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Als sei man bei Freunden zu Hause

Das „Klein und Main“-Team: Radu Rosetti mit Frau und Geschäftsführerin Ileana Costache (l.) und Mitarbeiterin Yasemin Ashwan.	Foto: Kammerer Das „Klein und Main“-Team: Radu Rosetti mit Frau und Geschäftsführerin Ileana Costache (l.) und Mitarbeiterin Yasemin Ashwan. Foto: Kammerer

Ich hatte eine Vision“, erzählt Ileana Costache, „von einem Ort mit einer langen Tafel, an der Künstler unterschiedlicher Sparten zusammensitzen und diskutieren können.“ Dass dieser Traum ausgerechnet im Bahnhofsviertel in Erfüllung geht, liegt vor allem an ihrem Landsmann und Lebensgefährten Radu Rosetti. Die Frankfurter kennen den gebürtigen Rumänen freilich besser als Mitbegründer der Havanna Bar im Ostend oder des King Kamehameha Clubs, dem einstigen Eckpfeiler des Frankfurter Nachtlebens.

Seit nunmehr drei Jahren ist er beruflich im Bahnhofsviertel zu Hause, betreibt er in der Moselstraße 15 das Walon & Rosetti. Mit der Kombination aus Grill und Bar hat er einen beliebten Treffpunkt für abends und nachts etabliert.

Als er eine Möglichkeit sah, „seine“ Gegend auch tagsüber zu bespielen, unterschrieb er kurzerhand den Pachtvertrag für ein weiteres Lokal – das Costache und Rosetti Klein und Main tauften. „Es ist ein Name, der die persönliche Atmosphäre zum Ausdruck bringt, auf die wir großen Wert legen“, so die beiden. Um diese Stimmung auch optisch zu transportieren, engagierten sie Thommy Tritsch von der Galerie Morgen. Er wechselte in der ehemaligen Wäscherei zunächst einmal Boden und Fenster aus, verpasste den Wänden danach einen Anstrich in sattem Blau und stellte schließlich eine lange Theke auf, die er mit weißen Fliesen verkleidete.

Dem Interiordesigner überließen Costache und Rosetti aber nicht nur das gestalterische Gesamtkonzept. Er baute mit dem großen Tisch auch das kommunikative Zentrum des kleinen Lokals. Und das Holzgerüst, das durch seine unterschiedlich geformten Lampen fast wie eine Lichtinstallation wirkt. Die übrigen Möbel suchten er und seine Auftraggeber dagegen im Internet zusammen. „Wir wollten keine durchgestylte Einrichtung, sondern einen wohnlichen Eindruck erwecken“, betont Rosetti. „Als sei man bei Freunden zu Hause“, ergänzt Costache.

Demnächst stellen sie außerdem eine Vitrine auf, die als Präsentations- und Verkaufsfläche für die Arbeiten junger Künstler dient. „Dabei kann es sich ebenso um Fotografen wie um Schmuckdesigner handeln“, erklärt Costache, die gleichfalls aus der Kreativbranche stammt und bis vor kurzem erfolgreiche Verpackungsdesignerin war. Mit der Kombination aus Laden und Café schlägt sie eine Brücke zwischen ihrer alten Leidenschaft und ihrer neuen Tätigkeit als Gastronomin und Geschäftsführerin des Lokals in der Moselstraße 10.

Weil das in unmittelbarer Nähe des Walon & Rosetti liegt, kann sie einerseits die dortige Küche benutzen und andererseits den dortigen Chefkoch für sich „einspannen“. Matthias „Matze“ Riess steuert zum kulinarischen Angebot des Klein und Main etwa die Aufstriche für die wechselnden Schnitten bei. Zum Preis von 1,20 Euro gibt es beispielsweise Roggenbrot mit Sakuska – einem Püree, in dem sich die Aromen von Aubergine, Paprika und Tomate auf harmonische Weise vereinen. Wesentlich milder schmeckt die Variante mit Hüttenkäse, die durch Paprika aufgepeppt und mit Basilikum garniert ist. Wer etwas Warmes bevorzugt, kann sich mal ein Gemüse-Curry und mal ein Kartoffelgulasch bestellen. Überhaupt bietet das Klein und Main immer wieder vegetarische und vegane Gerichte „Die sind unserer Ansicht nach zeitgemäßer und zudem im Viertel kaum erhältlich“, sagt Costache. Gegen ein fachmännisch zubereitetes Chili (6,50 Euro) haben die Gäste und Gastrotester aber auch nichts einzuwenden. Zumal es mit einer deutlichen, doch keineswegs dominanten Schärfe kommt.

Den leichten Brand löscht eine der besten hausgemachten Limonaden von ganz Frankfurt: Zitronensaft, Agavensirup, Mineralwasser und frische Minze ergeben eine Mischung, in der sich Säure und Süße die Waage halten (0,5 l für 4,50 Euro). Mindestens genauso lecker schmecken vor allem die Plätzchen (1 Euro), die sich manche zum Dessert und andere zum Kaffee gönnen. „Das Rezept für die Petits Fours stammt von meiner Mutter“, so die Betreiberin. Den Teig der mit Marmelade gefüllten Türmchen bereitet sie hingegen persönlich zu.

Über ein sicheres Händchen für die süßen Seiten des Lebens verfügt außerdem ihre Mitarbeiterin Yasemin Ashvan. „Sie macht einen tollen Kokoskuchen“, sagt die Geschäftsführerin. Nicht zuletzt wegen dieser Leckereien bleiben die Leute gerne etwas länger in dem Lokal – mit dem Costache ihren Traum von einem kommunikativen Ort für Künstler und andere Gäste verwirklicht hat.

Klein und Main: Bahnhofsviertel, Moselstraße 10, Tel. 069 25755973, www.kleinundmain.de, Mo–Fr 10–18 Uhr (ab 22. September auch Sa/So 10–18 Uhr), Sitzplätze: 30 innen

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