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Immer wieder Ausfälle: Anhaltendes Bus-Chaos lässt Harheimer verzweifeln

Von Verspätete oder ausfallende Busse sind ein Dauerthema in Harheim. Nun sammeln die Bürger ihre Erfahrungen. Sie wollen Druck ausüben, um endlich Abhilfe zu schaffen.
Warten auf den Bus: Ralf Kleinschmidt, Helmut Seuffert, Martin Wörner, Carmen Treulieb. Foto: Leonhard Hamerski Warten auf den Bus: Ralf Kleinschmidt, Helmut Seuffert, Martin Wörner, Carmen Treulieb.
Harheim. 

Es ist 8.30 Uhr morgens an der Bushaltestelle Am Eschbachtal in Harheim. Eine Dame kommt die Maßbornstraße hinunter. „Der 28er ist schon wieder nicht gekommen“, ruft sie einer Frau zu, die an der Bushaltestelle wartet. Gemeint ist der Bus der Linie 28, der nach Bonames zur U-Bahn-Haltestelle fährt. Auch der 25er-Bus fährt hier, bringt die Menschen zur S-Bahn-Station Berkersheim. Auf beide Linien sind die Harheimer angewiesen, auf dem Weg zur Arbeit wie auch zur Schule. Doch seit Jahren gibt es Probleme.

„Während meiner zehn Jahre als Ortsvorsteher gab es immer wieder Klagen. Aber so viele wie zurzeit waren es noch nie“, sagt Helmut Seuffert (Grüne). Sein Nachfolger Frank Immel (CDU) kennt auch die Klagen. Oft habe der Ortsbeirat bei Traffiq, der Nahverkehrsbehörde, vergeblich Verbesserungen angemahnt. „Wenn die Beschwerden nun so massiv sind, gibt es hoffentlich mehr Gesprächsbereitschaft.“

Wieder zu spät

An diesem Morgen gibt es weitere Ausfälle: Ralf Kleinschmidt erzählt, seine Tochter sei zu spät zur Schule gekommen. „Ihr 28er-Bus fiel aus. Und der nächste kam erst in Bonames an, als die U-Bahn bereits weg war.“ Kein Einzelfall, wie Martin Wörner erzählt. Vor allem die sich häufenden Ausfälle der Busse nach Bonames, von wo die Kinder zum Riedberg oder stadteinwärts fahren, sorgen für Probleme. „Auch auf dem Rückweg ist das blöd. Dann stehen die Kinder in Bonames, wenn ein Bus ausfällt“, sagt Ute Spoerel.

Für Carmen Treulieb ist das ein Politikum: Statt die städtische Verkehrsgesellschaft direkt mit dem Betrieb zu betrauen, würden die Buslinien ausgeschrieben. „Um die Folgen schert sich die Politik aber nicht.“ Wenn der „billig eingekaufte Linienbetreiber nicht liefert, kürzt Traffiq die Zahlungen, und die Fahrgäste haben Pech gehabt“.

Spoerel und andere Harheimer führen nun Buch über Ausfälle, Verspätungen und Defekte. Am 31. Januar etwa, sagt Spoerel, endete die Fahrt der Linie 25 am Harheimer Sportplatz: Die Türen ließen sich nicht mehr öffnen und schließen. „Der Fahrer ließ uns per Notentriegelung aussteigen.“ Beim nächsten Bus war eine Tür mit Seilen provisorisch fixiert. Kleinschmidt will diese Notizen nun sammeln, und zwar unter www.ig-harheim.de, der Internetseite der Interessengemeinschaft Harheim.

„In letzter Zeit gibt es in der Tat mehr Beschwerden aus Harheim und dem Frankfurter Norden insgesamt“, sagt Traffiq-Sprecher Klaus Linek. Auch Traffiq selbst sei „mit den Leistungen, die das von uns beauftragte Unternehmen erbringt, zurzeit nicht zufrieden. Wir drängen darauf, dass es schnell zu Verbesserungen kommt.“ Das Unternehmen wolle zwei Busse einer grundlegenden Wartung unterziehen. „Danach wird es hoffentlich besser.“

Keine Standardbusse

Teil des Problems sei, dass auf beiden Linien keine Standardbusse eingesetzt werden, erklärt Linek. „In Harheim sind es wegen der schmalen Niddabrücke Minibusse. Das führt zu der absurden Situation, dass im Berufsverkehr oft zwei Busse direkt hintereinander fahren, weil der Bedarf so groß ist.“ Auf der Linie 28 würden um anderthalb bis zwei Meter verkürzte Midibusse eingesetzt. „Von beiden Modellen werden weniger gebaut als von Standardbussen. Sie sind technisch weniger ausgereift und anfälliger.“ Zudem fahren auf der Linie 25 die ältesten Fahrzeuge.

Als Entschuldigung will Linek das aber nicht gelten lassen. „Es ist die Aufgabe des Unternehmens, den Betrieb sicher zu stellen.“ Schlechte Leistungen kosteten Strafzahlungen. „Aber daran liegt uns nichts: Wir wollen, dass der Betrieb gut läuft.“

(hau)
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