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A 661: Aus vier mach sechs

Weil dort die Gefahr von Staus groß ist, will die Bundesregierung die A 661 im Osten Frankfurts auf sechs Spuren erweitern. Kritiker fürchten, dass Geld verschleudert wird und Lärm- und Schadstoffschutz auf der Strecke bleiben.
Frankfurt. 

Eng geht es zu auf der Autobahn A 661 im Frankfurter Osten. Vor allem zwischen Friedberger Landstraße und Offenbach droht in der Hauptverkehrszeit oft Stau. Das hat auch das Bundesverkehrsministerium in einer Engpassanalyse für den Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2015 erkannt – und will die Autobahn von vier auf sechs Spuren ausbauen. In zehn bis 15 Jahren, erklärt Kathrin Brückner von der Planungsabteilung der Landes-Straßenbaubehörde Hessen Mobil, könnte es soweit sein.

Das Vorhaben ruft Kritiker wie das Aktionsbündnis Unmenschliche Autobahn (AUA) auf den Plan. Erst 2022 solle doch der Riederwaldtunnel eröffnen, der die A 661 bis dahin zwischen Seckbach, Bornheim und Riederwald zur Baustelle macht. „Kaum ist die Autobahn fertig, wird sie zum Teil wieder abgerissen und neu gebaut? Das ist doch Geldverschwendung“, sagt AUA-Sprecher Friedhelm Ardelt-Theek. Er fordert, alle Arbeiten an der A 661 und dem Riederwaldtunnel einzustellen und die Ausbaupläne abzuwarten.

 

Teilausbau längst geplant

 

Pläne für eine sechsspurige A 661 zwischen dem Homburger und dem Offenbacher Kreuz sind nicht neu. So ist der Abschnitt zwischen Offenbach-Taunusring und Autobahnkreuz Offenbach längst sechsspurig. Zwischen Homburger Kreuz und Eckenheim ist der Ausbau bereits im letzten 2004 erstellten BVWP und dem daraus entstandenen Gesetz als „vordringlicher Bedarf“ enthalten. Neu angemeldet hat Hessen Mobil den Ausbau zwischen Eckenheim und Hanauer Landstraße.

Bei der Forderung nach einem Baustopp geht es auch um den Lärm- und Schadstoffschutz für die Menschen im Frankfurter Osten, erklärt AUA-Sprecher Friedhelm Ardelt-Theek. Zumal Hessen Mobil auch den Ausbau der A 66 zwischen Frankfurt und Hanau von sechs auf acht Spuren plane.

„Es wäre ein nicht zu überbietender Schildbürgerstreich, würden die für den Bau der Autobahnen sowieso nötigen Planänderungsverfahren durchgeführt, ohne die Ausbaumaßnahmen gleich mitzuplanen“, so das Aktionsbündnis in einer Presseerklärung. Zumal der A-661-Ausbau in die neue Kategorie „Vordringlicher Bedarf plus“ falle, die zum Beseitigen von Engstellen schnell umgesetzt werden soll, sagt Ardelt-Theek. Erst in die Planung für den sechsspurigen Ausbau der A 661 fließe eine neue Bewertung von Lärm- und Schadstoffschutz ein. Bis dahin blieben sechs Stadtteile „schutzlos den extremen Lärm- und Schadstoffemissionen ausgesetzt“.

Der Sprecher der Bürgerinitiative Riederwald, Rainer Frey, fürchtet, dass bei einem Ausbau der A 661 und der A 66 um jeweils zwei Spuren der sechsspurige Riederwaldtunnel schon bei seiner Inbetriebnahme 2022 zu klein sein könnte.

Diese Gefahr sieht Kathrin Brückner nicht. So werde die Anmeldung des achtspurigen Ausbaus der A 66 bis zum Hanauer Kreuz nach „einem genauen Blick in die Engpassanalyse“ zurückgenommen. Als Engpass gilt, wo oft Staugefahr besteht. Der Bund sehe einen Engpass nur zwischen der Anschlussstelle Hanau-West und dem Autobahnkreuz Hanau. „Dies ist der einzige Abschnitt, der noch vierspurig ist. Wir werden ihn daher für den sechsspurigen Ausbau anmelden. An den anderen Abschnitten ändert sich nichts.“

Kommentar Taktieren beim Lärmschutz

Wer in der Hauptverkehrszeit von der Friedberger Landstraße auf die A 661 gen Süden auffahren will, überlegt es sich zwei Mal – denn oft fährt er direkt in einen Stau. Ein Ausbau scheint also sinnvoll.

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Noch reichen vier Spuren

 

Auch reiche aus Sicht von Hessen Mobil der derzeitig vierspurige Ausbaustand der A 661 am neuen Dreieck Erlenbruch, das die Autobahn an den Riederwaldtunnel anschließen wird, zunächst noch aus. Eine Umplanung sei daher nicht so dringlich, sagt Brückner.

Einen Stopp für den Bau von Erlenbruchdreieck und Riederwaldtunnel hält Brückner nicht nur für unnötig. Das Land sei sogar verpflichtet, weiterzubauen. Ein Zusammenlegen mit dem sechsspurigen Ausbau der A 661 sei nicht sinnvoll, weil gar nicht feststehe, welche Priorisierung der Bund dem Projekt gebe. „Selbst wenn der Bund einen vordringlichen Bedarf feststellt, bedeutet das nicht, dass die Planung sofort beginnt. Land und Bund legen den Schwerpunkt nicht auf den Ausbau, sondern den Erhalt von Autobahnen.“

(hau)
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