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Stadtteil-Serie (Teil 13): Bergen-Enkheim: Das Dorf am Stadtrand

In unserer Stadtteil-Serie haben wir in dieser Woche Bergen-Enkheim unter die Lupe genommen. Der östlichste Stadtteil ist als Wohnort sehr beliebt. Eine Fotoreportage.
Der Quellenwanderweg ist Teil des Grüngürtels. Der ausgeschilderte Wanderweg von 6 km Länge und etwa 60 m Höhenunterschied umfasst zwanzig gefasste und ungefasste Quellen. Foto: Michael Faust Der Quellenwanderweg ist Teil des Grüngürtels. Der ausgeschilderte Wanderweg von 6 km Länge und etwa 60 m Höhenunterschied umfasst zwanzig gefasste und ungefasste Quellen.
Bergen-Enkheim entstand, indem die beiden durch einen steilen Hang getrennten Orte Bergen und Enkheim, deren Geschichte seit dem Mittelalter eng verbunden ist, zusammengeschlossen wurden. Unter dem Namen Bergen wurde die gemeinsame Dorfschaft bereits um 1300 genannt. Erst 1968, kurz vor der Eingemeindung nach Frankfurt 1977, erhielt Bergen-Enkheim das Stadtrecht. Doch schon im Mittelalter hatte der Ort wegen seiner besonderen Lage auf einer Anhöhe vor Frankfurt große Bedeutung und war oft umkämpft. So wichtig war der Ort, dass er 1472 eine eigene Stadtmauer erhielt, von der heute nur noch viele Reste existieren.

Bei der Eingemeindung oder „Grenzänderung“ als Teil der hessischen Gebietsreformer handelte die Gemeinde einige Privilegien aus, die andere Stadtteile nicht erlangten. Dazu gehört ein eigener Etat für den Ortsbeirat. Seither übernimmt Frankfurt auch die Kosten für den 1974 erstmals vergebenen, bedeutenden Literaturpreis, den „Stadtschreiber von Bergen“. Zum neuen Träger des mit 20 000 Euro und einem Jahr Wohnrecht im „Stadtschreiberhaus“ dotierten Preises wurde am vergangenen Freitag Thomas Melle.
Als Wohnviertel ist der etwas abgelegene Stadtteil mit seiner Aussicht über das östliche Rhein-Main-Gebiet bis zum Odenwald und Spessart sehr beliebt.

Die Topographie des Stadtteils prägt der Übergang des Maintals in die nördlich davon gelegene Hügellandschaft: Mit dem Berger Rücken beginnt, entlang der nach Nordosten führenden Hohen, naturräumlich die Wetterau. In dieser Gegend mit ihren vielen Südhanglagen finden sich diverse Landwirtschaftsbetriebe und Streuobstwiesen. Am östlichen Rand der Mainmetropole gelegen, ist der Stadtteil auch ein Einfallstor für viele Pendler. Die Vilbeler Landstraße ist eine der wichtigsten Verkehrsadern der Stadt. FNP-Reporter Michael Faust hat den Stadtteil mit der Kamera erkundet.

Alles im Fluss

Der von Seckbach nach Bergen führende Quellenwanderweg ist Teil des Grüngürtels. Er ist sechs Kilometer lang, überwindet 60 Höhenmeter und besteht aus 20 gefassten Quellen. Stelen und Tafeln informieren über die Geschichte und historische
Nutzung des Wasser. Aus der Quelle Nummer 16 entspringt der Röhrborn. Sein Wasser wird unterirdisch zu einer 350 Meter südlich gelegenen, um das Jahr 1700 erstmals urkundlich erwähnten, Tränke in der Röhrborngasse geleitet.

Verkauf auf dem Hof

Frankfurt, 31.8.2017; In den fruchtbaren Böden in der ansteigende Wetterau finden Landwirtschaftsbetriebe wie das Schelmenhäuser Hofgut ideale Bedingungen für die Erzeugung von Obst und Gemüse vor. Im Frühjahr wachsen und gedeihen hier Spargel und Erdbeeren, ab dem Spätsommer Kartoffeln, Zwiebeln und Karotten. Verkauft werden die Produkte nicht nur an Verkaufsständen, sondern auch direkt im Hofgut. Die fruchtbaren Lössböden der Wetterau reichen im Süden bis nach Bergen-Enkheim und ermöglichen den Berger Landwirten gute Erträge. Auch für den Schelmenhäuser Hof ideale Bedingungen, um Obst und Gemüse, Spargel und Erdbeeren anzubauen und im eigenen Hofladen zu verkaufen. Hier betreibt die Familie Vetter Frankfurts letzten Milchhof, Frank Buchenholz züchtet hier seine Schafe.

Planschen und Sport treiben

Frankfurt, 31.8.2017; Die umfangreichen Freizeit- und Erholungsangebote tragen maßgeblich zur hohen Lebensqualität im Viertel bei. Neben dem Stadion des FC Germania Enkheim und dem Enkheimer Ried liegt mitten im Grünen das Riedbad. Das beheizte Freibad besitzt ein 50 Meter langes Becken, ein Nichtschwimmerbecken und ein Sprungbecken mit einem fünf Meter hohen Sprungturm. Im Winter wird das 50-Meter-Becken sogar von einer Traglufthalle überspannt. Nebenan befindet sich das Hallenbad mit einer großen Sauna und einem großen Fitness-Geräteraum sowie einem Gymnastikraum.
Zahlreiche Freizeit- und Erholungsangebote tragen zur hohen Lebensqualität in Bergen-Enkheim bei. Neben dem Stadion des FC Germania Enkheim liegt mitten im Grünen das Riedbad. Das beheizte Freibad besitzt ein 50-Meter-Schwimmbecken und ein Sprungbecken mit einem fünf Meter hohen Sprungturm. Im Winter überspannt eine Traglufthalle das 50-Meter-Becken. Nebenan liegt das Hallenbad mit einer großen Sauna, einem großen Fitnessgeräte- und einem Gymnastikraum sowie Frankfurts einziger Kneipp-Anlage.

