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Korruptionsprozess um die "Cargo City Süd": Angeklagter nahm Schmiergelder an

Von Im Schmiergeldprozess um die „Cargo City Süd“ hat am Dienstag der Angeklagte Volker A. ausgesagt. Der frühere Fraport-Mitarbeiter gab zwar zu, Geld kassiert zu haben. Er betonte aber, dass die Zahlungen nicht seine Idee gewesen seien.
Volker A. Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst) Volker A.
Frankfurt.  Volker A. fehlte noch. Während sich die vier anderen Angeklagten schon zu Beginn des Korruptionsprozesses um die „Cargo City Süd“ geäußert hatten, schwieg der frühere Fraport-Mitarbeiter beharrlich. Zeugen kamen und gingen – kein Wort von A., höchstens mal ein geheimnisvolles Lächeln oder Stirnrunzeln. Nun brach der 52-Jährige, der sich beim Flughafenbetreiber um die „Cargo City Süd“ kümmerte und als Dreh- und Angelpunkt der Schmiergeldaffäre gilt, nach mehr als vier Monaten sein Schweigen. Die Einlassung, die er mit ruhiger Stimme verlas, nahm einen halben Prozesstag ein. Das Lächeln und Stirnrunzeln übernahmen dieses Mal die Anderen.

Zu Beginn räumte Volker A. zwar ein, im Zusammenhang mit der „Cargo City Süd“ Gelder kassiert zu haben. Er bezeichnete sein Verhalten auch als „Fehler“, der den Anschein der Bestechlichkeit erwecke. In der Folge versuchte A. aber darzulegen, dass er sich dieses Delikts weder im Fall der Firma „Cargoport“ (Ardi Goldmann) noch im Fall des Unternehmens „Harder Lambda“ (Jürgen Harder und Kai B.) schuldig gemacht habe.

Unerwartete Ankündigung

Volker A. gab an, dass nicht er, sondern der Makler Uwe S. die Idee zu den Zahlungen hatte, die die Staatsanwaltschaft als Schmiergeldtransfer wertet. Bei einem Geschäftsessen mit Fraport-Vertretern und Ardi Goldman, das sich um die Vergabe eines Erbbaugrundstücks an den Investor drehte, habe der Makler „unerwartet“ angekündigt, ihn – Volker A. – an seiner Provision zu beteiligen, sollte Goldman in der „Cargo City Süd“ zum Zuge kommen. A. sagte, dass er davon „vollkommen überrascht“ gewesen sei.

Der frühere Fraport-Mitarbeiter betonte, dass er entgegen der Darstellung der Staatsanwaltschaft kein leitender Angestellter, sondern nur ein einfacher Tarifangestellter ohne eigene Entscheidungsbefugnisse gewesen sein. Zum Zeitpunkt, als der Makler ihm Teile seiner Provision in Aussicht stellte, sei der Erbbaurechtsvertrag für Goldmans „Cargoport“ aus seiner Sicht bereits in trockenen Tüchern gewesen. Es habe zu Goldman „keine Alternative“ gegeben, weil sich niemand für dessen Grundstück in der „Cargo City Süd“ interessiert habe. „Es ist für mich nicht ersichtlich, was ich für Goldman hätte tun können.“

Auch im Zusammenhang mit Jürgen Harders Unternehmen „Harder Lambda“ habe er kein Zahlungen verlangt, sagte Volker A. weiter. Bei einem geschäftlichen Treffen in Hockenheim habe der Projektentwickler von sich aus eine Million Euro angeboten, sollte er ein Erbbaugrundstück in der „Cargo City Süd“ erhalten. A. sagte, dass Harder offensichtlich den Eindruck hatte, ohne seine Hilfe nicht an ein solches Grundstück zu kommen. A. räumte ein, diesem Eindruck nicht weiter entgegengetreten zu sein.

In Harders Fall kam es nicht zu einer Überweisung. Volker A. zeigt sich überzeugt, dass der Projektentwickler nie die Absicht hatte, eine Million zu zahlen. Er selbst habe das Angebot jedenfalls nicht ernst genommen. Harder habe es wohl nur gemacht, um an sein Ziel, einen Erbbaurechtsvertrag in der „Cargo City Süd“, zu kommen.

Intransparente Vergabe

Volker A. betonte, dass er die Interessen der Fraport in keiner Weise missachtet habe. Sein Ziel sei stets gewesen, „das Beste für die Fraport zu erreichen“. Er hätte auch dann nicht anders gehandelt, „wenn ich die Gelder nicht versprochen bekommen hätte“. Mit der Fraport und den zwei Vorgesetzten, die er vor seinem Ausscheiden hatte, ging der frühere Mitarbeiter hart ins Gericht: Diese seien nur darauf aus gewesen, das Maximum an Geld aus den Erbbaurechtsverträgen herauszuholen. Die Vergabeprozesse seien unter den beiden Chefs intransparent geworden, die Gleichbehandlung der Investoren sei nicht mehr gewährleistet gewesen. Weil er Kritik daran geäußert habe, sei er geschnitten und nicht mehr in die Vermarktung einer Erweiterungsfläche der „Cargo City Süd“ eingebunden worden, gab A. zu Protokoll. Er sei „gezielt schikaniert, demontiert und bis zu meinem Ausscheiden gemobbt worden“.

Goldman habe von dem Angebot des Maklers Uwe S. gewusst, ihn, Volker A., an Provisionszahlungen zu beteiligen. Das sei aus Gesprächen mit Goldman ersichtlich geworden, sagte A. Torsten Fuchs, Verteidiger des ehemaligen Fraport-Mitarbeiters, kündigte vor der Einlassung an, dass deren zweiter, abschließender Teil erst an einem späteren Prozesstag folgen wird – sehr zum Missfallen des Vorsitzenden Richters, der den Fortgang der Verhandlung gern befördern würde.

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