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Wunschliste: Bahnhofsviertel: Gewerbetreibende fordern eine bessere Sicherheitslage

Von Frühstart in den Oberbürgermeister-Wahlkampf: Grünen-Kandidatin Nargess Eskandari-Grünberg sah sich in Begleitung von Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir im Bahnhofsviertel um. Und musste erfahren, dass die Gewerbetreibenden mit der aktuellen Situation nicht zufrieden sind.
Drogenszene im Bahnhofsviertel: Arbeitnehmer und Touristen werden von Abhängigen am Straßenrand abgeschreckt. Foto: Bernd Kammerer Drogenszene im Bahnhofsviertel: Arbeitnehmer und Touristen werden von Abhängigen am Straßenrand abgeschreckt.
Frankfurt. 

Die Firma „E-Domizil“ ist das, was man einen „hidden champion“ nennt. Versteckt liegt das Büro des Unternehmens, das Ferienwohnungen und Reisen im Internet vermittelt, tatsächlich: In einem Hinterhof in der Taunusstraße. In den vergangenen Jahren hat die Firma stark expandiert, rund 200 Mitarbeiter sind inzwischen auf vier Etagen untergebracht. Nicht nur eine große Dachterrasse mit Skyline-Blick sorgt dafür, dass sie sich wohlfühlen.

Ein Pluspunkt des Büros im Bahnhofsviertel sei die Lage, sagt Marketing-Chef Tim Krätke: Ein Großteil seiner Kollegen reise mit öffentlichen Verkehrsmitteln an, schätze den kurzen Weg zum Bahnhof. Auch die Gastronomievielfalt sei ein Vorteil. Weniger wohl fühlten sich die Mitarbeiter auf dem Weg ins Büro. Die Drogenszene und die verdreckten Straßen schreckten Kollegen ab, die das Großstadtumfeld nicht gewohnt sind, sagte er bei einem Besuch von OB-Kandidatin Nargess Eskandari-Grünberg und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (beide Grüne).

Die verstärkten Polizeikontrollen der vergangenen Monate begrüßt Krätke zwar, doch gebe es auch einen negativen Nebenaspekt: Die Drogenszene habe sich von Münchner und Moselstraße verstärkt in die Taunusstraße verlagert. Nazim Alemdar, Betreiber des legendären Kiosk Yok Yok an der Münchner Straße, hat genau die andere Erfahrung gemacht: Er stellt fest, dass sich seit kurzem mehr Abhängige in der Münchner Straße aufhalten. „Hier wird sogar Crack geraucht, das hatten wir früher nicht“, sagt Alemdar, der auch Vorstandsmitglied des Gewerbevereins Bahnhofsviertel ist.

Touristen treffen Bettler

Julia Rademacher vom Hotel Le Meridien am Wiesenhüttenplatz berichtet, dass Gäste auf dem Weg vom Bahnhof verstärkt von Bettlern angesprochen würden. „Viele fühlen sich nicht wohl.“ Sie forderte eine erhöhte Polizeipräsenz. Die Touristen wüssten nicht, dass die Junkies am Straßenrand meist harmlos sind. „Wir müssen das Gefühl von Sicherheit vermitteln.“

Das findet auch Krätke, der den Politikern eine Wunschliste mit auf den Weg gab: Die Stadt dürfe in ihrer Öffentlichkeitsarbeit nicht nur die Banken herausstellen, sondern müsse sich verstärkt um Internet-Unternehmen kümmern. Im Bahnhofsviertel wünscht er sich nicht nur mehr Polizeipräsenz, sondern auch freies WLan und mehr Aufenthaltsqualität. In der Taunusstraße etwa könne eine Fahrspur zugunsten von mehr Grün wegfallen.

Problem steigende Mieten

Mit diesen Forderungen kann sich Eskandari-Grünberg gut anfreunden. „Wir müssen sehen, wie wir gerade das Sicherheitsgefühl von Frauen verbessern können“, sagte die ehrenamtliche Stadträtin. Aber auch die Gewerbetreibenden müssten im Bahnhofsviertel gute Bedingungen vorfinden, damit die in Frankfurt einmalige Mischung erhalten bleibt. Das Problem aber seien häufig die steigenden Ladenmieten, weiß Alemdar. Al-Wazir hat dafür nur einen Rat: „Da muss man auch mal mit den Hauseigentümern reden.“

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