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Kleine Häuser für den Riederwald: Baugrund knapp: Nassauische Heimstätte entwickelt eigene Gebäudetypen

Von Um Kosten zu sparen, hat die Nassauische Heimstätte einen kleinen Standardhaustyp entwickelt. Die ersten acht von 90 geplanten Neubauten entstehen nun in der Vatterstraße.
Baggerfahrer Lothar Zech gibt beim Spatenstich zur Quartiersergänzung im Riederwald den Startschuss für die Neubauten. Foto: Leonhard Hamerski Baggerfahrer Lothar Zech gibt beim Spatenstich zur Quartiersergänzung im Riederwald den Startschuss für die Neubauten.
Riederwald. 

Fast wie ein Würfel sehen die Gebäude aus, sie sind elf Meter breit, 13 Meter tief und drei Stockwerke hoch. Wie ein Doppelhaus wirken sie auf den ersten Blick, in der Mitte geteilt: Zwei kleine Terrassen im Erdgeschoss, zwei Balkone links und rechts im ersten Stock, die Fenster sind symmetrisch angeordnet. Der Eindruck täuscht: Im Erdgeschoss haben die Architekten der Nassauischen Heimstätte (NH) zwei kleine 50-Quadratmeter-Wohnungen eingeplant, mit kleinem Schlafzimmer und Bad und einer Wohnküche, gedacht für Singles und Paare. Darüber befinden sich im ersten und zweiten Obergeschoss zwei 95 Quadratmeter große Maisonettewohnungen für Familien, mit geräumigen Wohnzimmern unten und dem Schaf- und zwei Kinderzimmern oben. „Das ist genau das, was wir sonst nicht im Bestand unserer 60 000 Wohnungen haben. Denn das sind meist Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen“, erklärt NH-Geschäftsführer Constantin Westphal.

Die ersten von 90 Häusern

Entwickelt haben den kubusartigen Haustyp die NH-eigenen Architekten. Denn die Häuser sind ideal zur Nachverdichtung bestehender Siedlungen – so wie hier im Riederwald, wo die ersten acht von rund 90 Häusern dieses neuen, standardisierten Gebäudetyps entstehen. An anderer Stelle hat die NH ihre Mehrfamilienhäuser einfach etwas verlängert, auch die Anbauten haben die eigenen Leute entworfen. Doch in der Vatterstraße im Riederwald wählten sie ein anderes Konzept: Platz zur Erweiterung der aus sechs Mehrfamilien-Blöcken bestehenden Siedlung ist nicht am Ende der Gebäude, sondern dazwischen. Und die acht kleinen Neubauten, zu deren Spatenstich auch Oberbürgermeister und NH-Aufsichtsrat Peter Feldmann (SPD) kam, passen gut dazwischen. Die meisten Bäume können sogar stehen bleiben. Rund 6,1 Millionen Euro sollen die acht Häuser mit ihren 32 Wohnungen kosten.

Die übrigen Häuser will die NH in den kommenden fünf Jahren bauen, sagt Westphal. Wo, verrät er aber noch nicht: Die Planungen seien noch nicht abgeschlossen. Sie sind Teil des 1,5 Milliarden-Euro-Bauprogramms der NH für die kommenden fünf Jahre. Im Bau und geplant seien 3800 Miet- und 1100 Eigentumswohnungen. Davon entstehen 1300 in Frankfurt.

„Dabei fällt es uns schwer, neue Wohnungen zu bauen. Vor allem in Frankfurt und Rhein-Main“, sagt Westphal. Zum einen seien bebaubare Grundstücke rar, zum anderen stiegen die Kosten für Bauprojekte. „Nicht nur der Bau selbst wird teurer, auch die Grunderwerbssteuer ist von 3,5 auf 6 Prozent gestiegen.“ Da der Auftrag der NH-Eigentümer, das Landes Hessen und die Stadt Frankfurt, aber sei, preiswerten Wohnraum zu schaffen, „können wir die Baukosten nicht eins zu eins auf die Mieter umlegen.“ Daher seien kreative Lösungen nötig, etwa bei der Ausnutzung eigener freier Flächen. Zudem spare die Standardisierung des neuen Gebäudetyps Kosten.

Altbauten werden saniert

Im Riederwald baut die NH aber nicht nur neu: Die sechs bestehenden Wohnblocks, Vatterstraße 31 bis 65, mit ihren 192 Wohnungen werden zurzeit für 13,3 Millionen Euro instand gesetzt und modernisiert. „Sie erhalten neue Dächer, Vorstellbalkone, neue Bäder, die Eingänge, Klingeln und Vordächer werden erneuert.“ Auch die Wärmedämmung wird verbessert, die neue Gaszentralheizungen versorgen die acht Neubauten mit.

„Ich bin überzeugt davon, dass es uns mit dieser Kombination aus Neubau und Modernisierung gelingt, das Quartier aufzuwerten und für unsere Mieter noch attraktiver zu machen“, hofft Westphal. Die NH verzichte darauf, wie die städtische ABG Holding, kleinere Wohnungen oft zu größeren für Familien zusammenzulegen, etwa in der Friedrich-List-Straße im Riederwald. „Das geht gar nicht, unsere kleineren Wohnungen sind sehr gut gefragt und alle bewohnt.“ Statt dessen entstünden Vier-Zimmer-Wohnungen meist in Neubauten, so wie in der Vatterstraße. Geförderter oder sozialer Wohnungsbau entstehe meist nicht neu. Stattdessen würden bestehende Wohnungen wieder zu Sozialwohnungen gemacht, sagt Wolfgang Koberg, Leiter des Servicecenters 1 in Frankfurt.

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