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Prozess: Betrunken im Parkhaus randaliert

Von Weil er betrunken im Parkhaus Börse randaliert und Widerstand gegen Polizeibeamte geleistet hat, ist ein 47 Jahre alter Autofahrer vom Amtsgericht Frankfurt zu sechs Monaten Bewährungsstrafe und 80 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt worden.
Symbolbild Foto: Britta Pedersen Symbolbild
Frankfurt. 

Drei Jahre lang lebte ein Parkettleger aus Bad Vilbel vollkommen abstinent. Nach der Überwindung einer Drogensucht mit vielen einschlägigen Vorstrafen erschien dem heute 47-Jährigen der Verzicht auf jeglichen Alkohol das probate Mittel, um auch in anderer Hinsicht gar nicht erst wieder in Versuchung zu kommen. Doch meistens kommt es ja ganz anders.

Was an jenem Nachmittag des 7. Januar 2018 in oder um die Kleinmarkthalle mit dem Mann passierte, ist ihm heute noch schleierhaft. Man traf sich offenbar zu einem nachträglichen Neujahrszusammensein im Kreise von Freunden und Bekannten. Irgendwann stieß auch der Handwerker aufs neue Jahr mit an – mit Alkohol, obwohl er mit seinem Kastenwagen unterwegs war. Danach verdunkelte sich nach und nach die Erinnerung des nicht mehr an Alkohol gewöhnten Mannes. Sein Bewusstsein erlangte er erst wieder am nächsten Morgen in der Ausnüchterungszelle. Was war mit dem zweifachen Familienvater geschehen?

Vollgas gegeben

Nach dem Ende des Zechgelages hatte er beschlossen, sein Auto noch ordnungsgemäß in das nah Parkhaus Börse zu bringen. Doch spätestens an der engen Auffahrt zu den höher liegenden Parkdecks verlor er endgültig den Überblick. Der sperrige Kastenwagen blieb an der Rampe hängen und bewegte sich auch dann nicht vom Fleck, als der betrunkene Fahrer Vollgas gab – er hatte nämlich zuvor unbewusst den Gang herausgenommen.

Dafür gab es in dem ohnehin hellhörigen Parkhaus in der Innenstadt ein dröhnendes Motorengeheul, das den Sicherheitsmitarbeiter am Eingang veranlasste, die Polizei zu rufen. Die Beamten brauchten sich nur in Richtung der Lärmquelle zu bewegen und schon erblickten sie den ziemlich hilflosen Autofahrer in seinem Gefährt. Zwischenzeitlich hatte er die Kupplung wieder bedient und so drehten die Reifen des feststeckenden Wagens lautstark durch.

Beamte beleidigt

Die Beamten versuchten, den Mann zum Aussteigen zu bewegen und vor allem, die blockierte Auffahrt wieder frei zu bekommen – es war zwar schon weit nach Mitternacht, doch das Parkhaus war ja noch geöffnet. Allerdings war der Autofahrer überhaupt nicht von den Aktivitäten der Beamten angetan. Er verriegelte die Türen, ließ aber das Fenster offen. Als die Beamten versuchten, durch die Scheibe zu greifen, gab er wieder Vollgas, doch der Wagen steckte einfach fest. Auch der Versuch, die Personalien festzustellen, scheiterte: „Mein Name ist Fuck you“, lallte der Autofahrer den Beamten entgegen.

Am nächsten Morgen wachte er wie gesagt auf dem Polizeirevier auf. Nun war er wieder ganz der nüchterne Alte. Er musste feststellen, was er für einen Unfug angerichtet hatte, und entschuldigte sich bei den Beamten, auch bei der Polizistin, nach der er geschlagen hatte. Als er mit seiner Lebensgefährtin schließlich den Wagen abholte, gab er weitere Worte des Bedauerns zu Protokoll.

All dies brachte ihm vor dem Amtsgericht gewisse Sympathien ein. Gleichwohl führte die zumindest „abstrakte“ Gefahr, die von dem Betrunkenen in jener Nacht im Parkhaus ausgegangen war, zu sechs Monaten Bewährungsstrafe, garniert mit 80 gemeinnützigen Arbeitsstunden und einer Führerscheinsperre von sechs Monaten. „Nicht auszudenken, wenn das Auto Bodenhaftung gehabt hätte und bei Vollgas losgerast wäre“, hieß es im Urteil. Zum Parkettlegen muss sich der Mann nun von einem Kollegen mitnehmen lassen.

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