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Auf den Spuren von Ernst May

Von Pünktlich zum 125. Geburtstag von Ernst May hat der Praunheimer Siedlerverein eine komplett überarbeitete und erweiterte Ausgabe von "May-Siedlung Praunheim 1927 – 2011" herausgebracht.
Können stolz auf ihr Buch sein: Siedlervereinsvorsitzender Fred Illenberger, Susanne Böhner und Hartmut Preßler präsentierten "May-Siedlung Praunheim 1927 – 2011" auf der Terrasse der Gaststätte "Zum neuen Adler" am Ebelfeld. Fotos: Seuffert (1)/ Siedlerverein (8) Können stolz auf ihr Buch sein: Siedlervereinsvorsitzender Fred Illenberger, Susanne Böhner und Hartmut Preßler präsentierten "May-Siedlung Praunheim 1927 – 2011" auf der Terrasse der Gaststätte "Zum neuen Adler" am Ebelfeld. Fotos: Seuffert (1)/ Siedlerverein (8)
Praunheim. 

Es war ein Experiment. Mehr als das. Es war eine durchdachte und genormte Revolution, mit der Ernst May Frankfurt zwischen 1925 und 1930 an den Stadträndern überzog. Den Anfang machte der Architekt in Praunheim, und die Praunheimer waren es auch, die "ihr" Geschenk zum 125. Geburtstag des Baustadtrats präsentierten: die gründlich überarbeitete und erweiterte Ausgabe von "May-Siedlung Praunheim 1927 – 2011", die der Siedlerverein am Montagabend im "Neuen Adler" vorstellte.

Wo immer man auf die von ihm geplanten Siedlungen trifft, sind sie unverkennbar: Ob Mehr- oder Einfamilienhäuser – schmuck- und ornamentlos sind sie, haben glatte Fassaden, Flachdächer, genormte Fenster und Türen, zumindest früher. Bis 1963 galt der alte Praunheimer Spruch: "Zeig mir Deine Haustür, und ich sage Dir, wer Du bist". Vorbei. Die Türen sind heute so vielfältig wie die Bewohner selbst es waren und sind. Das Buch des Vereins erzählt die Geschichte der mittlerweile 84 Jahre alten Siedlung so lebhaft, dass der Leser schon beim Durchblättern bei zahlreichen Bilden hängenbleibt: "Damaschke Anger" getrennt geschrieben – ein Fehler? Mitnichten. Lediglich die alte Schreibweise. Ein Bild aus heutiger Zeit aus dem "Ebelfeld", auf dem keine Autos zu sehen sind – eine Montage? Nein. Der HR hatte die Straße für einen Tatort-Dreh gesperrt. Nur zwei der zahlreichen Hingucker in dem 256 starken Buch. Dazu witzige, rührende und überraschende Bilder, die die Siedler selbst heraussuchten und zur Verfügung stellten, Skizzen, Pläne und Karten. Liebevoll zusammengestellt und betextet in Hunderten von ehrenamtlichen Stunden von engagierten Praunheimern.

Schon einmal brachten die Siedler ein Buch mit dem Titel heraus. Das war 2002, zum 75. Jubiläum des Siedlervereins. Doch die 1000 Exemplare der Erstausgabe waren schnell vergriffen, die Nachfrage endete nie, und in den vergangenen Jahren kamen zahlreiche neue Informationen und Bilder hinzu. 1500 Exemplare hat der Siedlerverein dieses Mal drucken lassen und mit Unterstützung einiger Sponsoren vorfinanziert. Nicht nur Vorsitzender Fred Illenberger ist überzeugt davon, dass auch dieses Buch reißenden Absatz finden wird. "Wir haben eine Mischung zwischen alten Geschichten, aktuellen Themen und den Zukunftsperspektiven. Damit ist das Werk nicht nur ein Bilder- und Geschichtenbuch für Jung und Alt aus der Siedlung, sondern auch ein Nachschlagewerk für Architekten, Architekturinteressierte und Historiker", sagte Illenberger.

Heute vor 125 Jahren geboren, wurde der studierte Architekt Ernst May 1925 Frankfurter Siedlungsdezernent, entwickelte und organisierte das "Neue Bauen", plante Stadtrandsiedlungen wie die Hellerhofsiedlung, die Römerstadt oder eben Praunheim. Insgesamt 23. Doch Praunheim ist die Siedlung, "in der nicht nur das Neue Frankfurt, sondern auch das Neue Bauen in der Weimarer Republik insgesamt entstand", sagte Architekt Prof. Dietrich Wilhelm Dreysse, der einst bei Ernst May studiert hat und der das Kapitel "Vom Kleinsten zum Feinsten" im May-Buch des Siedlervereins geschrieben hat. Das Wohnungsbauprogramm sei eine Revolution in Serie gewesen, ein Kraftakt, trotz aller Hindernisse Wohnungen zu bauen.

Mays Architektur war sozial verantwortlich, funktional und vor allem auch bezahlbar, auch wenn Spötter und Gegner sie derweil als Hundehütten bezeichneten: Für unzählige Frankfurter waren die Häuser eine Erlösung. Heute ist die Siedlung Praunheim ein Ort zum Wohlfühlen, den die Nachbarn gleich 33-fach am Ende ihres Buchs begründen. Zum Beispiel, weil Ernst May dereinst auch Hasenkästen entworfen hat. . .

Das Buch "May-Siedlung Praunheim 1927 – 2011" kostet 25 Euro. Das Büro des Siedlervereins, Am Ebelfeld Ecke Ludwig-Landmann-Straße, hat von heute bis Freitag von 17 bis 19 Uhr sowie am Samstag von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Auch beim Fest in der Römerstadt am Samstag (siehe Extratext) sind die Praunheimer vertreten. Dort gibt es das Buch zum Ernst-May-Geburtstags-Preis von 18 Euro.

Siehe auch KuS S. 1

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