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Bälle im Glaskasten schlagen

Es ist ein Mix aus Tennis und Squash, wird in einem Glaskasten gespielt und macht Spaß ab dem ersten Schlag: Padel-Tennis hat Einzug in den Niddapark gehalten. Gestern wurde der erste Platz dieser Art in Deutschland eröffnet.
Ginnheim. 

Coletta Bullach spielt Tennis hinter Glas. So sieht das auf den ersten Blick aus, was die blonde 23-Jährige mit ihren drei Spielpartnern praktiziert. Leicht nach vorn gebeugt jagt sie über den kleinen Platz, dem Ball hinterher. Von außen wirkt das, als stünden die vier unter Quarantäne: Das Spielfeld ist an den langen Seiten von einem grasgrünen, engmaschigen Zaun umgeben, an den Stirnseiten ragen Glaswände in die Höhe. Dumpf schlägt der gelbe Ball auf dem Kunstboden auf – plong, plong, dann knallt er an die Scheibe. "Aus!" Und auf ein Neues. Das Spiel heißt Padel-Tennis und kann ab sofort im Tenniszentrum Niddapark ausprobiert werden.

"Padel-Tennis kommt ursprünglich aus Südamerika. Dort haben es Spanier gesehen und in ihr Land geholt", erläutert Coletta. Sie ist etwas außer Atem, das Spiel strengt an. Punktezählung und Regeln ähneln dem des "großen Bruders": Auch hier wird der Ball über das Netz gespielt und muss einmal im Spielfeld des Gegners aufkommen. "Darüber hinaus können wir aber die Wände mitbenutzen. Dadurch wird das Match sehr dynamisch, und man muss sich Taktiken überlegen – etwa, wie man den Ball so spielt, dass er möglichst unerreichbar an der Wand abprallt." Die Schläger sind leichter und durchlöchert; so verringert sich der Luftwiderstand.

Einer sieht besonders zufrieden aus an diesem Nachmittag. Vereinsvorsitzender Jörg Vogel steht vor dem 20 mal zehn Meter großen Schmuckstück der Tennisanlage, hat die Arme verschränkt und beobachtet das Treiben in dem großen grünen Käfig. Er trägt ein weißes Poloshirt, weiße Shorts, eigentlich könnte er gleich auf einem der neun großen Tennisplätze zum Schläger greifen. Lieber schaut er aber zu, wie sich immer neue Spieler auf den Padel-Court wagen. "Ich habe es schon ausprobiert, es macht unglaublich viel Spaß", sagt er.

Neue Ideen sind nötig

Der TC Niddapark wurde vor vier Jahren gegründet und sollte die schöne Anlage am Ginnheimer Wäldchen wieder lukrativ machen. "Dafür mussten neue Ideen her", erklärt Vogel und weist auf die umliegenden Gebäude: Eine Tennisschule hat sich mittlerweile niedergelassen, ein Fitnessstudio, das Restaurant läuft gut. Aber ein weiterer Kick fehlte. Als Vorstandsmitglied Hubert Bullach aus dem Spanienurlaub zurückkam und begeistert von einem Tennis-Squash-Mix berichtete, der dort beliebter ist als klassisches Tennis, war klar: "Padel" sollte nach Ginnheim kommen.

Mit seinem neuen Standort im Tenniszentrum ist der Padel-Platz der einzige seiner Art in Deutschland. Zwar gibt es noch zwei Courts in Bremen und am Chiemsee; die unterscheiden sich aber in der Bodenbeschaffenheit und Konstruktion von dem Exemplar, das im hinteren Teil der Ginnheimer Anlage steht. "Wir haben einen Kunstrasenbelag mit Quarzsand und etwas andere Bauweise der Zäune."

Dem Vorstand war wichtig, den Platz nicht von Mitgliederbeiträgen zu bezahlen. "Der Verein ist noch sehr jung und hat kaum Rücklagen. Außerdem kennt noch kaum jemand Padel-Tennis – wir hätten das Konzept gar nicht durchsetzen können." So schaltete sich ein privater Sponsor ein, und auch die Stadt Frankfurt gab im Rahmen der Sportförderung etwas dazu.

Der Platz soll auch Sportler anziehen, die bisher nicht viel mit Tennis am Hut hatten. Padel-Tennis ist leichter zu lernen, und man braucht nicht etliche Trainerstunden, um ein Niveau zu erreichen, auf dem das Spielen Freude macht. "Wir freuen uns auch über Nichtmitglieder, die den Platz nutzen", betont Vogel. Die Miete kostet 24 Euro pro Stunde, hinzu kommen fünf Euro für einen Schläger. Da Padel-Tennis zu viert gespielt wird, ist das ein erschwinglicher Preis.

Nachfrage entscheidend

Was den Unterricht angeht, ist Trainerin Coletta Bullach noch in der Planungsphase. Sie hat ihren Trainerschein in Spanien gemacht und brennt darauf, ihren Landsleuten den Spaß am lockeren Schlägerschwingen nahe zu bringen: "Es kommt auf die Nachfrage an, ob ich Unterricht anbieten kann."

Weitere Informationen zu Padel-Tennis gibt es unter www.padel-frankfurt.de im Internet.

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