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Stadtentwicklung: Bauland wird knapp: Noch Platz für 32.000 Wohnungen

Von Der Planungsausschuss des Stadtparlaments hat den Weg freigemacht für einen neuen Stadtteil an der A 5. Durch Nachverdichtung bestehender Wohngebiete kann nach Einschätzung von Planungsdezernent Mike Josef (SPD) der Bedarf in den nächsten Jahren nicht gedeckt werden.
Symbolbild Foto: Jens Büttner/Symbolbild Symbolbild
Frankfurt. 

Wie viele neue Wohnungen in Frankfurt in den kommenden Jahren gebaut werden müssen, ist umstritten. Die verschiedenen Prognosen haben jedoch eine Gemeinsamkeit: Sie schätzen den Bedarf deutlich höher ein als die Zahl der Wohnungen, die in den aktuell geplanten Baugebieten entstehen können. Nach einer Berechnung des Regionalverbands, der über den Flächennutzungsplan bei der Ausweisung von Bauland ein gewichtiges Wörtchen mitzureden hat, muss es 2030 in Frankfurt rund 446 000 Wohnungen geben – 68 000 mehr als heute.

Info: Neues Baugebiet soll „ergebnisoffen“ ...

Nach wochenlangen Diskussionen hat sich die Koalition aus CDU, SPD und Grünen auf eine gemeinsame Position zum neuen Stadtteil an der A 5 geeinigt.

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In aktuell geplanten Baugebieten mit mindestens 50 Wohnungen ist allerdings nur Platz für rund 32 000 Wohnungen. Das geht aus einer Karte des Stadtplanungsamtes hervor (siehe Grafik). Der geplante neue Stadtteil an der A 5 ist in dieser Übersicht bereits enthalten (grün eingefärbt). Derzeit gehen die Planer von 8550 Wohnungen aus, die dort entstehen könnten.

Noch viele Fragezeichen

Das allerdings ist nur eine pauschale Schätzung auf der Basis der möglichen Baufläche und den Vorgaben zur Bebauungsdichte aus dem Regionalen Flächennutzungsplan. In der Praxis könnten auch mehr Wohnungen entstehen. Was möglich ist, soll eine Untersuchung zeigen, die der Planungsausschuss des Stadtparlaments am Montagabend beschlossen hat.

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Hinter einigen Baugebieten steht noch ein großes Fragezeichen. In Zeilsheim, Sindlingen und Unterliederbach ist die Nähe zu Gefahrquellen im Industriepark Höchst ein Hindernis für den Wohnungsbau. Rund 3000 Wohnungen wären dort möglich, das Gesamtpotenzial würde sich dadurch auf rund 35 000 erhöhen. Nicht aufgeführt sind auch Neubaugebiete, deren Flächenreserven weitgehend erschöpft sind. Dazu zählt der Riedberg, wo noch der Westflügel mit rund 1500 Wohnungen entwickelt wird.

Schließlich fehlen in der Karte kleinere Flächen, auf denen einzelne Wohnhäuser entstehen könnten. Auch die Aufstockung und Ergänzung bestehender Siedlungen ist nur aufgeführt, wenn es wie in der Platensiedlung bereits Beschlüsse dazu gibt. Mit dieser sogenannten Nachverdichtung hat CDU-Oberbürgermeister-Kandidatin Bernadette Weyland ihre kritische Haltung gegenüber dem neuen Stadtteil an der A 5 begründet. Potenzial sehe sie in den Stadtteilen Dornbusch, Unterliederbach, Sossenheim und Gallus, sagte sie in einem Interview.

„Das reicht nicht“

Planungsdezernent Mike Josef (SPD) ist skeptisch: „Das wird nicht reichen.“ Darauf deuteten Daten hin, die für das „Integrierte Stadtentwicklungskonzept“ erhoben wurden. Im Gallus sähen die Planer nur ein Potenzial für eine Nachverdichtung mit 53 Wohnungen, in Sossenheim seien es rund 350 Wohnungen an fünf verschiedenen Stellen. Im Dornbusch und in Unterliederbach gebe es keine für Nachverdichtung geeignete Siedlungen.

Hinzu komme ein anderes Problem, so Josef. Wenn in bestehenden Quartieren in größerem Stil neue Wohnungen entstehen, müsse auch die Infrastruktur erweitert werden. Nötig seien zum Beispiel Kitas und Schulen, für die aber die Grundstücke knapp seien. Auch deshalb komme man an neuen Bauflächen auf der „grünen Wiese“ nicht vorbei.

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