E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 24°C

Ausstellung: Ausgebranntes Polizeiauto soll nicht an der Uni gezeigt werden

Von Polizeipräsident Bereswill und Sicherheitsdezernent Frank verurteilen eine provokante Kunstaktion: Ein ausgebranntes Polizeiauto, das erst im Bahnhofsviertel stand und dann in der Städelschule ausgestellt wurde. Die Künstlergruppe freut sich über die Aufregung. An der Goethe-Uni soll das umstrittene Objekt nun doch nicht zu sehen sein.
„Sehen den Rauch ausbrennender Einsatzwagen, der sich mit dem warmen Licht der Abendsonne mischt“: Dieses Ausstellungsstück stieß beim Rundgang der Städelschule auf reges Interesse. Foto: BERNDKAMMERER@GMX.NET (Presse- und Wirtschaftsdienst) „Sehen den Rauch ausbrennender Einsatzwagen, der sich mit dem warmen Licht der Abendsonne mischt“: Dieses Ausstellungsstück stieß beim Rundgang der Städelschule auf reges Interesse.
Frankfurt. 

Der Künstlergruppe „Frankfurter Hauptschule“ geht es vor allem um Provokation. Die aktuelle Aufregung um ihr neustes Werk kommt den anonym auftretenden Mitgliedern daher gelegen. Es ist ein ausgebrannter Streifenwagen, der zunächst im Bahnhofsviertel stand und am Wochenende beim Rundgang der Städelschule zu bestaunen war. Ergänzt durch überdreht pubertär wirkende Online-Videos, in denen sich Vermummte mit Vorschlaghammer und Dildos über das Polizeiauto hermachen.

Besonders abstoßend

Dazu spricht eine Frau aus dem Off einen Text, über den sich der Frankfurter Polizeipräsident besonders aufregte: „Wir sehen Horden von vercrackten Zombies mit abgesägten Schrotflinten durch die Münchener Straße patrouillieren, wir sehen den Rauch ausbrennender Einsatzwagen, der sich mit dem warmen Licht der Abendsonne mischt – und wir lächeln.“ Polizeipräsident Gerhard Bereswill bezeichnete die gesamte Aktion in einer offiziellen Mitteilung als „Aufruf, der Übergriffen und Gewalttaten auf Polizeibeamte den Boden bereitet“. An dieser Stelle ende für ihn die künstlerische Freiheit. Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU) schloss sich der Kritik an. „In Zeiten, in denen wir wirklich dankbar sind für engagierte Menschen, die Uniform anziehen und sich in den Dienst der Gesellschaft stellen und damit ihre soziale Kompetenz tagtäglich unter Beweis stellen, ist diese Aktion besonders abstoßend“, teilte Frank mit.

Die Künstler reagierten gelassen bis erfreut: „Wir spielen unsere Rolle als verrückte Künstlergruppe, er [der Polizeipräsident] spielt seine Rolle als brüskierter Ordnungshüter. So weit scheint uns alles seine Richtigkeit zu haben“, schrieb die „Frankfurter Hauptschule“ unserer Zeitung.

Eindeutige Stellungnahme

Die Städelschule will sich aus der Diskussion offenbar heraushalten. Rektor Philippe Pirotte war trotz wiederholter Anfragen bisher weder zu einem Gespräch noch zu einer schriftlichen Stellungnahme zu bewegen. Und auch der für die staatliche Kunsthochschule zuständige Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) will nichts zu der umstrittenen Kunstaktion sagen.

Eindeutig fällt hingegen die Stellungnahme der Goethe-Universität aus. Die „Frankfurter Hauptschule“ hatte angekündigt, dass das verschmorte Polizeiauto ab 8. März bei der Uni-Ausstellung „Kunst der Revolte – Revolte der Kunst“ im Studierendenhaus zu sehen sein wird. Doch daraus wird wohl nichts. „Das Präsidium distanziert sich klar von Gewalt und gewaltverherrlichenden Darstellungen, da diese nicht im Einklang mit dem Leitbild der Goethe-Universität stehen“, teilte Hochschulsprecher Olaf Kaltenborn mit. „Der ausgebrannte Polizeiwagen soll nach Auskunft der Kuratorinnen nicht in der Ausstellung der Goethe-Universität gezeigt werden.“

Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen