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Besetztes Haus freiwillig geräumt

Das am Freitagnachmittag im Westend besetzte Haus wurde am Abend freiwillig geräumt. Die Aktivisten starteten zu einer Spontan-Demonstration Richtung Hauptbahnhof. Ein großes Polizeiaufgebot riegelt den Platz um ein besetztes Haus im Westend auf. Foto: Kammerer Ein großes Polizeiaufgebot riegelt den Platz um ein besetztes Haus im Westend auf. Foto: Kammerer

Frankfurt. 

Linke Aktivisten haben am Freitag gegen 15 Uhr das derzeit leerstehende Haus mit der Adresse Schumannstraße 2 (Westend) besetzt. Die Polizei rückte mit großem Aufgebot an und forderte mit Lautsprechern die überwiegend jungen Besetzer mehrfach zum Verlassen des Gebäudes auf. Gegen 19 Uhr verließen die Besetzer das Gebäude freiwillig.

Während der Besetzung und auch im Anschluss daran gab’s erhebliche Verkehrsbehinderungen, weil sich etwa 70 Besetzer zu einer spontanen Demonstration entschlossen und durch die Stadt zogen. Wegen der Demo war der Hauptbahnhof vorübergehend geschlossen worden. Gegen 22 Uhr wurde die Demo an der Hauptwache aufgelöst. Eine Teilnehmerin warf der Polizei vor, nach der freiwilligen Räumung und nach der Auflösung der Demo mit Schlagstöcken brutal gegen Aktivisten vorgegangen zu sein. Polizeisprecher Alexander Kießling sprach am Abend von einer „aggressiven Grundstimmung, die nicht von uns ausgegangen ist“. Es habe „unschöne Szenen“ gegeben.

Ein Aktivist, der sich Wanja Korv nennt, bezifferte die Zahl der Hausbesetzer vor den Räumungsaufforderungenauf 200. Als Vorbild führt die bei der Besetzung federführende Gruppe namens „Waste’nd“ das Konzept von Theorie, Praxis, Party, wie es im Institut für vergleichende Irrelevanz (IvI) praktiziert werde.

Über das IvI, ein linksalternatives Studentenprojekt im seit Jahren besetzten Kettenhofweg 130 (Westend) wird seit Monaten gestritten: Der neue Eigentümer der Immobilie will die Aktivisten heraushaben, diese weigern sich aber beharrlich, das Haus zu verlassen. In Studentenkreisen wird seit Monaten kritisiert, dass es an selbstverwalteten Räumen mangelt. „Ein IvI ist nicht genug. Also öffnen wir heute ein weiteres“, hieß es gestern auf der IvI-Internetseite. Nach der gescheiterten Besetzung kündigte das IvI am Abend in einer Presseerklärung an: „Die nächste Besetzung wird folgen.“

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