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Auch die Insel ist ein Denkmal

Romantisch wird es beim diesjährigen Tag des offenen Denkmals. Das 19. Jahrhundert – Romantik, Realismus, Revolution – steht im Mittelpunkt. Im Frankfurter Angebot sind dabei auch Orte, die wohl die wenigsten für ein Denkmal halten.
Unter der Alten Brücke ist das hellgelbe Vereinshaus des Rudervereins eingebaut.	Foto: Weis Unter der Alten Brücke ist das hellgelbe Vereinshaus des Rudervereins eingebaut. Foto: Weis
Frankfurt. 

Eine Insel als Denkmal? Historisch jedenfalls ist die Frankfurter Maininsel. Deshalb steht auch sie auf der langen Liste der Frankfurter Angebote zum Tag des offenen Denkmals, der am morgigen Sonntag bundesweit begangen wird. Wer mag, kann sie erkunden.

Gastgeber auf der Insel unter der Alten Brücke ist seit weit mehr als 100 Jahren der Frankfurter Ruderverein 1865, der bis heute sein Bootshaus unterhalb der Brücke hat. Er lässt ausnahmsweise mal Nicht-Sportler aufs Gelände (11.30 bis 13 und 15 bis 18 Uhr) und bietet um 12, 15.30 und 17 Uhr Führungen und Diashows an.

Die Insel und der Ruderverein, die so gar nicht denkmalhaft wirken, passen dennoch perfekt zum diesjährigen Denkmaltag. Denn der rückt das 19. Jahrhundert in den Mittelpunkt. Und genau in diesem entstand die Insel, die aus einer Sandbank geschaffen wurde. Und mitten in dieses Jahrhundert, ins Jahr 1865, fällt die Gründung des Rudervereins.

Bewegte Zeit

Das 19. Jahrhundert war für Frankfurt ein bewegtes, die Stadt wuchs weit hinaus über ihre mittelalterlichen Grenzen, entwickelt sich nach 1871 zu einem Zentrum des neuen Reiches. Im Jahr 1805 begann man, die alten Festungswälle zu schleifen, der heutige Anlagenring entstand. Klassizismus war der angesagte Baustil der Zeit. Neue Stadtteile wuchsen Block um Block.

Einiges von dem, was damals als Profanbauten entstand, hat heute Denkmalstatus. Deshalb steht beispielsweise auch die Comeniusschule (Burgstraße 59) auf dem morgigen Veranstaltungsprogramm. In den Jahren 1882/ 83 wurde das imposante Schulhaus errichtet. Um 12 Uhr können es Interessierte morgen erkunden, ein Kurator des städtischen Denkmalamts, wird die Führung leiten.

Ebenfalls mehrheitlich eher Alltags- als Prunkbauten und zugleich Zeugnisse der Stadtentwicklung sind die historischen Zentren von Höchst und Sachsenhausen. Das heutige Bild der kleinen Rittergasse entstand im 18. und 19. Jahrhundert. Für den Denkmaltag haben sich die städtischen Experten allerdings einen "Neubau" ausgesucht: die Kleine Rittergasse 21. Dieses Gebäude wurde erst 1975 auf barockem Fundament historisierend aufgebaut wurde. Wer mehr erfahren möchte, kommt heute um 11 Uhr nach Alt-Sachsenhausen.

Im Höchster Zentrum gibt es ebenfalls jede Menge bauliche Spuren des Klassizismus, aber auch Historismus und Jugendstil. Zu erkunden morgen ab 11 Uhr bei einem geführten Spaziergang.

Am morgigen Angebot beteiligt sich auch die Initiative Pro Gaslicht und lenkt den Blick auf ein akut bedrohtes Denkmal aus dem 19. Jahrhundert – die Gaslaternen, wie sie beispielsweise noch im Holzhausenviertel zu finden sind. Deshalb ist morgen in der Justinianstraße 5 ein Infostand zu finden, an dem erzählt wird, wie in Frankfurts Straßen einst das Licht anging (12 bis 15 Uhr).

Kirchenführungen

Selbstverständlich stehen auch die großen Denkmäler und viele Kirchen auf dem morgigen Veranstaltungsprogramm, unabhängig von ihrem Baujahr.

So gibt es Führungen durch den Dom, die evangelische Stadtkirche in Höchst, (15 Uhr), die Katharinenkirche an der Hauptwache (15 und 17 Uhr) und die gerade in Renovierung befindliche St.Leonhardskirche. Dort wird um 11 Uhr die Denkmalkuratorin Daniela Fischer-Vöglin die neuestes archäologischen Funde vorstellen, um 13 Uhr erklärt Dombaumeister Robert Sommer, wie das Gotteshaus neu gestaltet wird.ing

Das Gesamtprogramm ist unter www.tag-des-offenen-denkmals.de zu finden.

(Inga Janovic)
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