Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 16°C

Versuchter Totschlag: Attacke in der Straßenbahn: Messerstecher vor Gericht

Von Nur eine Notoperation rettete einem 57-Jährigen vor drei Jahren nach einem Messerstich das Leben. Nun muss sich der Täter, ein 64-Jähriger, vor Gericht verantworten. Der Prozess dürfte langwierig werden.
Die Statue Justitia ist zu sehen. Foto: Peter Steffen/Archiv Die Statue Justitia ist zu sehen. Foto: Peter Steffen/Archiv
Frankfurt. 

Ausgerechnet an der beschaulichen Endhaltestelle der Straßenbahnlinie 12 an der Rheinlandstraße (Schwanheim) ereignete sich im Mai 2014 eine blutige Auseinandersetzung. Ein 64 Jahre alter Drogenabhängiger hatte nach längerer Auseinandersetzung mit einem Bekannten (57) in dem Trambahnwagen die Nase voll von Bedrohungen und Beleidigungen. Er holte ein Messer aus der Tasche und stach zu. Er traf den Magen des Kontrahenten, der sich anschließend in akuter Lebensgefahr befand. Nur eine Notoperation rettete den 57-Jährigen. Unterdessen ließ sich der Täter noch am Tatort widerstandslos festnehmen.

Zunächst sollte er bereits im Herbst 2014 vor Gericht gestellt werden. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Anklageschrift wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung gegen ihn erstellt. Doch der desolate gesundheitliche Zustand des Beschuldigten machte allen Terminplanungen der Justiz einen Strich durch die Rechnung. Vom Untersuchungsgefängnis aus war er nämlich direkt ins Krankenhaus überstellt worden.

Nur eine Stunde pro Tag

Neben den Beeinträchtigungen durch eine jahrzehntelange Drogenabhängigkeit ist es auch eine Krebserkrankung, die dem 64-Jährigen zu schaffen macht. An eine Gerichtsverhandlung gegen ihn war deshalb lange nicht zu denken. Erst in diesem Jahr war er gesundheitlich soweit hergestellt, dass wenigstens eine Stunde pro Tag gegen ihn verhandelt werden kann. Ein mühsames Vorankommen steht also allen Beteiligten bevor. Am ersten Prozesstag reichte die Zeit noch nicht einmal dazu aus, dass die Staatsanwältin ihr Fragerecht wahrnehmen konnte.

Angeklagter hatte Angst

Der Angeklagte räumte den Messerangriff zwar ein, bestritt aber jede Tötungsabsicht – ein in Prozessen um Tötungsversuche nicht ungewöhnliches Aussageverhalten. Darüber hinaus deutete der Angeklagte auch an, dass er in einer Notwehrsituation gehandelt haben könnte. So habe ihn der Kontrahent nicht nur massiv beleidigt, sondern auch körperlich angegangen, so dass er Angst gehabt habe.

Warum man sich überhaupt gestritten hatte, blieb am ersten Verhandlungstag dagegen im Dunkeln. Nächste Woche wird weiterverhandelt. Die ursprüngliche Terminplanung mit zwei Fortsetzungsterminen wurde durch die Krankheit des Mannes völlig über den Haufen geworfen. Jetzt ist von einer Prozessdauer bis in den Dezember hinein die Rede.

Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse