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Baulärm stört den Unterricht

Von Baustellenlärm stört den Unterricht an der Hallgartenschule am Bornheimer Hang. Die zulässigen Höchstwerte werden um 24 Dezibel überschritten.
Bornheim. 

Die Fenster aller Klassenzimmer der Hallgartenschule am Bornheimer Hang sind geschlossen. Das hilft aber nichts, an normalen Unterricht ist nicht zu denken. Lärm stört die Konzentration von Lehrern und Schülern. Etwa 250 Meter Luftlinie entfernt ist Hochbetrieb auf der Baustelle für das künftige Autobahndreieck Erlenbruch. Dort werden Spundwände gebohrt und Stahlbohlen ins Erdreich getrieben. Schlägt die Ramme zu, erzittert die Erde und ohrenbetäubender Lärm schallt hinüber bis zur Hallgartenschule.

„Das beeinträchtigt schon unheimlich den Unterricht“, bedauert Schulleiter Christoph Kleemann. Gute Nerven bräuchten Schüler wie Lehrer. Wie lange die Arbeiten dauern, weiß der Pädagoge nicht. Denn Hessen Mobil – eine Landesbehörde, die unter anderem neue Straßen und Ingenieurbauwerke plant und baut – habe die Schulleitung nicht informiert.

69 Dezibel gemessen

Schwarz auf weiß vorliegen hat Kleemann jetzt allerdings, dass die zulässigen Lärmgrenzwerte um ein Vielfaches überschritten werden. Das ist das Ergebnis einer Probemessung am 20. Mai. Die Bürgerinitiative gegen den Bau des Riederwaldtunnels hatte den Diplomingenieur Heinrich Rottmann damit beauftragt. Gemessen wurden im Erdgeschoss und im zweiten Stock jeweils vor den Fensterscheiben der Klassenräume 64 und 69 Dezibel. Erlaubt sind in Wohngebieten jedoch nur 45 Dezibel.

„Die schlimmsten Befürchtungen haben sich bewahrheitet“, erklärt Volker Marx (Linke). In der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates 4 (Bornheim, Ostend) legte er einen Dringlichkeitsantrag vor, der mehrheitlich verabschiedet wurde. Darin wird der Magistrat aufgefordert, umgehend dafür sorgen, dass die zulässigen Lärmgrenzwerte im Umfeld der Baustelle eingehalten werden. Denn schon bei einer Überschreitung der zulässigen Grenzwerte von mehr als fünf Dezibel sehe der Gesetzgeber Handlungsbedarf. Schallschutzmaßnahmen müssten umgesetzt werden. Hessen Mobil wollte sich gestern noch nicht dazu äußern.

Andere Technik einsetzen

„Man kommt nicht um Lärmschutzmaßnahmen herum“, ist Rottmann aber überzeugt. Als schnellstmöglich umsetzbare Maßnahme bezeichnet er eine Schalldämmfolie, die an einem direkt vor dem Schulgebäude zu errichtenden Gerüst anzubringen sei. Dadurch ließe sich der Lärmpegel um bis zu zehn Dezibel senken. Da allerdings nicht nur die Hallgartenschule, sondern die ganze Nachbarschaft vom Baulärm betroffen sei, präferiert er den Einsatz einer anderen Technik – anstatt die Stahlbohlen ins Erdreich zu rammen, könnten sie auch hydraulisch hineingepresst werden. Das sei deutlich leiser. Alternativ könnten die Rammen auch mit einem Schallschutzkamin und Klappläden umhüllt werden.

Kleemann jedoch will nicht so recht daran glauben, dass Hessen Mobil entsprechende Maßnahmen umsetzt. Begrüßen würde er das natürlich ausdrücklich. In sieben Wochen würden zwar die Schulferien beginnen. „Entgegen anderer Meinungen arbeitet das Kollegium und die Verwaltung aber trotzdem. Weniger Lärm würde uns da gut tun.“

Dem schließt sich Maximiliane Peikert-Regelien von der Bürgerinitiative Inheidener für Lärmschutz und Beiratsvorsitzende der Eigentumswohnanlage Inheidener Straße 67-71 an. „Die großzügigen Balkone sind bei schönem Wetter unsere Wohnzimmer. Doch die West- und Südbalkone sind seit Anfang April wegen der Lärmbelästigung nicht zu nutzen.“ Betroffen seien rund 240 Parteien.

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