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Eltern sammeln Unterschriften und fordern weitere Betreuungsplätze: Am Berg fehlen Hortplätze

Von Eltern am Frankfurter Berg haben sich zusammengeschlossen, um mehr Hortplätze einzufordern. Denn die Frauen bangen um ihre berufliche Existenz.
Katrin Raetzel, Franziska Herzog (r.) und Zsuzsanna Poder (hinten) sammeln Unterschriften, unterstützt von Charlotte und Vanessa. Foto: Leonhard Hamerski Katrin Raetzel, Franziska Herzog (r.) und Zsuzsanna Poder (hinten) sammeln Unterschriften, unterstützt von Charlotte und Vanessa.
Frankfurter Berg. 

Jene Probleme, die Olga Cetiner im Frühjahr bei der Suche nach einem Hortplatz hatte, könnte sie im kommenden Jahr erneut erleben. Wieder wird eines ihrer Kinder eingeschult – und so wie sie fürchten auch andere Mütter am Frankfurter Berg die Frage: „Muss ich kündigen, weil ich keinen Betreuungsplatz bekomme?“

Cetiner hatte Glück: Im Juni erfuhr sie, dass ihr Sohn zum „Miniclub“ an der Albert-Schweitzer-Schule (ASS) gehen kann. Doch anders als Horte oder die erweiterte schulische Betreuung (ESB) der ASS endet der „Miniclub“ um 15 und nicht um 17 Uhr. „Und er findet nicht in den Schulferien statt. Diese zwölf Wochen muss ich irgendwie überbrücken.“

Bereits im vergangenen Jahr bekamen nicht alle Erstklässler der ASS, deren Eltern das wünschten, einen Betreuungsplatz, sagt Franziska Herzog. „Wir können keine genauen Aussagen machen, denn wir erfahren keine Zahlen.“ Also suchen die Eltern sie sich mühsam zusammen. Sie fragen die Kitas im Grundschulbezirk der ASS nach der Anzahl der Vorschulkinder, fragen in den drei Horten und der ESB nach frei werdenden Plätzen. Um zu wissen, was sie erwartet.

Schlechtes Verfahren

Ein Hort ist bereits überbelegt, im zweiten kommen auf dreizehn Vorschulkinder wohl fünf frei werdende Plätze. Nur beim dritten Hort halten sich die Zahlen wohl etwa die Waage, sagt Zsuzsanna Poder, die die Zahlen zusammenträgt. Und die erweiterte schulische Betreuung habe eine Warteliste.

Für die Eltern sei es ein Problem, dass sie nicht benachrichtigt werden, wenn sie keinen Hortplatz bekommen, sagt Cetiner. „Benachrichtigt wird nur, wer einen Platz bekommt. Alle anderen müssen nachfragen.“ Die Hortplatzvergabe sei meist im Februar. „Dann ist es zu spät, sich in einer anderen Einrichtung zu bewerben. Die Plätze sind dann auch dort vergeben“, sagt Katrin Raetzel. Die nächste Chance: Im April oder Mai vergebe die ESB ihre Plätze, im Juni der Miniclub. Sie arbeite zwar nicht voll, habe aber zwei Mal pro Woche Spätdienst. Bekommt ihr Kind nur einen Platz im Miniclub, sei das nicht mehr möglich.

Alle vier Mütter sind berufstätig, „aber alle nicht in Vollzeit, das wäre gar nicht machbar“, sagt Herzog. Und doch haben sie Angst, ihren Job an den Nagel hängen zu müssen. Als Vorbild genommen haben sie sich nun Mütter aus dem benachbarten Berkersheim, denen es genauso geht. Die haben der Stadt zwei Grundstücke genannt, deren Eigentümer bereit wären, sie der Stadt für einen Übergangshort zur Verfügung zu stellen. So lange, bis der Neubau der Berkersheimer Grundschule mit zusätzlichen Betreuungsplätzen fertig wird. Geplant ist das für Sommer 2018.

Container aufstellen

Ganz so weit sind die Mütter am Frankfurter Berg noch nicht. „Wir haben fünf potenzielle Grundstücke, auf denen man Container für eine zusätzliche Betreuung aufstellen könnte. Aber wir haben noch nicht mit den Eigentümern gesprochen“, sagt Zsuzsanna Poder. Eines davon jedoch, neben dem Kinderzentrum Am Ulmenrück, sei gut geeignet. „Dort standen bereits Container, als die Kita umgebaut wurde“, sagt Raetzel. „Alle nötigen Leitungen liegen dort. Man muss nur Container und Betreuer finden, um einen Hort einzurichten.“

Gemeinsam mit anderen Eltern sammeln sie Unterschriften für mehr Betreuungsplätze. Und sie versuchen zu erreichen, dass bestehende dreiviertel Hortplätze in ganze Plätze mit Betreuung bis 17 Uhr umgewandelt werden. Sie kritisieren aber auch das Vergabesystem, das berufstätige Eltern wie ihnen viel abverlange. Und sie wollen mit Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) ins Gespräch kommen. So wie die Berkersheimer, mit denen sich Weber zum Runden Tisch trifft. Zunächst aber wollen sie heute, Dienstag, den Ortsbeirat 10 um Beistand bitten. Der tagt dann ab 19.30 Uhr im IB Hotel an der Friedberger Warte.

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