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Art Bar sucht neue Räume

Seit sieben Jahren ist die Frankfurt Art Bar ein beliebter Treffpunkt für Musik-, Kultur- und Kunstliebhaber. Schon bald ist vorerst Schluss mit dem Betrieb, denn das Grundstück samt Gebäude wurde verkauft und soll abgerissen werden.
Sie weiß nicht, wohin der Weg der Art Bar führt: Inhaberin Janice Young in den Räumlichkeiten im Ziegelhüttenweg.	Foto: Rainer Rüffer Sie weiß nicht, wohin der Weg der Art Bar führt: Inhaberin Janice Young in den Räumlichkeiten im Ziegelhüttenweg. Foto: Rainer Rüffer
Sachsenhausen. 

"Irgendwo da draußen sind Räume, die auf uns warten. Wir haben sie bisher nur noch nicht gefunden", sagt Janice Young (53), Inhaberin der Frankfurt Art Bar, kurz FAB genannt. Vor sieben Jahren startete sie mit dem Betrieb in den ehemaligen Räumen einer Druckerei im Ziegelhüttenweg 32. Nun soll Ende Februar Schluss sein.

Janice Young ist traurig und verzweifelt. "Das Grundstück wurde verkauft. Die Räume sind von mir angemietet. Ich stehe nach sieben Jahren hier, verliere meinen Laden und kann nichts dagegen tun. Bald rollen die Bagger an und es soll, soweit ich weiß, ein Studentenwohnheim mit Tiefgaragenplätzen gebaut werden", erzählt sie. Vor rund drei Monaten habe sie davon erfahren, dass die FAB ausziehen muss. "Ich gehe seitdem jeder Möglichkeit nach, habe Kontakt zu Maklern und auch zur Stadt aufgenommen. Auch unsere Gäste versuchen mir zu helfen. Sie sind toll. Ich bekomme jeden Tag Mails mit Hinweisen auf leerstehende Ladenlokale." Leider habe sich bisher noch nichts ergeben.

Räume in der Nähe

Ihre Hoffnung, relativ nahtlos in neue Räume ziehen zu können, habe sie schon aufgegeben. "Ein großes Problem ist jetzt, dass wir Mitten in der Hauptsaison die Räume verlassen müssen." Die Suche gestalte sich aber als schwierig, da gleich mehrere Voraussetzungen gegeben sein müssten, um den Betrieb wie bisher fortführen zu können. "Die neuen Räume sollten zwischen 150 und 200 Quadratmeter groß und von der Miete her bezahlbar sein. Es sollte die Möglichkeit geben, Live-Musik zu spielen. Außerdem eine Küche und wenn möglich einen Sommergarten. Die Räume hier waren einfach ideal", so Young. Gut erreichbar für die Gäste, die Musiker und die Künstler und auch nicht so weit entfernt von ihrer eigenen Wohnung. "Wenn man einen gastronomischen Betrieb hat, muss man auch in der Nähe wohnen." Einen neuen Laden in einem anderen Stadtteil bedeute daher auch privat umzuziehen.

Janice Young, die vor über 30 Jahren aus England nach Deutschland kam, ist gelernte Köchin. Sie hat langjährige Erfahrungen in der Gastronomie, führte unter anderem zusammen mit ihrem Lebensgefährten Danny Kelly von 1990 bis zum Jahr 2000 den früheren Irish-Pub "An Sibin" in der Wallstraße. "Der Pub war in Kellerräumen und es gab dort leider keine Küche oder Außenanlage. Als ich die Räume hier zum ersten Mal sah, sind mir vor allem die Fenster aufgefallen, durch die das Tageslicht fiel. Das fand ich einfach toll", erinnert sie sich.

Viel Geld investiert

Die aktuellen Räume der FAB im Ziegelhüttenweg mussten damals jedoch erst einmal umgebaut werden. "Wir haben alles privat finanziert, keine Förderungen in Anspruch genommen. Dazu gehörte unter anderem, dass wir die Küche und den Kühlraum eingebaut haben, die es vorher nicht gab." Nach sieben Jahren hätten sich diese Investitionen aber noch nicht ausgezahlt. Im Gegenteil, denn mit dem bevorstehenden Auszug entstünden weitere Kosten, neben den Umzugskosten etwa auch Lagerkosten für das Inventar. "Wir haben zwei Möglichkeiten: Entweder wir lassen alles hier stehen, wie jetzt und es fällt den Baggern zum Opfer oder wir nehme es mit und müssen es dann lagern."

Mit der FAB hat sich Janice Young einen Namen weit über Frankfurt hinaus gemacht. "Wir versuchen hier ein Programm anzubieten, das jedes Alter anspricht. Donnerstags haben wir beispielsweise die "Open Stage", wo junge Musiker und Songschreiber eine Plattform bekommen. Es gibt "Stand up Comedy" oder auch Jazz-Live-Musik. Außerdem geben wir Künstlern die Möglichkeit, in den Räumen auszustellen", so Young. "Unsere Gäste kommen von überall her, ebenso die Musiker, die sogar aus dem Spessart oder Odenwald anreisen, um hier aufzutreten. Sie sind alle sehr traurig, dass bald Schluss sein soll." Janice Young hofft, dass sie schnellstmöglich den Betrieb an anderer Stelle fortführen kann.alf

Per E-Mail ist Janice Young unter info@frankfurtartbar.de erreichbar.

(Alexandra Flieth)
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