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Wenn Kunst auf Unrecht hinweist: Apartheid-Bank erinnert an Schicksal Farbiger in Südafrika

Braubachstraße, Berger Straße und jetzt Ferdinand-Happ-Straße: Die Apartheid-Bank setzt ihre Tour durch die Stadtteile fort. Sie soll Passanten zum Nachdenken animieren.
Im September stand die Bank vor dem Geschäft von Thomas Menzel (li.) in der Berger Straße. Mit der Kunstaktion erinnert Norbert Biba an ein dunkles Kapitel in der Geschichte Südafrikas. Foto: Holger Menzel Im September stand die Bank vor dem Geschäft von Thomas Menzel (li.) in der Berger Straße. Mit der Kunstaktion erinnert Norbert Biba an ein dunkles Kapitel in der Geschichte Südafrikas.
Ostend. 

Während des Apartheid-Regimes waren in Südafrika Sitzplätze in Bussen oder auf öffentlichen Bänken für Weiße reserviert, Farbigen und Schwarzen war das Hinsetzen dort unter Strafandrohung strikt verboten.

Auf dieses zutiefst unmenschliche Stück Geschichte soll die Apartheid-Bank hinweisen – bis Ende Januar steht sie jetzt im Scheck-In an der Ferdinand-Happ-Straße. So eine Sitzgelegenheit gibt es in Frankfurt kein zweites Mal. Sie ist zur Hälfte braun, der Rest mit weißer Farbe gestrichen.

Nachdenken

Eine Strafe will Norbert Biba, der die Idee zur Apartheid-Bank hatte, nicht verlangen, wenn jemand entgegen der Bitte die Sitzgelegenheit doch nutzen sollte. Der Frankfurter will die Menschen eher zum Nachdenken animieren. Sie sollen sich ins Gedächtnis rufen, welches Unrecht Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe in Südafrika hatten erdulden müssen.

Südafrika, das Land am untersten Zipfel Afrikas, kennt Biba übrigens sehr gut. Enge Kontakte dorthin pflegt er, weil er früher aktiv in der Anti-Apartheids-Bewegung mitgearbeitet und mittlerweile einige gute Freunde dort hat. An die 15 Mal war er schon in dem Land und studierte an Originalschauplätzen das Leben des späteren Staatspräsidenten Nelson Mandela.

Beim Besuch im Apartheid-Museum war Biba auf Bänke mit der Aufschrift „Whites only/Europeans only“ zu deutsch „nur für Weiße/Nur für Europäer“ aufmerksam geworden. Eine Volksabstimmung in der Schweiz, bei der sich die Eidgenossen dafür aussprachen, die Zuwanderung in ihr Land zu begrenzen, inspirierte Biba schließlich zu einem Kunstprojekt.

Große Resonanz

Er ließ Kleyerschüler die „Apartheid-Bank“ nachbauen und brachte die Aufschrift „Europeans only“ an. Im vergangenen Jahr stand die Bank schon einmal vor einem Uhrengeschäft an der Braubachstraße. „Sie kam sehr gut an bei Touristen und wurde fleißig fotografiert“, erinnert er sich. Die gute Resonanz nahm der 58-Jährige zum Anlass, die Bank an anderen Standorten erneut aufzustellen.

(bit)
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