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Gastro-Kolumne "Lokal Termin": Auf der "Wellenlänge" des guten Geschmacks

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An der eleganten Schiefer-Bar entspannen die Gäste von Juniorchef Christian Höll (li.) und Küchenchef Milan Seidenfaden. An der eleganten Schiefer-Bar entspannen die Gäste von Juniorchef Christian Höll (li.) und Küchenchef Milan Seidenfaden.

Manchmal kommen die guten Ideen ganz unverhofft. Wie der Name des Restaurants „Wellenlänge“ in Rüsselsheim. „Wir hatten eine Agentur dafür eingeschaltet“, erinnert sich Juniorchef Christian Höll. Doch letzten Endes sei ihm der Name über Nacht eingefallen. „Unsere Gäste sitzen ja mit Blick auf den Main und die Wellen.“ Die Aussicht lässt sich sowohl vom Restaurant als auch von der Terrasse aus genießen. Beides gehört zum „Höll am Main“ – einem Hotel, das Ende vergangenen Jahres eröffnet hat.

Der Gebäudekomplex ist bekanntlich kein Neubau und hieß früher mal „Mainlust“. Diesen Namen verdiente das Haus aber schon lange nicht mehr. Weshalb die neuen Eigentümer Roland und Gabriela Höll viel Geld und Kraft hineinstecken mussten. Warum sie das Projekt übernommen haben? „Mein Elternhaus liegt direkt daneben“, erzählt Christian Höll. „Außerdem sind wir Rüsselsheimer und hängen sehr an dieser Stadt. Auch wenn sie keinen so tollen Ruf hat.“ In Rüsselsheim werde immer viel geredet, aber wenige packten mal was an und zögen mal was durch. „Wir wollten zeigen, dass etwas geht.“ Und das ist der Familie auch gelungen. Zuvor musste sie die Gebäude allerdings komplett entkernen. „Wir haben 135 Tonnen Sperrmüll herausgeholt.“ Drei Jahre und etliche Auflagen an Schalldämmung und Brandschutz später kann sich das neue Boutique-Hotel mit seinen individuell eingerichteten Zimmern, Suiten und Studios wirklich sehen lassen.

Mittelpunkt des baulichen Schmuckstücks ist das Restaurant „Wellenlänge“. Durch große Panoramafenster, die sich über die ganze Breite des Lokals ziehen, fällt viel Tageslicht in den Gastraum. Klares Design und warme Farben schaffen eine behagliche Atmosphäre. Dass die Gäste hier gerne länger sitzen, liegt auch an den bequemen Stühlen, Sesseln und Hockern. Die Bar ist mit dünnem Schiefer beschichtet, „den wir von hinten beleuchten können“, erklärt der Juniorchef – der tatkräftige Unterstützung von Cousin Markus Höll bekommt.

Für den Posten den Chefkochs konnten die Gastronomen Milan Seidenfaden gewinnen. Und damit haben sie einen beachtlichen Fang gemacht: Schließlich war er früher nicht nur als Küchenchef im Restaurant „Français“ tätig, sondern hat sich auch mit dem „Cyrano“, seinem eigenen Lokal im Nordend, einen guten Ruf erworben. Nach einem längeren Zwischenspiel im Elsass, dort arbeitete er als Chefkoch im Restaurant „Karlbacher“, kehrte er ins Rhein-Main-Gebiet zurück. Und mit ihm die Schweinebäckchen (19 Euro), die er so wunderbar zuzubereiten versteht. Fleisch spielt ohnehin eine wichtige Rolle auf der Karte, und zwar Gegrilltes vom „Green Egg“, dem kultigen Keramikgerät. Zurzeit gibt es beispielsweise Rumpsteak aus Argentinien und Nebraska (250 und 400 g, für 22,50 bis 39,50 Euro) sowie Filetsteak vom deutschen Jungbullen (200 und 300 g für 29 und 39 Euro).

Bei letzterem ist die Garstufe perfekt getroffen. Sorgsam gebratenes Gemüse und Ofenkartoffeln, die nach frischem Thymian schmecken, begleiten das zartrosa Fleisch. Im Burger-Bereich halten Seidenfaden und Souschef Björn Völkner ungewöhnliche Varianten etwa mit Pulled Lamb bereit (15,50 Euro). Dessen feines Aroma harmoniert mit den übrigen Zutaten: Rotkohl, Radieschen, Zwiebeln und süßlich-pikanter Kumquat-Chili-Mayonnaise. Eine schöne Auswahl für Fisch-, aber auch Pasta-Fans ergänzt das Angebot mit mediterranem Schwerpunkt. „Wir sind ein bisschen italienverrückt“, sagt Höll. „Meine Eltern haben vor 25 Jahren ein Haus am Gardasee gekauft.“ Außerdem sind sie dort unter die Winzer gegangen.

Die Erzeugnisse aus den eigenen Weinbergen lagern im Gewölbekeller. Er gehört zu den ältesten erhaltenen Gebäudeteilen und präsentiert sich neben der offenen Küche als Attraktion. In der überwiegend mediterranen Kollektion findet sich auch der Lambrusco von Ceci aus der Emilia-Romagna (0,1 l für 4,50 Euro). „Der halbtrockene Spumante ist mein neuer Lieblingswein. Er wird auf Eis getrunken und garantiert ein Sommerhit.“ Weine, Cocktails und Spirituosen, darunter mehrere Ginsorten, werden auch auf der Terrasse serviert. Hier sollen demnächst mehrere „Green Eggs“ stehen. In ihnen gart Seidenfaden nicht nur Herzhaftes: Wie wäre es mit einer gerillten Ananas samt Kokossorbet und Whiskeysauce (8 Euro)? Klingt gut und schmeckt auch so. Denn der Küchenchef hat vor der Kochlehre eine Ausbildung zum Konditor absolviert.

Wellenlänge – Restaurant & Bar

Rüsselsheim, Mainstraße 17, Telefon (06142) 96 12 80, www.hoellammain.de, Mo–So 17.30–24 Uhr, Sitzplätze: 70 rinnen/60 außen, Küche: international

 

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