichte(n) neu erzählt!“ bietet eine Reise durch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Kommunikation.
Spielerisch lernen: Die Entwicklung und Bedeutung der Medientechnik wird greifbar. Spielerisch lernen: Die Entwicklung und Bedeutung der Medientechnik wird greifbar.
Sachsenhausen. 

Anhand von wichtigen Erfindungen, kuriosen Erlebnissen und ungewöhnlichen Schicksalen spannt die neue Schau im Museum für Kommunikation den Bogen von der Keilschrift bis zur Datenbrille. 44 Themeninseln und mehr als 500 Originalobjekte zeigen die Entwicklung entlang der vier zentralen Phänomene Beschleunigung, Vernetzung, Kontrolle und Teilhabe. An interaktiven Stationen können Besucher spielerisch lernen.

Mit der neuen Dauerausstellung löst sich das Museum vom klassisch chronologischen, durch die Abfolge von technischen Entwicklungen gegliederten Rundgang. Besucher navigieren stattdessen frei nach dem ihnen aus der Onlinewelt vertrauten Prinzip der Verlinkung durch die Ausstellung. Entlang von 44 exemplarischen Mediengeschichten, die als Themeninseln inszeniert sind, entdecken sie, wie technische Innovationen das Leben der Menschen bis heute verändern.

So wie die abenteuerliche Verlegung des Transatlantikkabels 1866 die Nachrichtenübermittlung von vielen Tagen auf nur wenige Minuten beschleunigte und damit die moderne Weltwirtschaft begründete. An anderer Stelle erweist sich das Misstrauen eines Bestattungsunternehmers als Ausgangspunkt für die Erfindung der telefonischen Selbstwahl, die das „Fräulein vom Amt“ ablöste. Die heimlichen Liebesbillets von Goethe präsentieren sich dem Publikum als Zeugen aus einer Zeit, als der Brief das zentrale Kommunikationsmedium war. Das Experiment von Schülern, die auf einer Klassenfahrt eine Herausforderung suchten und ihre Handys zu Hause ließen, zeigt den Einfluss des Smartphones als „Schweizermesser der Informationsgesellschaft“.

Orientierung bieten

Die Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Medien ist bestimmt durch die Phänomene Beschleunigung, Vernetzung, Kontrolle und Teilhabe. Sie dienen in der Ausstellung als Orientierung inmitten der Geschichtsinseln und thematisieren die übergeordneten Entwicklungslinien, die das Verhältnis zwischen Mensch und Medien kennzeichnen. An den Phänomenstationen können Besucher Hintergrundinformationen erhalten und ins Gespräch kommen.

SMS-Tippwettbewerb

An 30 Stationen bietet die Ausstellung darüber hinaus die Möglichkeit, sich interaktiv durch die Welt der Kommunikation zu bewegen. Technische Installationen laden dazu ein, in die Rolle des „Fräuleins vom Amt“ zu schlüpfen oder den Enigma Code zu knacken. Schnelles Tippen ist beim SMS-Wettbewerb auf einem Nokia 3210 gefragt und die „Entschleunigungshaube“ bietet bei Ruhe und angenehmem Licht eine Auszeit.

Die digitale Transformation ist in ihren Auswirkungen vergleichbar mit der Erfindung des Buchdrucks oder der industriellen Revolution des 19. Jahrhunderts. Ausgehend von den aktuellen Entwicklungen öffnet die neue Dauerausstellung den Blick für die Zukunft der Kommunikation. 21 Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft, und Politik stellen ihre Perspektiven auf die Kommunikation im 21. Jahrhundert zur Diskussion. In Videostatements und Interviews präsentieren sie ihre Sichtweisen auf die möglichen Trends der Kommunikation von morgen und regen Besucher zum Austausch an.

Das Museum

für Kommunikation, Schaumainkai 53, ist dienstags bis freitags zwischen 9 und 18 Uhr geöffnet, samstags, sonn- und feiertags von 11 bis 19 Uhr. Der Eintritt kostet fünf Euro für Erwachsene und 1,50 Euro für Kinder und Jugendliche.

(red)
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