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Lernbedingungen an der Paul-Ehrlich-Schule: Auszubildende begehren auf

Von Im Winter Unterricht in Jacken, im Sommer ist die Hitze unerträglich: Seit Jahren sind die Baumängel an der Paul-Ehrlich-Schule in Höchst unhaltbar. Jetzt gehen die Azubis in die Offensive.
Die IG BCE-Bezirksjugend Rhein-Main hatte Lokalpolitiker aus dem Ortsbeirat zu einer Gesprächsrunde eingeladen. Allerdings entscheidet der Ortsbeirat nicht – Grüne und SPD haben aber ihre Unterstützung zugesagt. Bilder > Foto: Maik Reuß Die IG BCE-Bezirksjugend Rhein-Main hatte Lokalpolitiker aus dem Ortsbeirat zu einer Gesprächsrunde eingeladen. Allerdings entscheidet der Ortsbeirat nicht – Grüne und SPD haben aber ihre Unterstützung zugesagt.
Höchst. 

Unter den Auszubildenden am Standort Höchst wächst die Unzufriedenheit. Grund dafür ist der Zustand der Berufsschulen: Top-Ausbildung bei Provadis für die Standort-Unternehmen im Industriepark Höchst auf der einen Seite, der unternehmerischen – marode Berufsschulen auf der anderen Seite, der öffentlichen. Vor allem an der Paul-Ehrlich-Schule (PES) in der Brüningstraße sieht es derzeit düster aus: Schon einmal war überlegt worden, die Schule komplett abzureißen und neu zu bauen. Das ist einige Jahre her. Passiert ist seitdem nichts.

Frühestens 2020

Die Höchster Paul-Ehrlich-Schule ist die hessenweit größte Berufsschule im Bereich Chemie-, Physik- und Biologietechnik. Die Sanierung des maroden Schulbaus aus den 1970er Jahren wurde und wird immer wieder verschoben. Auch im Haushaltsjahr 2013 / 14, als die notwendigen Mittel vorhanden waren, musste die Schule mal wieder zurückstehen. Mittlerweile spricht die Stadt Frankfurt von einem „möglichen Sanierungsbeginn“ im Jahr 2020, also frühestens in vier Jahren.

Damit will sich die Bezirksjugend der Industriegewerkschaft Bergbau-Chemie-Energie (IG BCE) nicht abfinden. „Eine neue Legislaturperiode steht wieder vor der Tür, und viele wichtige bildungspolitische Themen sind in der letzten wieder unbehandelt geblieben. Der Zustand an den beruflichen Schulen in Höchst hat sich weiterhin verschlechtert, und Auszubildende sowie Lehrer wurden von der Politik im Stich gelassen“, klagt Aman Yoseph von der IG BCE. Die IB BCE-Jugend Rhein-Main hatte deswegen zu einer Diskussionsveranstaltung in einen Saal von Provadis am Industriepark geladen.

Neben Chemie- und Biologielaboranten bildet die Paul-Ehrlich-Schule Drogisten, Zahntechniker, Pharmakanten, Tierpfleger und weitere Berufe aus. Ihr Ruf ist überzeugend, aber die Räumlichkeiten kommen nicht mit: Im Winter sitzen die Schüler in ihren Jacken im Unterricht, weil es durch die mit Klebeband notdürftig isolierten Fenster zieht. „Die Heizung funktioniert nicht“, sagt Vanessa Pruß, Vorsitzende der IG BCE-Jugend Rhein-Main. Im Sommer sei die Hitze in den Räumen unerträglich. Die Fenster sind blind, die Toiletten verranzt, die Räume schäbig. „Wenn man mit den Auszubildenden spricht, stehen die Klagen über die Zustände an der Schule ganz weit vorne“, weiß Pruß. Eine Modernisierung, darüber wird seit Jahren gesprochen, käme wohl so teuer wie ein Neubau.

Zustand schnell ändern

Die Diskutanten waren sich einig: Die Zustände an der Paul-Ehrlich-Schule müssen sich endlich ändern, das Gebäude muss endlich saniert werden. Auf dem Podium saßen Hubert Schmitt (Fraktionsvorsitzender der SPD im Ortsbeirat), Thomas Schlimme (Fraktionsvorsitzender der Grünen im Ortsbeirat), Provadis-Chef Udo Lemke sowie Vanessa Pruß. Der Vertreter der CDU hatte kurzfristig wegen anderer Termine abgesagt. Moderiert wurde die Veranstaltung von Marion Palme von der IG BCE.

Dass das Thema bewegt wurde bei der lebhaften Diskussion in dem voll besetzten Saal deutlich. Viele Zuhörer saßen auf dem Boden, weil es nicht genügend Sitzplätze gab. Auszubildende und Berufsschüler waren gekommen und hörten, wie die Parteienvertreter versprachen, sich für ihre Schule einzusetzen.

„Es wird auch Zeit“, sagt Ralf Erkens, der Bezirksleiter der IG BCE Rhein-Main, „sonst kriegen wir ein Problem für den Standort, wenn wir keine jungen Leute mehr für eine Ausbildung im Umfeld des Industrieparks begeistern können.“ Die Bezirksjugend will weiter Druck machen – und hat die Unterstützung der Gewerkschaft: „Die chemische Industrie leistet in Frankfurt einen hohen Steuerbeitrag, den es in die Köpfe unserer jungen Kolleginnen und Kollegen wieder zu investieren gilt“, fordert Erkens. Noch ist er allerdings „skeptisch, dass bis 2020 eine Lösung gefunden wird“.

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