Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 12°C

Schienenausbau: Bahn investiert 130 Millionen Euro, um die Züge in Frankfurt pünktlicher zum machen

Mit dem Ausbau des Homburger Damms will die Bahn in Frankfurt pünktlicher werden. Es ist nur eines von vielen Projekten, die den Fern- und Nahverkehr in der Region leistungsfähig halten sollen. Allerdings hinkt die Bahn ihrem Zeitplan weit hinterher.
Das Gleisvorfeld des Frankfurter Hauptbahnhofs ist ein komplexes Gebilde. Durch den zweigleisigen Ausbau des Homburger Damms soll es etwas einfacher werden. Bilder > Foto: Frank Rumpenhorst (dpa) Das Gleisvorfeld des Frankfurter Hauptbahnhofs ist ein komplexes Gebilde. Durch den zweigleisigen Ausbau des Homburger Damms soll es etwas einfacher werden.
Frankfurt. 

Mit der Lösung mehrerer Schrauben an den Gleisschwellen haben Prominente am Mittwoch den Startschuss für den Ausbau des sogenannten „Homburger Damms“ gegeben. Dieser gehört zur Strecke Hauptbahnhof – Höchst und ist bisher einspurig. Daher muss immer wieder auf Züge aus der Gegenrichtung gewartet werden. Mit dem 800 Meter langen zusätzlichen Gleis, das über eine eigene Eisenbahnüberführung verlegt werden wird, können nach der Fertigstellung zudem bisher notwendige Gleiskreuzungen vermieden werden. Dadurch können die Bahnen in Richtung Galluswarte nicht nur schneller, sondern auch pünktlicher fahren. Die Kosten für diesen Ausbau werden von der Deutschen Bahn auf 130 Millionen Euro beziffert. Das neue Gleis könne 2021 in Betrieb gehen, hieß es.

Wichtiges Puzzleteil

Der Damm sei ein „wichtiges Puzzleteil im Rahmen unseres Infrastrukturentwicklungsprogramms Frankfurt Rhein-Main-plus, weil damit die Voraussetzungen für die Neuordnung der Gleisbelegungen im Frankfurter Hauptbahnhof geschaffen werden“, lobte der Vorstand Netzplanung und Großprojekte der BD Netz AG, Professor Dirk Rumpf. 2021 soll der Fernverkehr nämlich in den südlichen Teil des Hauptbahnhofes verlegt werden, während mit dem Homburger Damm der Regionalverkehr im Norden abgewickelt werden kann. Allen Rednern war, wie sie sagten, bewusst, dass der Frankfurter Hauptbahnhof einer der am meisten belasteten Bahnhöfen der Republik ist. Denn hier ist der „Hub“ (das Zentrum) für die größte Zahl der ICE-Züge, und Frankfurts Hauptbahnhof bietet darüber hinaus viele direkte Bahnverbindungen in alle wichtigen europäischen Metropolen an.

Der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) übte sich in Höflichkeit gegenüber der Bahn, indem er sagte: „Endlich hat der umfassende Ausbau der völlig überlasteten Schieneninfrastruktur im Raum Frankfurt begonnen.“ Er wies allerdings nicht darauf hin, dass auf diesen Ausbaustart bereits seit mehr als 14 Jahren gewartet wurde.

Bilderstrecke Der Hauptbahnhof Frankfurt im Wandel - von den Anfängen bis heute
Der Frankfurter Hauptbahnhof steht kurz vor einem großem Umbau, der 2016 losgehen soll. Seit seiner Eröffnung im Jahr 1888 wurde der Verkehrsknoten schon häufig verändert und außen und innen saniert. Wir zeigen in unserer Bilderstrecke den Wandel der vergangenen Jahrzehnte bis heute. Hier eine Aufnahme des Vorplatzes und Haupteingangs um 1900.Der Hauptbahnhof nach der Eröffnung im Jahr 1888.Montage der Hallenbinder mit Hilfe eines auf zwanzig Rädern fahrbaren Gerüsts, 1885.

Bereits 2003 war, ebenfalls mit viel Prominenz, das Kind „Frankfurt Rhein-Main-plus“ aus der Taufe gehoben worden, das als Alternative zum Projekt „Frankfurt 21“ gedacht war. „Frankfurt Rhein-Main-plus“ wird im Herbst mit dem Bau der beiden S-Bahngleise nach Friedberg fortgesetzt werden, damit die S-Bahn endlich nicht mehr an roten Signalen auf die vorbeifahrenden Züge warten muss.

Zwölf Milliarden Euro

Und der Minister wies auch darauf hin, dass außerdem die nordmainische S-Bahn und die Neubaustrecke Frankfurt–Mannheim notwendig seien. Diese Eisenbahnstrecken seien die Voraussetzung „für einen pünktlichen, leistungsfähigen und attraktiven Schienenverkehr“ ohne den die Verkehrsprobleme in der Region Frankfurt auf der Straße nicht gelöst werden könnten. Al-Wazir betonte, dass ohne die neue Ausbaustrecke nach Mannheim „im Jahr 2030 die Fracht von täglich 70 Güterzügen über die Straße transportiert“ werden müsste. In den Ausbau des Schienennetzes rund um Frankfurt sollen bis zum Jahr 2030 insgesamt zwölf Milliarden Euro investiert werden, wovon der Bund 80 Prozent der Summe beizusteuern will.

Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) erinnerte die Vertreter der Bahn AG daran, dass Frankfurt jährlich rund 15 000 neue Bürger erwarte. Daher sei der Ausbau der Schieneninfrastruktur „maßgeblich für die Mobilität in der Region“. Mit einem Seitenhieb auf die „Vertreter der schwarzen Null“ in den Finanzministerien warnte er davor, den öffentlichen Nahverkehr „an die Wand fahren“ zu lassen.

Auf die Schwierigkeiten, die den Nutzern der S-Bahnen während der Bauzeit des neuen Gleises zukommen werden, wies RMV-Geschäftsführer Knut Ringat hin und sagte „täglich geänderte Fahrpläne“ voraus. Auch der „Knoten Frankfurt“ ist mit dem Ausbau des Homburger Damms nicht fertig: Dazu gehören auch Erweiterung des Knotens Stadion sowie der Bereich Hauptbahnhof/Süd. Auch dort geht es darum, den Schienenverkehr flüssiger und pünktlicher abzuwickeln.

Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse