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Altenheim Curanum: Altenheimbewohner haben den Rüden Mailo ins Herz geschlossen

Er ist blond, ziemlich behaart – und der wohl beliebteste Mitarbeiter im Altenheim Curanum am Wasserpark: der englische Labrador Mailo. Seit mehr als zwei Jahren „arbeitet“ er in dem Seniorenzentrum an der Friedberger Landstraße und bringt Leben in den Alltag der Bewohner und des Personals.
„Hey, schaut her, ich kenne mich hier prima aus“: Mailo läuft selbstständig durchs Erdgeschoss des Hauses Curanum Am Wasserpark. Foto: Leonhard-Hamerski „Hey, schaut her, ich kenne mich hier prima aus“: Mailo läuft selbstständig durchs Erdgeschoss des Hauses Curanum Am Wasserpark.
Innenstadt. 

„Mailo ist mein Baby“, sagt Manolya Asunkoca und streichelt dem englischen Labrador liebevoll über den Kopf. Er liegt unter dem Tisch im Gemeinschaftsraum im ersten Stock des Altenheims Curanum am Wasserpark und öffnet kaum seine dunklen Augen. „Er ist jetzt müde, er ist schon den ganzen Tag auf den Beinen.“ Mailo ist fester Bestandteil des Teams im Altenheim Curanum am Wasserpark, seit die Altenhilfepflegerin Manolya Asunkoca ihn vor fast zweieinhalb Jahren als elf Wochen alten Welpen bekommen hat. „Mailo bringt Leben ins Haus“, sagt ihre Chefin Barbara Kaffenberger. „Durch ihn ist es hier familiärer und authentischer.“

Ingeborg Lauer streichelt behutsam Mailos Kopf, und der Hund hält brav still. Das hat ihm sein Frauchen schließlich beigebracht. Bild-Zoom Foto: Leonhard-Hamerski
Ingeborg Lauer streichelt behutsam Mailos Kopf, und der Hund hält brav still. Das hat ihm sein Frauchen schließlich beigebracht.

Viele der insgesamt 122 Bewohner hatten selbst einmal Haustiere gehabt. So wie Rudi Reimann. „Ich hatte früher Hunde, unter anderem eine Deutsche Dogge“, erklärt der 96-Jährige. „Ich finde es sehr gut, dass Mailo hier ist. Die Leute freuen sich, wenn sie ihn sehen. Er ist ein ganz ruhiger Hund.“

Planschbecken bei Hitze

Im Sommer stellt Asunkoca für Mailo auf der Terrasse hinter dem Haus ein Planschbecken auf. „Herr Reimann kommt dann morgens und nachmittags, um mit Mailo im Wasser zu spielen“, sagt sie. So wie Rudi Reimann kümmern sich viele der Bewohner um den Rüden.

Aber es geht auch anders herum: „Eine Bewohnerin hatte einmal einen Schlaganfall und konnte ihren Arm nicht mehr bewegen. Sie wollte Mailo aber immer etwas zu Fressen geben und ihn streicheln und dadurch hat sich der Zustand ihres Arms jeden Tag ein bisschen verbessert“, sagt Asunkoca stolz. „Bis sie ihn irgendwann wieder ganz normal bewegen konnte.“

Wer guckt freundlicher in die Kamera? Frauchen Manolya Asunkoca oder ihr süßer Labradorrüde Mailo? Egal: Die Pflegerin und ihr „Haushund“ bringen Leben in den Alltag der Bewohner. Bild-Zoom Foto: Leonhard-Hamerski
Wer guckt freundlicher in die Kamera? Frauchen Manolya Asunkoca oder ihr süßer Labradorrüde Mailo? Egal: Die Pflegerin und ihr „Haushund“ bringen Leben in den Alltag der Bewohner.

Auch bei Bewohnern, die sich nicht so gerne pflegen lassen, ist Mailo behilflich. „Sobald er dabei ist, lassen sich die Bewohner plötzlich waschen und anziehen“, erklärt sein Frauchen. Eine andere Patientin litt vor einiger Zeit an einer Hirnblutung und lag im Sterben. „Sie hat auf nichts mehr reagiert, war im Wachkoma“, sagt Asunkoca. Doch auf Mailo habe sie dann reagiert. „Ich habe ihre Hand genommen und sie auf Mailo getan. Man hat in ihrem Gesicht und in den Augen eine Regung gesehen.“ Bei so manchen Bewohnern „öffnet sich der Geist, wenn Mailo kommt“, sagt sie.

Begleithund-Ausbildung

Seit einigen Monaten absolviert der Labrador eine Ausbildung zum Begleithund. „Er lernt dort, ruhiger zu werden“, sagt sein Frauchen. „Doch mir ist wichtig, dass Mailo immer noch seinen Charakter behält und nicht darauf trainiert wird, nur noch zu funktionieren.“ 22 von insgesamt 36 Stunden der Ausbildung haben Hund und Frauchen schon hinter sich gebracht. „Wir fahren dafür immer in eine Hundeschule in Kelsterbach“, sagt Asunkoca. Mailo macht die Ausbildung viel Spaß, sagt sie. „Nicht zuletzt, weil er in eine andere Hündin dort verliebt ist“, lacht die 36-Jährige.

Das Altenheim Curanum am Wasserpark ist Mailos Reich. „Er kann sich hier frei bewegen“, erklärt sein Frauchen. Meistens ist er jedoch auf der Station Eschersheim im Erdgeschoss des Hauses unterwegs. Dort, wo auch Asunkoca täglich arbeitet.

Im Personalraum hat der Rüde ein Körbchen, auf den Gängen liegen viele seiner Spielzeuge verstreut. „Manchmal geht er auch einfach in die Zimmer der Bewohner und klaut ihnen ihre Spielsachen“, sagt Asunkoca und lacht. Schlimm finden die Bewohner das nicht. Ganz im Gegenteil: „Mailo weiß genau, in welche Zimmer er gehen darf und in welche nicht.“ Manche Bewohner, die in anderen Stationen untergebracht sind, bringt Asunkoca regelmäßig zu Mailo. „Je nachdem, wie die Zeit das erlaubt“, so die Pflegekraft.

Aufstehen um 6.30 Uhr

Jeden Morgen beginnt für Mailo und sein Frauchen der Arbeitstag um 6.30 Uhr. „Mit der Übergabe vom Nachtdienst“, sagt Manolya Asunkoca. Mailo schläft dann erst einmal noch ein bisschen im Personalraum. „Ich versuche ihn schon bis zehn Uhr schlafen zu lassen“, erklärt die 36-Jährige. Denn der Labradorrüde brauche viel Schlaf, seine Tage sind anstrengend und lang. „Wenn wir nachmittags nach Hause fahren, ist Mailo echt platt. Meistens war er dann die ganze Zeit im Haus unterwegs und hat Patienten besucht.“ Doch es gibt auch Bewohner, die Mailo schon vor dem Frühstück besuchen wollen. „Manchmal erlaube ich das auch“, sagt Asunkoca.

Foto im Eingang

Dass Mailo ein echtes Mitglied des Pflegeteams ist, sehen Besucher bereits im Eingangsbereich. Zwischen den Porträtfotos von Pflegern und Pflegedienstleitung hängt auch ein Foto von dem Rüden an der Wand. „Er gehört einfach dazu“, sagt Frauchen Manolya Asunkoca – und spricht damit für das Personal und die Bewohner gleichermaßen.

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