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Richtfest: Am Gymnasium Nord gibt es mehr Platz als Schüler

Ab August hat das Gymnasium Nord ein zusätzliches Schulgebäude und eine Mensa. Dafür wurde gestern Richtfest gefeiert. Bis Ende des Jahres bekommt der kleine Schulcampus noch eine Turnhalle hinzu. Klagen will Schulleiter Michael Haas nicht. Insgesamt 50 Millionen Euro kostet das alles die Stadt und ist dabei nur ein Provisorium.
Nach den Worten von Baudezernent Jan Schneider (CDU) gab es in der neuen Mensa die erste Mahlzeit –  zumindest für die Bauarbeiter. Foto: Leonhard-Hamerski Nach den Worten von Baudezernent Jan Schneider (CDU) gab es in der neuen Mensa die erste Mahlzeit – zumindest für die Bauarbeiter.
Westhausen. 

Wenn im August das neue Schuljahr beginnt, haben die Schüler des Gymnasiums Nord ordentlich Platz. Das neue Schulgebäude feierte gestern nämlich Richtfest. Noch ist es zwar mit Baugerüsten eingekleidet. Doch bis nach den Sommerferien sollen die verschwunden sein. Zu den jetzigen 350 Fünft- und Sechstklässlern rücken dann rund 240 Schüler aus den Grundschulen nach. Auf acht neue fünfte Klassen werden diese sich verteilen. Mit dem neuen Gebäude hat die Schule aber Platz für 1200 Schüler.

Leer stehen werden die Räume aber nicht, sagte Schulleiter Michael Haas. „Wir haben für ein paar Jahre eine luxuriöse Situation und die nutzen wir auch.“ Lerngruppen können sich dann auf mehrere Räume verteilen, Projektgruppen bekommen eigene vier Wände.

Gewaltige Fertigbauteile

Dass hier direkt neben dem schmalen Schulhof, also nah an dem auffällig roten Schulgebäude an der Muckermannstraße, gebaut wird, stört den Lehrbetrieb laut Haas nicht. Etwa die Fenster zu öffnenen, wenn es in dem obersten Stockwerk sehr warm werde, sei kein Problem. „Wir haben es mit der Bauleitung so abgesprochen, dass besonders laute Arbeiten nicht während des Unterrichts erledigt werden“, sagte Haas. Wenn er davon erzählt, klingt es so, als ob es eher einen positiven Effekt hätte, weil „es so spannend ist, zu sehen, wie schnell hier unter dem großen Kran ein neues Gebäude entsteht.“ Das begeistere schon viele Schüler.

Die Bauarbeiten haben erst im Januar dieses Jahres begonnen. Das Haus wird aus Holzmodulen gebaut, darum geht es so schnell. Denn der kleine Schulcampus, der dort für 50 Millionen Euro entsteht, ist, wie so viele Schulbauten in Frankfurt, nur ein Provisorium.

Zum Gymnasium Nord gehört auch eine Turnhalle mit einem Feld. Seit Februar kann die genutzt werden. „Nach Kalbach müssen wir für den Schulsport nicht mehr fahren“, sagt Haas. Bis zum Ende des Jahres kommt noch eine Halle mit drei Feldern hinzu. Dafür werkeln die Bauarbeiter gerade am Fundament. „Im Herbst kommen dann die Modulbauteile“, sagte Julia-Susanne Berndt. Sie gehört zum Projektteam „Schulbau beschleunigen“. Um die Baustelle könnte sich bis dahin die Verkehrssituation etwas entspannen. Diese wurde zuletzt arg strapaziert, wenn die gewaltigen Fertigbauteile für das Haus angeliefert wurden.

Im Außenbereich der Schule kommt laut Berndt bis Ende des Jahres neben der neuen Mensa auch eine 100 Meter-Laufstrecke und ein Kleinspielfeld hin. Auch ein „grünes Klassenzimmer“ hätte sich die Schulleitung gewünscht. Dies sind Sitzbänke mit Tischen, die es erlauben, auch draußen eine Unterrichtsstunde abzuhalten.

Gut angebunden

Wie lange das Gymnasium Nord an der Muckermannstraße bleiben wird, ist bisher nicht abzusehen. „Wir richten uns jetzt erst einmal richtig ein“, sagte Schulleiter Haas. „Sicherlich werden die im August kommenden Fünftklässler hier bis zur zehnten Klasse bleiben, vielleicht sogar die Oberstufe besuchen.“ Eigentlich soll für die Schule in Preungesheim Ost ein dauerhafter Standort gebaut werden. Allerdings verzögere sich dort der Bebauungsplan, sagte Berndt. Verlässliche Aussagen darüber, wann wie wo gebaut werden könnte, ließen sich daher noch nicht treffen.

Klagen, wie man sie manchmal aus anderen Schulen hört, die nach Modulbauweise gebaut wurden, äußert Schulleiter Haas nicht. Auch sei die Schule mit zwei Schulbuslinien aus dem Norden und der U-Bahn-Linie 6 sehr gut angebunden. Nur wenige Eltern brächten ihre Kinder mit dem Auto. Die größte Aufgabe, vor der er die erst zweieinhalb Jahre alte Schule sieht, sei die wachsende Schülerschaft. „Bisher ist es hier mit 350 Schülern und 22 Lehrern alles sehr familiär“, sagt er. Auch herrsche eine Aufbruchsstimmung, die sich in dem Satz: „Wir entwickeln nun diese Schule“ ausdrücken ließe. Da müsse es gelingen, die neuen Schüler und die zwölf neuen Lehrer, die ab August dazu stoßen, in diese Gemeinschaft zu integrieren, sagt Haas. Für die Schüler gebe es daher ein Patenprogramm. Jeder neue Schüler bekommt einen oder zwei ältere Schüler, die ihn in die Schulgemeinschaft einführen. Auch für die Lehrer gibt es Ideen zum Team-Building. Platz gibt es dafür ja genug.

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