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ADFC kritisiert: Autobahnsanierung bremst Radler aus

Von Der Niddauferweg zwischen Sossenheim und Rödelheim ist nicht nur schön, er ist auch eine wichtige Radroute für Berufspendler. Nun wird er für zwei Jahre gesperrt, weil das Autobahnkreuz Frankfurt-West saniert wird.
Susanne Neumann klärt eine Radfahrerin auf, dass der Radweg hier an der Autobahnbrücke der A 648 zwei Jahre lang gesperrt wird. Unterdessen protestieren im Hintergrund Bertram Giebeler (links) und Wolfgang Hepp mit einem Transparent gegen die aus ihrer Sicht zu umständliche Ausweichroute. Foto: Leonhard-Hamerski Susanne Neumann klärt eine Radfahrerin auf, dass der Radweg hier an der Autobahnbrücke der A 648 zwei Jahre lang gesperrt wird. Unterdessen protestieren im Hintergrund Bertram Giebeler (links) und Wolfgang Hepp mit einem Transparent gegen die aus ihrer Sicht zu umständliche Ausweichroute.
Rödelheim. 

Die Autobahnbrücke über die Nidda, dort wo die A 648 den schmalen Fluss überquert, bremst die Radfahrer aus. Wer nicht absteigen will, muss zumindest den Kopf einziehen, um ihn sich nicht am Beton der Schnellstraße zu stoßen. An dieser Stelle haben sich im Berufsverkehr, der auch auf dem Radweg herrscht, einige Mitglieder des Allgemeinen deutschen Fahrradclubs (ADFC) postiert. Mit Transparenten und Handzetteln klären sie auf: Fast zwei Jahre lang soll die wichtige Verbindung entlang des Flusses gesperrt sein, denn das Autobahnkreuz von A 649 und A 5 wird saniert. Dabei seien die Umwege, die Radler deshalb fahren müssen, viel zu lang, beklagt der ADFC.

Einer der wichtigsten Frankfurter Fahrradrouten werde durch die Baustelle fast anderthalb Kilometer länger, erklärt ADFC-Sprecherin Susanne Neumann. Ein großer Zeitverlust sei das, denn statt ruhig an der Nidda zu fahren, gehe es über Hauptverkehrsstraßen, müssten die Radler an Ampeln warten oder im dichten Verkehr links abbiegen, ergänzt ADFC-Vorstandsmitglied Sigrid Hubert. Die von der Straßenbaubehörde des Landes, Hessen Mobil, geplante Umgehungsstrecke führe über die Oeserstraße, die keinen Radweg habe, sagt Neumann. „Sie führt am Messeparkplatz vorbei, wo viele schwere Lastwagen unterwegs sind.“

Zwei Alternativen

Gefährlich sei das nicht nur für Berufspendler, die täglich den Uferweg nutzen, sagt Hubert. „Der Weg ist bei Familien mit Kindern, aber auch bei älteren Leuten sehr beliebt. Die sind oft nicht so sicher auf dem Rad unterwegs.“ Sie über vielbefahrene Straßen zu schicken, dürfe nicht passieren. Dass der Niddauferweg eine wichtige Strecke ist, bestätigt Klaus-Dieter Bönsel, der auf ihm täglich acht Kilometer zur Arbeit fährt und wieder zurück. „Die Zahl derer, die hier täglich zur Arbeit fahren, nimmt jedes Jahr zu.“ Noch mehr werde er an Wochenenden genutzt, vor allem bei schönem Wetter.

Zwei Vorschläge für kürzere Umleitungsstrecken hat der ADFC bei Hessen Mobil eingereicht. Die eine sei nur 520 Meter länger als der Niddaweg, sagt ADFC-Verkehrsexperte Bertram Giebeler. Zum Großteil verliefen beide Umleitungen über bestehende Wege. An der ein oder anderen Stelle müssten allerdings Behelfsbrücken über die Autobahn errichtet werden, was Geld koste. Billiger und kürzer würde die Umleitung, wenn der Abzweig von der A 648 auf die A 5 Richtung Süden gesperrt und in die Umleitungsstrecke einbezogen werde. „Die Sperrung soll ja zwei Jahre dauern. Warum sollen nur die Radfahrer und Fußgänger leiden, wenn eine Autobahn saniert wird?“ In anderen Städten würden provisorische Wege über den Fluss gebaut, wieso nicht auch über die Nidda?

Brücke ist aufwendig

Auch Hessen Mobil sei bewusst, wie wichtig der Niddauferweg für Radler und Fußgänger sei, erklärt Alexander Pilz, Regionaler Bevollmächtigter Rhein-Main bei Hessen Mobil. „Deshalb bemühen wir uns, die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten.“ Die Vorschläge des ADFC habe auch das Radfahrbüro der Stadt Frankfurt den Planern von Hessen Mobil vorgelegt, doch immer habe es irgendwelche Gründe gegeben, die dagegen sprachen. Mal sei die Trassenführung schwierig, weil Grundstücksfragen geklärt, aufwendige Brücken gebaut oder naturschutzrechtliche Belange beachtet werden müssen. „Und wenn wir den Weg über dem Fluss bauen – was passiert dann bei Hochwasser?“

Natürlich bedeute die Ausweichroute einen Umweg, „aber einen von fünf bis zehn Minuten und nicht von einer halben Stunde“, sagt Pilz. Er enthalte auch keine großen Steigungen. „Da wir wissen, wie wichtig der Weg ist, versuchen wir, die Strecke zu verkürzen. Doch die Abstimmungen dazu laufen noch.“

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