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Autobahndeckel: Viele offene Fragen

Von Nächstes Jahr will Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne) ein neues Wohnquartier zwischen Bornheim und Seckbach auf den Weg bringen. Voraussetzung dafür ist die Einhausung der Autobahn A 661. Der Deckel könnte möglicherweise kürzer und damit billiger werden.
Frankfurt. 

Es ist das ehrgeizigste Projekt, das sich Planungsdezernent Olaf Cunitz für seine Amtszeit vorgenommen hat: Mit einem Deckel über der A 661 zwischen Bornheim und Seckbach will er die Voraussetzungen für ein neues Wohngebiet schaffen. Doch noch sind viele Fragen offen.

So ist zum Beispiel noch nicht klar, wie lang der Tunnel werden soll. Es gebe mehrere Varianten, sagte gestern Mark Gellert, der Sprecher des Planungsdezernats. Die sähen verschiedene Längen bei der Einhausung zwischen 400 und 1300 Meter vor. Es sei auch möglich, den Tunnel zwischendurch zu unterbrechen. Das bringe keine Nachteile für den Lärmschutz, aber erhebliche Vorteile bei den einzuhaltenden Sicherheitsvorschriften und bei der Entlüftung. Dadurch könnte das gesamte Bauwerk, dessen Kosten bisher auf rund 200 Millionen Euro geschätzt werden, deutlich günstiger werden.

Weniger Wohnungen

Offen ist auch, wie groß das Wohngebiet werden könnte. Das Planungsdezernat rechnet derzeit nur noch mit 3000 bis 3600 Wohnungen statt der zwischenzeitlich ins Auge gefassten 4000. Denn die Blumen-Großmarkthalle am Autobahn-Anschluss Friedberger Landstraße lässt sich wohl nicht verlegen, weil der Eigentümer kein Interesse daran hat.

Eine größere Kooperationsbereitschaft gibt es hingegen laut Gellert bei anderen Grundstückseigentümern. Ein wesentlicher Teil des Wohngebietes würde auf Kleingartenarealen liegen. Seit geraumer Zeit führt das Stadtvermessungsamt Gespräche, um die Chancen für eine Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme auszuloten.

Dieses Verfahren, bei dem die Stadt die Wertsteigerung der Grundstücke abschöpft, nimmt erhebliche Zeit in Anspruch. Deshalb erwägt das Planungsdezernat, einfacher zu entwickelnde Grundstücke unabhängig von der Einhausung in Angriff zu nehmen. Das betrifft unter anderem das sogenannte Innovationsquartier, in dem Wohnmodelle mit weniger privaten Autos ausprobiert werden sollen. Dieses liegt zwischen der Autobahn und der Friedberger Landstraße größtenteils auf der aufgegebenen Trasse der Alleenspange. Die Grundstücke gehören dem Bund, der Stadt sowie einigen Stiftungen und könnten relativ schnell mit 1300 bis 1400 Wohnungen bebaut werden.

Kein Geld vom Bund

Im ersten Halbjahr 2015 will Cunitz dem Stadtparlament eine Vorlage für das Ernst-May-Viertel präsentieren. Dann wird er eine Schätzung vorlegen, wie teuer das gesamte Projekt nach Abzug der zu erwartenden Grundstückserlöse wird. Klar ist: Die Stadt muss das Vorhaben größtenteils allein bezahlen, von Land und Bund werden keine nennenswerten Zuschüsse zu erwarten sein. Das hatten die Verkehrsministerien in Wiesbaden und Berlin bereits vor einiger Zeit deutlich gemacht. Annette Rinn, Fraktionschefin der FDP im Römer, wundert sich darüber nicht: Erfolgversprechender sei es, die Finanzierungswünsche an den Weihnachtsmann zu richten . . .

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