Natur erleben bei langen Spaziergängen

Frankfurt, 31.8.2017; Erholung im Grünen ist in Bergen-Enkheim ebenso möglich. Das Naturschutzgebiet Enkheimer Ried – ein 8,6 ha großer ehemaliger Altarm des Mains – die Streuobstwiesen des Berger Hangs, oder das nahegelegene Waldgebiet laden zu ausgedehnten Spaziergängen ein.
Direkt hinter dem Riedbad erstreckt sich das Naturschutzgebiet Enkheimer Ried. Es ist rund 8,6 Hektar groß und erstreckt sich an einem ehemaliger Altarm des Mains entlang. Hier fließt auch der von Maintal kommende Riedgraben, der mehrere große Teiche speist. An deren Ufern kann man Eisvögel beobachten, Schildkröten sonnen sich auf aus dem Wasser ragenden Ästen. Eingerahmt wird das Ried von den Streuobstwiesen des Berger Hangs und dem Enkheimer Wald – ein ideales Revier für lange Spaziergänge.

Einkaufstempel

Frankfurt, 31.8.2017; Das Hessen-Center ist mit 36.000 m² Verkaufsfläche das kleinste der der fünf großen Einkaufszentren in der Metropolregion. 1971 eröffnet, lag es damals wegen der günstigeren Gewerbesteuer nur wenige hundert Meter von der Stadtgrenze Frankfurts entfernt. Die Einzelhändler in Bergen-Enkheim, den angrenzenden Stadtteilen und Anrainerkommunen spüren bis heute den Konkurrenzdruck.
Das Hessen-Center in der Borsigallee ist mit 36 000 Quadratmetern Verkaufsfläche das kleinste der vier Frankfurter Einkaufszentren. Der Betreiber ECE würde es gerne sanieren und vergrößern, letzteres stößt im Umland aber auf Widerstand. Das zweite „Einkaufszentrum“ des Stadtteils ist die Victor-Slotosch-Straße: Dort gibt es außer Rewe, Aldi, Lidl und Penny weitere große Geschäfte wie eine DM-Drogerie oder Kik. In den alten Stadtkernen der Trieb- und Marktstraße sind kaum noch Läden.

Burg der Schelme

Frankfurt, 31.8.2017; Die „Schelmenburg“ neben der modernen Stadthalle erinnert an das Berger Adelsgeschlecht der  Schelme, das 1768 ausstarb. Heute ist von der Anlage nur noch ein Wasserschlösschen erhalten, das 1700 auf den Grundmauern der ehemaligen Kernburg errichtet wurde. Der Wassergraben wird unter anderem von der zwanzigsten Quelle des Quellenwanderwegs – dem Schelmenborn – gespeist. Seit 1993 führen Laienschauspieler vor der Naturkulisse bei gutem Wetter alle vier Jahre das Stück „Schelm von Bergen“ auf.
Die „Schelmenburg“ neben der modernen Stadthalle erinnert an das Berger Adelsgeschlecht der Schelme, das im Jahr 1768 ausstarb. Heute ist von dem früheren Hofgut nur noch ein Wasserschlösschen erhalten, das 1700 auf den Grundmauern der alten Kernburg errichtet wurde. Der Wassergraben wird unter anderem von der zwanzigsten Quelle des Quellenwanderwegs – dem Schelmenborn – gespeist. Seit 1993 führen Laienschauspieler auf dem Platz alle vier Jahre das Stück Conrad Weils Stück „Der Schelm von Bergen“ auf.

Baudenkmal beherbergt Geschichte(n)

Frankfurt, 31.8.2017; Das Alte Rathaus wurde im 14. Jahrhundert als Gerichts- und Markthalle errichtet und steht mitten auf der von Fachwerkhäusern umsäumten Marktstraße. Das Baudenkmal beherbergt heute das Heimatmuseum Bergen-Enkheim, ist aber wegen einer umfangreichen Sanierung der Fassade und des Dachstuhls derzeit  für Besucher gesperrt.
Das alte Berger Rathaus wurde im 14. Jahrhundert als Gerichts- und Markthalle errichtet und steht mitten auf der Marktstraße. Das Baudenkmal ist für Besucher gesperrt, das Heimatmuseum musste ausziehen. Immer mehr Schäden wurden entdeckt. Noch ist unklar, wie teuer die Sanierung wird und wann sie beginnt.

Eine Pyramide als Gotteshaus

Frankfurt 4.9.2017, Stadtteilserie Bergen-Enkheim, Kirche in Zeltform der Katholische Kirchengemeinde Heilig Kreuz; Innenaufnahme
Das wohl ungewöhnlichste Frankfurter Gotteshaus ist die 1972 geweihte Heilig-Kreuz-Kirche in der Barbarossastraße: Sie hat die Form einer Pyramide. Bekannt sind die katholische wie die evangelische Gemeinde für ihr Musikprogramm, holen sie doch seit vielen Jahren hochkarätige Musiker zu Konzerten in den Stadtteil
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