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So war es bei der Bernemer Kerb: Beim zweiten Schlag zerspringt der „Dibbe“

Von Traditioneller geht es kaum: Bereits zum 410. Mal läuft seit Freitagabend die Bernemer Kerb. Waren die ersten beiden Tage noch verregnet, gab’s am Sonntag reichlich Sonnenschein. Das Kerb-Spektakel geriet auch in diesem Jahr wieder zu einem Erfolg für den Stadtteil.
Das sitzt: Beim zweiten Versuch traf Claudia Roth-Labraña beim Gickelschmiss den Tontopf und darf sich über den Hauptpreis freuen. Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA Das sitzt: Beim zweiten Versuch traf Claudia Roth-Labraña beim Gickelschmiss den Tontopf und darf sich über den Hauptpreis freuen.
Bornheim. 

Ein Spaziergang über die kleine Kerb im Herzen Bornheims dauert nicht lang, ist dafür aber erlebnisreich. Von einer großen Bühne werden die Feierfreunde mit Musik beschallt, Kinder haben eine Hüpfburg, die Älteren genießen Kaffee und Kuchen im Gemeindehaus und auch ein wohltätiger Flohmarkt lädt zum Bleiben ein.

Bilderstrecke Bornheimer Kerb: Bunter Umzug durchs lustige Dorf
Bornheim feiert: Mit einem bunten Umzug schritt am Sonntag das Programm der Bernemer Kerb voran. Wir haben die Fotos!KerbumzugZuschauerin mit Hund

Am Tag zuvor war der Kerbplatz noch verregnet, dennoch konnte der prachtvolle Festumzug wie geplant stattfinden: „Die Bernemer haben wie immer gut mitgefeiert, auf sie ist Verlass“, lobt Ralf Moritz, Vorsitzender der Bernemer Kerwe-Gesellschaft die Bewohner des „lustigen Dorfes“. Er blickt zufrieden über die nahezu komplett besetzten Bierbankgarnituren vor der großen Bühne auf dem Festplatz.

Einzigartige Atmosphäre

Dort sitzen nicht nur waschechte Bernemer. Aus allen Frankfurter Stadtteilen und der ferneren Umgebung sind Besucher zu dem traditionellen Fest gekommen. Schon seit zehn Uhr in der Früh sitzt dort Daniel Lochner nebst Freunden und Bekannten. Einige von ihnen sieht er höchstens ein- bis zweimal im Jahr, erzählt er. Auf der Bernemer Kerb kommen sie aber jedes Jahr zusammen. „Hier gibt es etwas, das man sonst nicht erlebt“, schwärmt der Berkersheimer. Auch seine Begleiter sind Feuer und Flamme für das urige Fest: „Hier trifft man sich und hat seinen Spaß“, erzählt Michael Börner.

Mit verbundenen Augen

Um 16 Uhr schließlich beginnt der traditionelle Höhepunkt einer jeden Bernemer Kerb: Der Gickelschmiss. Die Regeln sind weit über Bornheim hinaus bekannt. Jeder, der will, darf sich auf den abgesperrten Platz begeben und mit verbunden Augen versuchen, einen großen Tontopf („Dibbe“) mit einem Dreschflegel kaputt zu schlagen. Drei Versuche hat jeder, ehe der nächste in den Ring steigt. Wie ein Wettkampfrichter steht Ralf Moritz in der Mitte des Platzes und hält in der Menschenmenge nach Kandidaten Ausschau. Wer mitmacht, bekommt eine Augenbinde umgebunden, wird durch den Ring geführt und einige Male um sich selbst gedreht. Anschließend bekommt der Kandidat den Flegel in die Hand und der Tontopf wird an einem neuen Ort platziert. Mit tapsigen Schritten versuchen sich die Spieler zu orientieren. Das Publikum schreit dabei laut auf, doch nicht jeder meint es gut mit den Kandidaten, denn es gehört dazu, den Teilnehmer mit falschen Richtungsangaben zu verwirren.

Bernemer Kerb: So geht es weiter

Nach dem großen Umzug und dem traditionellen Gickelschmiss stehen noch weitere Höhepunkte auf dem Programm der 410. Bornheimer Kerb. Heute um 12 Uhr treffen sich die Kerbeburschen zum Frühschoppen

clearing

Nach vier mehr oder weniger kläglich gescheiterten Teilnehmern spaziert Claudia Roth-Labraña in den Ring. Die gebürtige Chilenin lebt seit 40 Jahren in Frankfurt, 15 davon in ihrem Lieblingsstadtteil Bornheim. Jahr für Jahr stand sie beim Gickelschmiss am Rand: „Ich habe mir immer gedacht, das muss man doch packen“, erzählt sie. Bei der 410. Kerb ist es endlich soweit und Roth-Labraña ergreift die Initiative. Ihrem ersten Schlag hält der Tontopf noch Stand, doch beim zweiten hat er keine Chance und zerfällt in etliche Scherben. Die Masse jubelt und Claudia Roth-Labraña ebenso: „Ich freue mich, dass ich gezeigt habe, dass man das schaffen kann“, frohlockt sie im Anschluss. Als Preis wird sie vom Kleintierzuchtverein aus Bornheim eingeladen, sich etwas auszusuchen. Sollte es sich als umsetzbar erweisen, könnte sie gar einen Hahn geschenkt bekommen, wie es beim Gickelschmiss Tradition ist. Zunächst geschieht das jedoch bloß symbolisch. Doch auch mit einer großen Portion frischer Eier könnte sie sich belohnen lassen. Belohnt haben sich auch die mehr als 100 Mitglieder der Kerwe Gesellschaft für ihre Arbeit. Die 410. Bernemer Kerb begeistert die Besucher.

www.fnp.de/bernem

Hier gibt es weitere Bilder vom Kerbumzug durch Bornheim.

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