Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Titelbild Mainova Marathon Laufsport - alles rund um den Mainova IRONMAN Frankfurt 2017 Frankfurt am Main 32°C

Barrierefrei zur Kultur

Von Barrierefreiheit – das ist mehr als Rampen und Aufzüge. Das Historische Museum will sich auch hör- und sehgeschädigten Menschen öffnen, das Literaturhaus Texte in „einfacher Sprache“ entwickeln.
Frankfurt. 

Die Mainmetropole ist die neueste „Modellregion“, die vom Land Hessen dabei unterstützt wird, Barrieren abzubauen. Im Historischen Museum sollen Blinde historische Schätze künftig auch ertasten können, Hörgeschädigte per Smartphone-App gesprochene Erklärungen in Gebärdensprache präsentiert bekommen sowie Rollstuhlfahrer unter die Vitrinen rollen und die Ausstellungsstücke aus größerer Nähe betrachten können. Auch die Sprache soll einfacher werden, damit Menschen mit kognitiven Störungen, Migranten, die des Deutschen nur wenig mächtig sind, und Kinder besser verstehen, was da erklärt wird.

Schlüssel zur Welt

Das Historische Museum wird bei diesen Anstrengungen von der Stadt unterstützt, erhält 175 000 Euro aus dem Topf, der für den Abbau von Barrieren vorgesehen ist. Zusätzlich gibt es vom Land Hessen 37 500 Euro in diesem, 60 000 Euro im nächsten und 18 000 Euro im übernächsten Jahr. Dies sicherte Sozialminister Stefan Grüttner gestern zu, ehe er die Zielvereinbarung mit Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (beide CDU) unterschrieb.

Mit dem Geld wird auch das Literaturhaus Frankfurt unterstützt. Dessen Leiter Hauke Hückstädt sagte: „Wir wollen regionale Autoren gewinnen, Texte in einfacher Sprache zu verfassen.“ Dabei geht es, wie Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU) mit viel Herzblut erläuterte, darum, Sprache und Literatur, Gedrucktes und Gesprochenes auch Menschen zugänglich zu machen, die vom „gestelzten und bildungshuberischen Stil akademischer Schreiber abgeschreckt werden. Sprache erschließt die Welt!“, sagte Semmelroth.

Lesung im Museum

Hückstädt zufolge plant man im Literaturhaus, Texte in einfacher Sprache zu verfassen, die sich mit Objekten im Museum oder mit Aspekten der Frankfurter Stadtgeschichte auseinandersetzen. „Die Texte sollen vor Publikum gelesen werden – im Historischen Museum, im Literaturhaus oder irgendwo in der Stadt.“ Als Beispiel nannte er den Eisernen Steg, wenn es im Text um eines der Schlösser am Brückengeländer geht.

Mit den Vorhaben wollen das Literaturhaus und das Historische Museum vor allem eines erreichen: Menschen, die normalerweise nicht ins Museum gehen und sich nicht für Literatur interessieren, zu gewinnen und niemanden mehr auszuschließen.

Das ist mit Inklusion gemeint. Mit der Förderung durch das Land ist Frankfurt zur Modellregion geworden – genauer, das Historische Museum und das Literaturhaus zu „Modellen“ für andere Kultureinrichtungen in Frankfurt. „In Hessen gibt es bereits zwölf Modellregionen für Inklusion“, sagte Sozialminister Grüttner, „die Stadt Darmstadt und der Rheingau-Taunus-Kreis kommen hinzu.“ Frankfurt ist aber die erste Modellregion, in der es um Kultur geht.

Seit 2013 fördert das Land die Barrierefreiheit in Hessen. Eine Modellregion bekommt für mindestens zwei Jahre mindestens 50 000 Euro. Damit fördert das Land die Realisierung der UN-Behindertenrechtskonvention.

Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse