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Ausschuss streitet über Besetzung von Museums-Posten: Auf den Chefsessel soll nicht irgendwer

Von Zwei Museen und auch das städtische Kulturamt sind derzeit ohne offizielle Chefs. Darüber, wie man die Besten an die Spitzen dieser Frankfurter Häuser lockt, wurde gestern im Kulturausschuss des Stadtparlaments gestritten.
Das Museum für Moderne Kunst ist derzeit ohne offiziellen Chef. Foto: Photographer: Axel Schneider, Frankfurt am Main Das Museum für Moderne Kunst ist derzeit ohne offiziellen Chef.
Frankfurt. 

Findet man per Stellenanzeige einen passenden Chef oder eine Chefin für das Museum für Moderne Kunst? Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) glaubt nicht daran, dass die Größen der Kunstszene, von denen sie gerne eine an den Main holen möchte, sich hinsetzen und eine Bewerbungs-E-Mail schreiben.

„Da geht es in gewisser Weise um einen Menschenschlag, der mit uns Normalsterblichen nicht vergleichbar ist. Wir wollen ja nicht irgendwen in dieses Haus holen“, begründete Hartwig ihre Entscheidung, persönlich nach einem oder einer Nachfolgerin für Susanne Gaensheimer zu suchen und dabei auf ein Ausschreibungsverfahren oder die Einberufung einer Findungskommission zu verzichten. Vor letzterem habe sie sogar ihr Amtsvorgänger Felix Semmelroth (CDU) „eindringlich gewarnt“. Hartwig hat ihre Fühler unter den Experten für die Kunst der Gegenwart offenbar schon ausgestreckt. „Ich bin auf einem sehr guten Wege und werde Ihnen hoffentlich demnächst Ergebnisse präsentieren können“, erklärte die Stadträtin den Parlamentariern im Kulturausschuss.

Prüfbare Qualifikation

Doch die nahmen das nicht als gute Botschaft auf: „Es ist nicht mehr zeitgemäß, sich allein auf die Expertise einer hervorragenden Dezernentin zu verlassen“, erklärte Sebastian Popp (Grüne). „Wir wünschen uns ein transparenteres Verfahren.“

Thomas Dürbeck (CDU) kritisierte, dass Hartwig nicht mit allen Museen gleich verfahre. Denn die ebenfalls offene Direktorenstelle des Museums Weltkulturen soll sehr wohl ausgeschrieben werden, sogar schon in den nächsten zwei, drei Wochen. Auch die Stellenanzeige für die Leitung des Kulturamtes sei so gut wie fertig. „Alle Amtsleiterpositionen, für die die Bewerber wissenschaftliche, prüfbare Qualifikationen vorlegen müssen, gehören selbstverständlich ausgeschrieben“, stimmte Hartwig zu.

Keine Ausschreibung

Fürs Museum Weltkulturen wünscht sie sich jemanden mit ausgewiesener ethnologischer Expertise, der dem Haus wieder eine Handschrift geben könne. „Aber die Leitung eines Museums der Gegenwartskunst verstehe ich mehr wie eine Intendanz. Da braucht es künstlerische Energie, Managerqualitäten, Fundraising-Erfahrung... Das sind die Menschen, die eine Stadt rocken“, so die Stadträtin, die betonte, dass sie selbstverständlich mit den städtischen Ämtern zusammenarbeite. Eine Ausschreibung will sie aber trotz der Einwände der Parlamentarier nicht aufsetzen.

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