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Bauausstellung soll die Region stärken

Von Der Ausbau der Verkehrswege geht in der Rhein-Main-Region nur langsam voran. Mit einer Internationalen Bauausstellung (IBA) könnten diese Projekte beschleunigt werden, meinen die Initiatoren des gestern eröffneten Architektursommers Rhein-Main. Der Politik ist dieses Konzept nicht visionär genug.
Frankfurt. 

Straßen, Schienen, Flughafen, Datennetze: Die Rhein-Main-Region ist einer der wichtigsten Infrastruktur-Knoten in Deutschland. Das macht den Raum Frankfurt zu einem prosperierenden Wirtschaftszentrum, bringt aber auch Belastungen für die Bevölkerung. Den Ausbau der Infrastruktur verträglich gestalten: Das könnte nach Ansicht der Initiatoren des Architektursommers Rhein-Main ein Thema für eine Internationale Bauausstellung (IBA) sein. Damit könnten auch neue Impulse für eine verstärkte regionale Zusammenarbeit entstehen, meint Jörg Dettmar, Professor an der TU Darmstadt. Er hat federführend ein Thesenpapier zu einer IBA in der Rhein-Main-Region erstellt, das er am Mittwochabend zur Eröffnung des Architektursommers im Museum Angewandte Kunst vorstellte.

Die Infrastruktur will Dettmar in den Mittelpunkt einer IBA stellen. Dabei denkt er vor allem an die Verkehrswege, denen er eine besonders hohe Bedeutung zumisst. „Der öffentliche Nahverkehr hat die Belastungsgrenzen bereits überschritten.“ Ziel müsse es sein, die Verkehrswege so auszubauen, dass die Lebensqualität der Menschen nicht zu sehr beeinträchtigt wird.

Zuwanderung als Thema

Berücksichtigen will Dettmar darüber hinaus auch Datenleitungen, Energie- und Wasserversorgung, soziale Infrastruktur wie Wohnen und Bildung und auch die Grün- und Freiflächen, die er als „grüne Infrastruktur“ bezeichnet. Dabei müsse auch der nachhaltigen Entwicklung der Landwirtschaft Raum eingeräumt werden. Den Klimawandel will er ebenso berücksichtigt wissen wie das anhaltende Bevölkerungswachstum und die Zuwanderung von Flüchtlingen.

„Eine IBA ermöglicht Experimente“, betonte Dettmar. Durch ein derartiges Projekt könnten Verfahren beschleunigt und die Akzeptanz in der Bevölkerung erhöht werden. „Wir können die Region als Modellraum für zukunftsorientierte, nachhaltige Entwicklung positionieren“, betonte er. Die Chancen könnten aber nur mit einer intensiven regionalen Kooperation genutzt werden. Für die Umsetzung seien keine zusätzlichen Millionenbeträge nötig. „Die IBA sollte anknüpfen an die Projekte, die ohnehin schon geplant sind.“

Der Politik ist diese Idee zu wenig visionär. „Wir müssen ein gemeinsames Ziel für die Region entwickeln“, betonte Frankfurts Bürgermeister Olaf Cunitz (Grüne). Wenn die Bevölkerungszahlen weiter wachsen, reichten die aktuellen Projekte zum Ausbau der Infrastruktur nicht aus. „Wir hinken der Entwicklung 15 Jahre hinterher.“ Wegen der langen Planungszeiten müssten schon heute die nächsten Schritte ins Auge gefasst werden. „Wir müssen jetzt die Weichenstellungen vornehmen.“ Dazu sei es aber nötig, dass sich die Region auf die anzustrebende Entwicklung in den kommenden 20 oder 30 Jahre verständigt.

„Diskurs reicht nicht“

Auch dem Offenbacher Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) gehen die bisherigen Überlegungen für eine IBA nicht weit genug. „Eine Bauausstellung ist ein wunderbares Forum für Diskurs“, sagte er. „Aber Diskurs allein reicht nicht.“ Es müsse auch darum gehen, die Verteilung der finanziellen Ressourcen zu beeinflussen, sprich: mehr Geld ins Rhein-Main-Gebiet zu holen. „Im Vergleich zu München sind wir da hinterwäldlerisch.“

Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) warnte davor, die IBA zu einem „kurzfristigen Event“ zu machen und sprach sich gegen eine „Festivalisierung der Regionalpolitik“ aus. Und auch die Mainzer Verkehrsdezernentin Katrin Eder (Grüne) mahnte: „Eine IBA kann vieles vorantreiben, aber viel wichtiger ist die Integration der Themen in den Alltag.“

Der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) bewertete zumindest die Initiative der Macher des Architektursommers positiv: „Jeder, der mithilft, die Herausforderungen zu bewältigen, ist willkommen.“

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