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Verzögerungen: Alter Bahnhof: Abriss frühestens 2020

Wie so oft muss Tradition dem Neuen weichen. So auch am alten Niederräder Bahnhof, wo vor Jahren ein Traditionslokal aufgrund von geplanten Gleisausbauten der Bahn schließen musste. Viel getan hat sich nicht: Dem alten Gebäude kann man beim Verfall zusehen, während Bauarbeiter nur sporadisch gesichtet werden.
Der alte Bahnhof Niederrad verfällt: Schon vor Jahren musste die Gaststätte schließen, weil er abgerissen werden sollte. Nun verzögert sich das Projekt noch um mindestens zwei weitere Jahre. Foto: Michael Faust Der alte Bahnhof Niederrad verfällt: Schon vor Jahren musste die Gaststätte schließen, weil er abgerissen werden sollte. Nun verzögert sich das Projekt noch um mindestens zwei weitere Jahre.
Niederrad. 

Die Fenster und Türen des ehemaligen Bahnhofsgebäudes am alten Bahnhof in Niederrad sind mit Metallstangen versperrt, das Gelände wirkt heruntergekommen. Fünf Jahre ist es her, dass hier das letzte Bier über den Tresen gereicht wurde. Seit 1984 wurden die treuen Stammgäste des „Alten Bahnhof“ in dem urigen Gasthof mit Bier, Wein, Schnaps und Speisen versorgt. Im Herbst 2013 mussten Peter Liebler und seine Frau Renate ihr Traditionslokal jedoch schließen. Grund war ein geplanter Gleisausbau der Deutschen Bahn zwischen dem S-Bahnhof Stadion und der Abzweigung am Gutleuthof. Kosten: mittlerweile 300 Millionen Euro.

Zwar hatten Peter und Renate Liebler - schon bevor die Ausbaupläne der Deutschen Bahn konkret wurden - geplant, das Lokal zu verkaufen. Der potenzielle Nachfolger hatte aber schnell abgewunken, als er erfuhr, dass dem alten Gebäude 2016 der Abriss drohen würde. Eine finanzielle Entschädigung bekamen die Lieblers nicht. Zudem ist das Gebäude beim Landesdenkmalamt als „historisches Objekt der Mainbahn“ vermerkt.

Viel passiert ist seitdem auch nicht. Von Kindern und Jugendlichen wurde das Haus als Abenteuerspielplatz genutzt, Obdachlose übernachteten darin. Nun versperren Metallstangen den Zutritt.

Passiert da noch was?

Erst vor Kurzem wurde sichtbar mit Bauarbeiten begonnen. Der Inhaber der Metallbaufirma Schlosser, die ihren Sitz in der Lagerhalle am alten Niederräder Bahnhof hat, hat beobachtet, wie am Montag Bauarbeiter mit der Ausgrabung eines etwa ein Meter tiefen Loches begonnen haben. Auch das Geschäft des Metallbauers wird von dem geplanten Gleisausbau betroffen sein, denn auch die alte Lagerhalle soll abgerissen werden. „Wann ich raus muss, weiß ich aber noch nicht“, sagt er.

Die Pläne der Deutschen Bahn hatten schon im Vorfeld für eine Menge Diskussion gesorgt: Im Mai 2012 war der Projektbau in einer Ortsbeiratssitzung im Oberräder Depot vorgestellt worden. Demnach sollten die Umbaumaßnahmen 2016 beginnen und etwa sieben Jahre andauern. Die Niederräder kritisierten das Bauvorhaben stark, denn für sie bedeutet das sieben Jahre lang ununterbrochenen Baulärm.

Doch noch immer ist es ruhig, im und um den Niederräder Bahnhof. Auf Nachfrage dieser Zeitung hat Projektleiter Rudolf Ditzen nun bekannt gegeben, das der Gleisausbau nicht vor 2020 beginnen werde. Das Planfeststellungsverfahren habe sich verzögert, da es von mehreren Stellen noch Einwände gegeben habe. „Wir müssen erst das Baurecht abwarten“, sagt Ditzen.

Arbeiter suchten Kabel

Die Arbeiten, die beobachtet wurden, hätten lediglich dazu gedient, alte Kabel zu suchen, die vor Baubeginn beseitigt werden müssten. „Frühstens in zwei Jahren können wir mit dem Bau von Signal- und Kabelkanälen beginnen“, so der Projektleiter. Somit verzögert sich auch der Abriss des alten Bahnhofsgebäudes. Wann die alte Lagerhalle mit der Metallbaufirma geräumt werden müsse, hänge ebenfalls vom Baubeginn ab.

Jetzt müsse sich die Projektleitung erstmal um die Finanzen kümmern – denn die sind seit Planungsbeginn 2012 um 120 Millionen Euro gestiegen.

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