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Einzigartiges Wohnprojekt: Alt und Jung unter einem Dach

Von Ein gemeinsames Heim für Jung und Alt, für Singles und Familien entsteht derzeit auf dem Riedberg. Realisiert wird es vom Beamten-Wohnungs-Verein und der Wohninitiative „Gewagt“. Bezogen werden sollen die ersten Wohnungen bereits im Dezember diesen Jahres.
Noch steht das Gerüst, die Fassade ist noch nicht verputzt. Doch schon Ende des Jahres soll alles fertig sein. Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA Noch steht das Gerüst, die Fassade ist noch nicht verputzt. Doch schon Ende des Jahres soll alles fertig sein.
Riedberg. 

Es ist ein Novum in Frankfurt: Eine Traditionsgenossenschaft und eine private Wohngruppe bauen gemeinsam. In der Richard-Breitenfeld-Straße 15 auf dem Riedberg entsteht ein Mehrfamilienhaus mit 14 Wohnungen für Jung und Alt. Dort soll eine Gemeinschaft entstehen, die sich gegenseitig unterstützt und hilft.

Gemeinschaftlich realisiert wird das Bauprojekt, dessen Richtfest gestern gefeiert wurde, vom Beamten-Wohnungs-Verein (BWV) und der Wohninitiative „Gewagt“. Insgesamt 1 000 Quadratmeter Wohnfläche verteilen sich auf die Zwei- bis Vierzimmerwohnungen, die zwischen 50 und 100 Quadratmeter groß sind. Hinzu kommen ein Gemeinschaftsraum, eine Fahrradwerkstatt und Waschküche sowie ausreichend Stellplätze vor dem Gebäude. Bereits Ende des Jahres sollen die ersten Wohnungen bezogen werden.

„Es war ein Glücksfall für uns, als sich vor drei Jahren die Zusammenarbeit mit der 1899 gegründeten Genossenschaft ergab. So hatten wir die Möglichkeit in stadtnaher und kinderfreundlicher Umgebung barrierefreien, generationsübergreifenden und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen“, ist Bettina Rudhof vom „Gewagt“-Vorstand vor allem begeistert von den Fortschritten auf der Baustelle. Erst im November 2016 war der Spatenstich, jetzt ist der Rohbau fertig, die ersten Fenster sitzen schon.

Zehn Euro pro Quadratmeter kosten die Mietwohnungen – das wurde für die nächsten zehn Jahre festgeschrieben. Die Gesamtkosten des Projekts liegen bei 3,8 Millionen Euro, gestemmt hat sie der BWV aus eigener Tasche, ohne jegliche Fördergelder. Lediglich beim Kauf des Baulandes sei die Stadt ihnen „ein wenig entgegengekommen“, sagt BWV-Vorstand Martin Neckel. „Wir haben Grund und Boden günstiger bekommen, als normalerweise. Nur so war es uns auch möglich, diesen Mietpreis anzubieten.

Bunte Gemeinschaft

Zehn der 14 Wohnungen sind bereits vermietet – an zehn aktive Genossenschaftsmitglieder zwischen 54 und 76 Jahren und mit unterschiedlichen Berufen. Erzieher, Sozialpädagogen, Verwaltungsfachangestellte, Lehrer und Kunsthistoriker bilden derzeit die selbstverwaltete Hausgemeinschaft. Ergänzt werden soll sie durch vier jüngere Familien, die noch ausgewählt werden.

In einer Selbstverpflichtung sollen zwei bis vier Stunden monatlicher Dienst für die Gemeinschaft obligatorisch werden. Im Mittelpunkt steht dabei die Hilfe auf Gegenseitigkeit: Einkaufsdienste, Kinderbetreuung oder Hausaufgabenhilfe. Der Außenbereich soll unter Mithilfe aller Bewohner angelegt und gemeinsam bewirtschaftet werden. „Durch diese aktive Nachbarschaft ist es den Menschen möglich, bis ins hohe Alter selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden zu leben“, erklärt Bettina Rudhof.

Raum der Begegnung

Zudem wird es eine Hausordnung geben, die in Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Bündnis für Familien entwickelt wurde. Zentraler Begegnungsort soll der große Gemeinschaftsraum mit angeschlossener Küche im Erdgeschoss werden. Er wird sich jedoch nicht nur für die Bewohner öffnen, betont Rudhof, sondern auch von den Nachbarn im Quartier genutzt werden können.

Planungsdezernent Mike Josef (SPD) sieht das Projekt „als starkes Signal für die Schaffung von nachhaltigem und bezahlbarem Wohnraum“. Genossenschaften und Wohngruppen würden in Zukunft noch mehr an Bedeutung gewinnen, ist er sicher. „In Frankfurt werden künftig 15 Prozent des Baulandes an sie vergeben“, versprach er.

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