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Bauprojekt: Auflagen lassen „Porsche Design Tower“ schrumpfen

Von Bei Bauprojekten versucht die Stadt konsequenter als bisher, einen bestimmten Anteil von Sozialwohnungen durchzusetzen. Das gefällt nicht allen Investoren – vor allem, wenn sie Hochhäuser entwickeln.
Der „Porsche Design Tower“ wird auf Basis des Entwurfs von Blauraum-Architekten geplant, der im Wettbewerb den zweiten Preis erhalten hat. Der „Porsche Design Tower“ wird auf Basis des Entwurfs von Blauraum-Architekten geplant, der im Wettbewerb den zweiten Preis erhalten hat.
Frankfurt. 

Schon vor eineinhalb Jahren sollte mit dem Bau des „Porsche Design Towers“ im Europaviertel begonnen werden. Doch auf dem Grundstück an der Emser Brücke tut sich immer noch nichts. Die Planungen für das Wohnhochhaus laufen mittlerweile mit einem neuen Architekturbüro. Und offenbar wird der Turm niedriger als ursprünglich konzipiert.

Entsprechende Informationen dieser Zeitung bestätigte Mark Gellert, der Sprecher des Planungsdezernats. War bisher von 100 Metern die Rede, könnte der Wohnturm jetzt nur noch 80 Meter hoch werden – so wie es im Bebauungsplan vorgesehen ist. Alfred Hildebrandt, dessen Unternehmen für die Vermarktung des Projekts zuständig ist, lehnte eine Stellungnahme ab und verwies auf eine Pressemitteilung in wenigen Tagen.

Vermarktung erschwert

Hintergrund für die Höhenbegrenzung ist das Bemühen der Stadt, bei Bauprojekten einen gewissen Anteil an gefördertem Wohnungsbau durchzusetzen. Einen rechtlichen Hebel gibt es vor allem bei Abweichungen vom Bebauungsplan: In diesem Fall müssen Investoren auf 30 Prozent der zusätzlich genehmigten Fläche Wohnungen zu vergünstigten Mieten anbieten. Anders als früher können sie nicht auf benachbarte Areale ausweichen, sondern müssen die Wohnungen auf dem Grundstück selbst errichten. Das gilt auch für Hochhäuser.

Viele Investoren machen das nicht gern – wegen der geringeren Rendite und weil die gemischte Nutzung eines Wohnhochhauses die Vermarktung erschwert. Vermeiden können sie den Bau von Sozialwohnungen nur, wenn sie sich genau an die Vorgaben des Bebauungsplans halten – im Fall des „Porsche Design Towers“ bedeutet das eine Beschränkung auf 80 Meter Höhe. Dezernatssprecher Gellert betont, dass die Stadt auch dann mit Investoren über geförderten Wohnungsbau spreche, wenn sie keine juristische Handhabe hat. Es gehe um die „gesamtgesellschaftliche Verantwortung“.

Gegen Ghettobildung

Rechtsanwältin Nina Jarass Cohen von der Kanzlei FPS, die Bauherren berät, sieht im strikten Vorgehen der Stadt positive Aspekte. „Eine gesellschaftliche Durchmischung hilft, einer Ghettobildung vorzubeugen, die hohe Folgekosten für das Allgemeinwesen mit sich bringt“, sagte sie am Dienstag bei einer Veranstaltung des Beratungsunternehmens Immoconcept.

Dessen Geschäftsführer Bernd Lorenz stellt einen weiteren Vorteil heraus: „Wenn klar ist, welche Auflagen die Stadt macht, wirkt sich das auch auf den Grundstückspreis aus.“ Eine Entspannung könne dem Markt nur gut tun.

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