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Traditionsfest: Berkersheimer feiern die 250. Kerb

Von Vor 250 Jahren weihten die Berkersheimer ihre evangelische Michaeliskirche. Genau so lange feiert der Stadtteil auch schon die Kerb.
Bunt geschmückt ist nicht nur stets der Kerbebaum, sondern auch die Häuser rechts und links des Kerbeumzugs am Samstag. Bilder > Bunt geschmückt ist nicht nur stets der Kerbebaum, sondern auch die Häuser rechts und links des Kerbeumzugs am Samstag.
Berkersheim. 

Es war der damalige Ortslandwirt Heinrich Hess, der im Frühsommer 1946 den Berkersheimer Walter Zorbach zur Seite nahm und vorschlug, die Kirchweihe der evangelischen Michaeliskirche künftig mit dem Holen und Aufstellen eines Baumes vor einem Gasthaus zu feiern. Also trommelte Zorbach die Jugendlichen von Berkersheim zusammen, die Karl Pulver zu ihrem Kerbepräsidenten wählten, Günter Will wurde Fahnenschwenker und Zorbach selbst, stolz zu Pferd, der Standartenführer. Ihren ersten Kerbebaum holten sie im Bad Vilbeler Wald. Doch die Harheimer, so berichtet Ewald Müller, hätten nachts den Baum gestohlen und die Krone abgebrochen.

Festwochenende beginnt

Es gibt aber auch andere Geschichten, wie die Kerb nach dem Zweiten Weltkrieg wieder auflebte. Demnach sei der Raub durch die Harheimer erst zwei Jahre später geschehen – und mal soll er vor dem Gasthaus „Lemp“, mal vor dem Jägerstübchen bei Schreff gestanden haben. In einem aber sind sich die Berkersheimer absolut einig: Ihre Kerb gibt es schon viel länger, mindestens seit 250 Jahren. Und das wird von heute Abend an ein ganzes Wochenende lang gefeiert.

Dass Berkersheim lutherisch wurde, ist die Schuld der Bergen-Enkheimer. Genauer gesagt war es Johann Wilhelm, Schelm von Bergen, der das Dorf am Niddahang 1639 erbte. Es war die Zeit des 30-jährigen Krieges (1618 bis 1648), von dem sich die Berkersheimer erst am Ende des Jahrhunderts erholten. Und so entstand erst dann die erste kleine Holzfachwerkkirche, gemeinsam mit einem Pfarrhaus und dem Kirchacker. Seit 1766 steht dort die Michaeliskirche – ein Umstand, an dem die Berkersheimer sich bei ihrer Zeitrechnung zur Kerb orientieren: Denn wenn die Michaeliskirche am letzten Septemberwochenende ihren 250. Geburtstag – sprich: den Tag ihrer Weihe – feiert, muss das Kirchweihfest, also die Kerb, mindestens genauso alt sein. Seit einigen Jahren steht das Festzelt nun auf dem Gelände des Reit-, Sport- und Fahrvereins im Niddatal. Die Jubiläumskerb beginnt heute um 17 Uhr im Festzelt mit einer Kinderdisco, ab 20 Uhr eröffnet DJ Peter mit aktuellen Stimmungssongs die Kerb auch für die Erwachsenen .

Am morgigen Samstag ziehen die zehn Kerbeburschen und neun Kerbemädels samt Helfern in den Bad Vilbeler Wald, um ihren Baum zu schlagen. Präsentiert wird der geschmückte Baum beim Kerbeumzug, der um 14.30 Uhr am Dachsberg beginnt. Beim Festzug spielen die Güglinger Gassafänger ihre Guggemusik. Neben den Berkersheimer Vereinen, dem Gasthaus „Zum Lemp“ sowie befreundeten Kerbegesellschaften aus Dortelweil, Kalbach und Nieder-Wöllstadt laufen auch die Sachsenhäuser Apfelweinkönigin und das Bornheimer Kerbepaar mit. Vor dem Aufstellen des Kerbebaums eröffnet Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) die Kerb. Beim Aufstellen selbst packen auch ehemalige Kerbeburschen mit an, denn es geschieht auch heute noch mit Leitern.

Orgelmusik in der Kirche

Wer es besinnlich mag, kommt um 18 Uhr zum Orgelkonzert in die Michaeliskirche. Zurück im Festzelt, unterhalten ab 20 Uhr die Kerbeburschen und -mädels die Besucher. Ab 21 spielt Uhr die Band All Reset . Ab 23 Uhr können die Festbesucher den Kerbebaum ersteigern. Der Sonntag beginnt um 10 Uhr mit dem Gottesdienst in der Michaeliskirche. Im Festzelt spielt ab 13 Uhr die Band Quadros Anonymus. Für den Lampionumzug, um 19 Uhr können die Kinder ab 14 Uhr ihre Lampions basteln. Bevor die Kerb um 23 Uhr mit dem Verbrennen der Kerbelies endet, gibt es ein Feuerwerk.

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