Bahnstrecken nach Unwetter blockiert

Umgestürzte Bäume und Blitzeinschläge haben gestern den Bahnverkehr im gesamten Rhein-Main-Gebiet lahmgelegt. Die Feuerwehr wurde mehr als 250 Mal alarmiert. Es gab erhebliche Sachschäden, Personen wurden nicht verletzt.
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Frankfurt. 

Es war nur ein kurzes Unwetter, aber die Auswirkungen waren gravierend: Durch den Gewittersturm wurden gestern Nachmittag gegen 16 Uhr Äste abgebrochen und Bäume umgeworfen. Davon betroffen war vor allem die Bahn: Sämtliche Fernverkehrsstrecken um Frankfurt waren zeitweise komplett gesperrt. Allein zwischen Frankfurt und Karlsruhe wurden 30 Züge an Bahnhöfen gestoppt, damit sie nicht auf freier Strecken liegenbleiben. Aber auch der Nah- und Regionalverkehr war massiv betroffen, die S-Bahnen waren auf unbestimmte Zeit verspätet, bis in den Abend hinein fielen auf mehreren Linien Züge aus.

 

Brücke drohte abzustürzen

 

Der Fernbahnhof am Flughafen musste aus Sicherheitsgründen komplett gesperrt werden. Auf dem Dach des Bürogebäudes „Squaire“ am Frankfurter Flughafen löste sich nach Angaben der Feuerwehr gegen 17.30 Uhr eine über 30 Meter lange Wartungsbrücke und beschädigte einen benachbarten Stahlträger. Weil das hoch über dem Fernbahnhof gelegene Bauteil aus Gitterrost-Elementen auf die Glaskuppel zu stürzen drohte, wurde die Station komplett evakuiert. Die öffentlich nicht zugängliche Brücke dient der Verbindung zweier Gebäudeteile und wird vor allem von Arbeitern genutzt; während des Unwetters befanden sich keine Menschen darauf. Die Höhenrettungsgruppe der Feuerwehr sicherte die Brücke, die Arbeiten sollten sich die ganze Nacht hindurch hinziehen.

Die Messehalle 6 wird gerade saniert. Doch jetzt fehlt das Gerüst, das der Wind umgerissen hat. 	Foto: sim /lokales/frankfurt/Bahnstrecken-nach-Unwetter-blockiert;art675,595480 Die Messehalle 6 wird gerade saniert. Doch jetzt fehlt das Gerüst, das der Wind umgerissen hat. Foto: sim
Am Hauptbahnhof herrschte auch Stunden nach dem Sturm noch das Chaos. Hunderte Reisende warteten auf Züge, die Informationen über die ersehnten Verbindungen flossen nur spärlich. Bahnmitarbeiter verteilten kostenlos Wasserflaschen, um die mitunter sehr genervten Kunden zu besänftigen. Viele versuchten, vor dem Bahnhof vergeblich eines der wenigen Taxis zu bekommen.

Andere nahmen die Straßenbahn, die aber auch nicht vom Unwetter verschont blieb. Am Zoo, an der Eissporthalle und in der Gartenstraße stürzten Bäume auf die Oberleitung. Die Linien 12, 14, 15 und 16 wurden auf einzelnen Abschnitten umgeleitet. Nicht betroffen war hingegen die U-Bahn.

 

Segelboot gekentert

 

Viele Frankfurter erwischte das Unwetter eiskalt. So auch drei Freizeitsportler, die mit einem Segelboot auf dem Main unterwegs waren. Ihr Versuch, bei einsetzenden Wind das schützende Becken des Westhafens zu erreichen, scheiterte: Das Boot kenterte, die Besatzung konnte sich schwimmend ans Ufer retten. Feuerwehrleute sicherten das in den Fluten treibende Boot.

Glück hatten zwei Frauen, die von der Emser Brücke in Richtung Theodor-Heuss-Allee unterwegs waren. Als sie die Baustelle an der Messehalle 6 passierten, wurde ihr Mazda von einem umstürzenden Gerüst getroffen. Sie kamen mit dem Schrecken davon, aber das Auto ist Totalschaden.

Die Alleen und Grünanlagen in Frankfurt sahen nach dem Sturm teilweise wie Schlachtfelder aus. Überall lagen herabgestürzte Äste und Zweige. In vielen Wohnvierteln fielen Ziegel von den Dächern. Die Kreuzung vor dem neuen Einkaufszentrum Skyline Plaza im Europaviertel sah am Abend aus, als sei sie von Schnee bedeckt. Bei der weißen Pracht handelte es sich aber nur um Styroporstückchen, die der Wind aus Platten der benachbarten Baustelle herausgebrochen hatte.

Am Frankfurter Flughafen musste der Betrieb wegen des starken Sturms immer wieder unterbrochen werden. Die Bodenabfertigung, also das Betanken sowie das Be- und Entladen der Maschinen, wurde für rund 30 Minuten eingestellt. „Das ist bei einem so starken Gewitter mit Wind und Blitzen Routine“, sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport. Einige Starts und Landungen verzögerten sich, am Abend normalisierte sich der Betrieb wieder. Der Deutsche Wetterdienst in Offenbach warnte vor weiteren Unwettern mit Starkregen, Hagel und schweren Sturmböen am Mittwoch.

(chc,mu,sim,lhe)
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Umgestürzte Bäume und Blitzeinschläge haben gestern den Bahnverkehr im gesamten Rhein-Main-Gebiet lahmgelegt. Die Feuerwehr wurde mehr als 250 Mal alarmiert. Es gab erhebliche Sachschäden, Personen wurden nicht verletzt.
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07.08.2013
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