Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Titelbild Mainova Marathon Laufsport - alles rund um den Mainova IRONMAN Frankfurt 2017 Frankfurt am Main 28°C
3 Kommentare

Modellversuch auf vier Straßen: Autofahrer in Frankfurt halten sich nachts an Tempo 30

Die Auswertung des Modellversuchs auf vier Hauptverkehrsstraßen in Frankfurt ist eindeutig: Bei Tempo 30 ist die Lärmbelästigung nachts für Anwohner deutlich geringer.
Diese Schilder sind längst abgebaut. Erstaunlich ist, dass sich Autofahrer an die Langsamkeit gewöhnt haben und nicht mehr so viel Gas geben. Foto: Arne Dedert (dpa) Diese Schilder sind längst abgebaut. Erstaunlich ist, dass sich Autofahrer an die Langsamkeit gewöhnt haben und nicht mehr so viel Gas geben.
Frankfurt. 

Zahlen lügen nicht. So war das auch gestern bei der Präsentation der Ergebnisse des Modellversuchs im Verkehrsausschuss, in dessen Rahmen ein Jahr lang nachts zwischen 22 Uhr und 6 Uhr in der Nibelungenallee, der Eschersheimer Landstraße, am Mainkai und in der Langen Straße Tempo 30 statt 50 gefahren werden durfte. Der Lärmpegel zwischen 63 und 64 Dezibel (gemessen bei Tempo 50) sank während des Modellversuchs auf Werte zwischen 58 und 61 Dezibel.

Die Verkehrsplaner von LK Argus, die die Ergebnisse des Verkehrsversuchs vorstellten, sahen damit ihre zuvor rechnerisch ermittelte geringere Lärmbelästigung bestätigt. Und sie stellten weiter fest, dass „die Pegelminderungen deutlich wahrnehmbar“ seien. Allerdings wurden die Unterschiede der Lärmpegel zwischen den einzelnen Straßen als „gering“ eingestuft.

Eine weitere positive Erkenntnis ist jetzt wissenschaftlich bestätigt: Die Ausweichrouten für die nächtlichen Tempo 30-Straßen haben nicht mehr Verkehr abbekommen. Erstaunlich ist auch, dass sich Autofahrer offenbar an die Tempo 30 Regelung gewöhnt haben und auch zehn Monate nach Beendigung des Modellversuchs langsamer fuhren – und das, obwohl die Tempo 30-Schilder längst schon abmontiert worden sind. Bei Kontrollen wurden nach dem Modellversuch nur Geschwindigkeitsüberschreitungen zwischen vier und 14 Stundenkilometern gemessen.

Kontrovers wurde die Diskussion erst, als darüber diskutiert wurde, welche Lärmpegel durch Tempo 30 erreicht werden könnten. Denn einige misstrauten den Daten und machten ihre Skepsis daran fest, dass nur elf Prozent der Anwohner entlang der vier Straßen sich an den schriftlichen Befragungen beteiligt haben. So stellte Eugen Emmerling (SPD) die Frage, wie repräsentativ denn eine Umfrage bei so geringer Beteiligung sein könne. Und da es zwischen den Beobachtungszeiträumen 2015 und 2016 „keine klaren Ergebnisse“ ergeben habe, schloss er mit der Fragestellung: „Wie macht das Sinn“? Angela Hanisch (Grüne) unterstrich, dass für sie die Untersuchung insgesamt ein gutes Ergebnis erbracht habe, weil die Geschwindigkeitsbegrenzung Anwohnern leisere Nächte garantiere. Damit sei „Tempo 30 gut für die Wohnungen“.

Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) positionierte sich nicht eindeutig. Er erinnerte daran, dass der Hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir stets betont habe, dass die Kommunen das Tempo-30 Problem in eigener Entscheidung zu fällen hätten. Er kündigte an, die weitere Diskussion zunächst in der Koalition zu führen. Erst dann werde er sich dazu äußern.

Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse