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Bundestagswahl: Amt bereitet seit Januar die Bundestagswahl für Frankfurt vor

Von Wählen ist gar nicht so schwierig: Stimmzettel nehmen, Kreuzchen machen und ab in die Urne. Doch damit es überhaupt dazu kommt, dass 424 500 wahlberechtigte Frankfurter am 24. September bis 18 Uhr ihre Stimme abgeben können, ist einiges an Organisationsaufwand nötig. Wir klären die wichtigsten Fragen.
Ein Wähler steckt in Stuttgart einen Wahlbrief in eine Wahlurne. Foto: Marijan Murat Ein Wähler steckt in Stuttgart einen Wahlbrief in eine Wahlurne.
Frankfurt. 

Was für die meisten ein kurzes Unterfangen ist, ist für Hans-Joachim Grochocki und sein Team ein Großereignis. Der Leiter der Geschäftstelle Wahlen ist dafür zuständig, dass die Bundestagswahl am 24. September in Frankfurt reibungslos verläuft. „Es ist wie ein Marathonlauf“, beschreibt er die Zeit der Vorbereitungen.

Doch wann beginnen die Vorbereitungen?

„Die ganze Wahlorganisation beginnt damit, dass der Wahltag bekanntgegeben wird“, erklärt Grochocki. In diesem Jahr geschah dies im Januar. Ab dann gibt es jede Menge zu organisieren. Unter anderem müssen die insgesamt 376 Wahllokale angemietet werden. Darunter sind in diesem Jahr elf neue. Ein Wahlbezirk darf dabei nicht mehr als 2500 Einwohner umfassen. Deswegen mussten in jüngster Vergangenheit zwei neue Wahlbezirke – einer in Sachsenhausen und einer auf dem Riedberg – definiert werden.

Welche Vorbereitungen müssen getroffen werden?

Bis zur Wahl müssen die Wahllokale mit allem Notwendigen ausgestattet werden, erklärt Grochocki. Ein eigener Fahrdienst bringt Urnen und deren Kabinenblenden in die einzelnen Lokale. Unterlagen und Stimmzettel werden den Wahlvorstehern rechtzeitig zugesandt. Ebenso muss das Personal – mehr als 4000 Wahlhelfer – gewonnen werden.

Auch die Formalien, die entscheiden, wer auf dem Stimmzettel steht, gehen durch die Hände im Wahlamt. Sind die Wahlvorschläge schließlich formal zugelassen, kann der Stimmzettel konzipiert werden. Die Reihenfolge der Parteien kann sich dabei von Wahl zu Wahl unterscheiden. Diesesmal richtet sie sich nach der Anzahl der Zweitstimmen bei der vorherigen Wahl. Die restlichen Parteien werden alphabetisch angefügt.

Warum haben die Stimmzettel ein Loch?

Die Stimmzettel werden zentral vom Hessischen Competence Center gedruckt. Dabei wird nichts dem Zufall überlassen: Sie müssen eine bestimmte Papierstärke haben, damit nichts durchschimmert, und auch deren Größe ist genau definiert. „Was viele irritiert ist das kleine Loch oben rechts in der Ecke“, berichtet Grochocki. Dieses hat jedoch einen guten Grund: „Es hilft Blinden und Sehbehinderten ihren Stimmzettel in eine Schablone zu schieben.“ Diese wird vom Blinden- und Sehbehindertenverband bereitgestellt, ebenso wie eine CD auf der eine Aufzählung aller Kandidaten aufgesprochen wurde.

Ist die Wahl sicher?

Auf diese Frage können Grochocki und seine Stellvertreterin Astrid Grund nur müde lächeln. „Wir werden ein nachvollziehbares Ergebnis haben“, verspricht der Projektleiter. Dass vor einigen Tagen das Magazin Zeit-online die Gefahr beschrieb, die Software mit der die einzelnen Wahlergebnisse übermittelt werden, könne leicht gehackt werden, haben auch die Frankfurter Planer zur Kenntnis genommen. Sorgen machen sie sich jedoch nicht: „Wir haben alle Sicherheitsmaßnahmen getroffen“, betont Grochocki und schweigt auf weitere Nachfragen. Die Gefahr einer digitalen Einflussnahme sei ohnehin nicht gegeben: „Die Zahlen stehen auf Papier, noch heute bewahren wir die Europawahl 2014 auf“, erklärt er. Jede Ungereimtheit könne im Zweifel also sicher geklärt werden.

Was macht das Amt eigentlich, wenn keine Wahl bevorsteht?

Eine Frage, die Hans-Joachim Grochocki häufiger hört. Einen Zeitpunkt, an dem keine Wahl zu Planen ist, gäbe es jedoch nicht. Schon jetzt, parallel zu den Vorbereitungen der Bundestagswahl, müssen die ersten Schritte der Oberbürgermeisterwahl am 25. Februar organisiert werden. Ohne zu wissen, wie diese ausgeht, muss dabei auch schon die mögliche Stichwahl am 11. März geplant werden. Im Herbst 2018 steht schließlich die Landtagswahl bevor und im Juni 2019 die Europawahl. Es gibt also immer etwas zu tun, in den Büros des Wahlamts.

Kann noch irgendetwas schiefgehen?

„Wir haben alles schon erlebt“, sagt Grochocki lachend. So habe einmal wenige Tage vor einer Wahl ein Wahllokal gewechselt werden müssen. Auch gab es schon mal einen Wintereinbruch am Tag einer Wahl. Doch die Organisatoren im Wahlamt sind mit all ihrer Erfahrung Meister im Improvisieren und geben alles, damit die Wähler am 24. problemlos ihre Stimme abgeben können.

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